Dynamo und Rostock marschieren weiter, Magdeburg in tiefer Ergebniskrise!

Deutschland - Was für ein Auftritt von Dynamo Dresden! Im Spitzenspiel zerlegte die SGD den Tabellenzweiten FC Ingolstadt 04 und gewann das Kracherduell gleich mit 4:0 (2:0). Während die Schwarz-Gelben die Tabellenführung weiter ausbauten, rutschten die Schanzer ab.

Zwei gebürtige Dresdner unter sich: Dynamo-Kapitän Sebastian Mai (27, l.) musste Ingolstadts Spielführer Stefan Kutschke (32) nach dem Schlusspfiff trösten.
Zwei gebürtige Dresdner unter sich: Dynamo-Kapitän Sebastian Mai (27, l.) musste Ingolstadts Spielführer Stefan Kutschke (32) nach dem Schlusspfiff trösten.  © Lutz Hentschel

Das Team von Trainer Thomas Oral (47) um Kapitän Stefan Kutschke (32) ist mittlerweile nur noch Vierter, weil die Verfolger ihre Partien allesamt gewannen. Der FCI muss diese deftige Abreibung also schnellstmöglich abschütteln, um nicht weiter Boden zu verlieren.

Diese Sorgen sind der SGD hingegen fremd. Dresden thront nämlich mit stolzen 51 Punkten aus 25 Spielen überlegen an der Spitze und hat mittlerweile sieben Zähler Vorsprung auf Platz drei. Das Gipfeltreffen mit Ingolstadt untermauert die starke Saison, die Dynamo spielt - und das trotz Corona-Chaos, Verletzungssorgen und einer neu zusammengestellten Mannschaft.

Wie Trainer Markus Kauczinski (51) seine Akteure zu einer echten Einheit geformt hat, nötigt Respekt ab. Wenn er und seine Truppe diese Konstanz weiter an den Tag legen, wird der Arbeitsunfall Abstieg schnell korrigiert werden.

Und Stand jetzt kann man sich über einen weiteren Traditionsverein aus dem Fußball-Osten freuen, der aktuell aufsteigen würde. Der FC Hansa Rostock gewann trotz eines 0:1-Rückstands beim FC Viktoria Köln noch mit 2:1, überholte Ingolstadt und ist nun Zweiter.

Es ist immer deutlicher zu sehen, dass das Team von Coach Jens Härtel (51) in den vergangenen Wochen und Monaten mehr Punch in der Offensive entwickelt hat und solche umkämpften Begegnungen regelmäßig für sich entscheidet. Dabei lässt man sich auch von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen.

TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl (32) beschäftigt sich in seiner wöchentlichen Kolumne diesmal auch mit der starken Formkurve des FC Hansa Rostock und der SG Dynamo Dresden.
TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl (32) beschäftigt sich in seiner wöchentlichen Kolumne diesmal auch mit der starken Formkurve des FC Hansa Rostock und der SG Dynamo Dresden.  © Imago Images/ Kirchner-Media/Lutz Hentschel

FC Hansa Rostock entscheidet enge Spiele immer öfter für sich und steht zu Recht auf Platz zwei!

Hansa-Trainer Jens Härtel (51) steht mit seinem Team erstmals seit dem 8. Spieltag wieder auf einem direkten Aufstiegsplatz.
Hansa-Trainer Jens Härtel (51) steht mit seinem Team erstmals seit dem 8. Spieltag wieder auf einem direkten Aufstiegsplatz.  © Picture Point / Gabor Krieg

In Köln köpfte Abwehrchef Julian Riedel (29) das Leder zurück in Richtung Tor, das Keeper Marius Kolke (30) allerdings verlassen hatte, um den Ball selbst aufzunehmen - ein klassisches Missverständnis, das selbst zwei so erfahrenen Akteuren mal passiert. So musste Marcel Risse (31) die Kugel nur noch zum 1:0 für Viktoria über die Linie drücken (6. Minute).

Doch weder bei den beiden formstarken Akteuren, noch ihren Mitspielern war Verunsicherung zu spüren. Stattdessen schlug die Kogge schnell zurück, kam zum Ausgleich und erarbeitete sich in der zweiten Hälfte einen verdienten Auswärtssieg. Es war bereits der fünfte Dreier in diesem Jahr mit nur einem Tor Unterschied.

Das belegt, wie stark sich Rostock auch mental entwickelt hat. Der Glaube an die eigene Stärke ist immer da, dazu hat man die zweitwenigsten Gegentore der Liga kassiert (24). Das liegt auch an "Krake" Kolke und Zweikämpfer Riedel, die ihrer Mannschaft viel Defensivstabilität verleihen. Dazu befindet sich Rechtsverteidiger Nico Neidhart (26) in Galaform und glänzt mit vier Toren sowie sechs Vorlagen.

Außerdem stehen beim FCH noch neun weitere Spieler im Kader, die mehr als ein Tor erzielt haben. Deshalb ist man für die gegnerischen Klubs nur schwer auszurechnen. Daher ist mit den Rostockern im Aufstiegsrennen auch weiterhin fest zu rechnen!

1. FC Magdeburg, VfL Lübeck und SpVgg Unterhaching mit anhaltender Ergebniskrise

Für den Tabellenletzten VfB Lübeck um Yannick Deichmann (26) sieht es momentan stark nach direktem Wiederabstieg aus.
Für den Tabellenletzten VfB Lübeck um Yannick Deichmann (26) sieht es momentan stark nach direktem Wiederabstieg aus.  © Picture Point / Roger Petzsche

Zwar schläft auch die Konkurrenz um den SV Wehen Wiesbaden (1:0-Sieg gegen den 1. FC Magdeburg) und TSV 1860 München (3:1-Heimerfolg gegen die SpVgg Unterhaching) nicht, doch der FCH war zuletzt extrem konstant.

Letzteres gilt auch für die Mannschaften im Tabellenkeller - allerdings im negativen Sinne! Schließlich verloren neben dem FCM und Haching auch der VfB Lübeck (1:2 beim Halleschen FC) und der KFC Uerdingen (1:2 gegen den MSV Duisburg).

Die Krefelder haben als Siebzehnter allerdings vier Partien weniger als der Sechzehnte 1. FC Kaiserslautern (2:2 gegen den SV Meppen) absolviert und besitzen noch gute Chancen, aus eigener Kraft die Abstiegsplätze zu verlassen.

Magdeburg (sechs Pleiten in Folge), die Spielvereinigung (sieben Schlappen hintereinander) und Lübeck (vier Niederlagen nacheinander) befinden sich allesamt in einer anhaltenden Krise, aus der sie schnellstmöglich herausfinden müssen, ansonsten ist der Abstieg nicht mehr zu verhindern.

Und noch stehen die Chancen gut, weil es dem FCK und Köln nicht gelingt, sich entscheidend abzusetzen. Duisburg arbeitet sich unter Pavel Dotchev (55) hingegen langsam nach oben vor und hat den Turnaround geschafft - zumindest Stand jetzt. Denn auch in den kommenden Wochen verspricht diese Spielklasse weiterhin viel Spannung.

Titelfoto: Imago Images/ Kirchner-Media/Lutz Hentschel

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