Dynamo verliert Generalprobe: 1. FC Union Berlin zeigt Dresdner Schwächen auf

Berlin - Da wurde einem nicht nur wegen der hochsommerlichen Temperaturen warm ums Herz: 3278 Fans in der Alten Försterei, die zu Beginn Nina Hagens "Eisern Union" lauthals sangen. Ein Stimmung, die so lange vermisst wurde! Einfach wunderschön. Das Spiel war es für Dynamo Dresden nicht. Union siegte 3:0 (2:0).

Laufduell zwischen Dresdens Michael Sollbauer und dem Torschützen der Berliner Führung - Marcus Ingvartsen.
Laufduell zwischen Dresdens Michael Sollbauer und dem Torschützen der Berliner Führung - Marcus Ingvartsen.  © Lutz Hentschel

Noch ein erwähnenswerter Fakt: Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf dieser Partie spendet Union den Opfern der Flutkatastrophe in NRW und in Rheinland-Pfalz.

Eine Geste, die mehr zählt als jedes Fußballergebnis!

War die Startelf von Dynamo-Coach Alexander Schmidt schon ein Fingerzeig in Richtung Auftakt am Sonnabend gegen Ingolstadt? Im Tor stand Kevin Broll, klar.

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Dynamo Dresden Nach Krawallen rund um Dynamo-Spiel: Weitere Tatverdächtige stellen sich

Die Dreierkette bildeten von rechts Michael Sollbauer, Paul Will und Tim Knipping. Im Mittelfeld liefen Morris Schröter, Kapitän Yannick Stark, Luca Herrmann und Chris Löwe auf.

Davor agierte Heinz Mörschel als hängende Spitze. Im Sturm kamen Ransford Königsdörffer, der nach 30 Testminuten für "Pana" Vlachodimos Platz machte, und Christoph Daferner zum Zug.

Die Partie selbst kam für Schmidt zum richtigen Zeitpunkt, es deckte noch einige Schwächen auf, die abgestellt werden müssen. Das Anlaufverhalten der Dresdner passte eigentlich.

Union kam im eigenen Spielaufbau selten in die Spur. Was Berlin aber buchstäblich erstklassig machte, waren die Konter. Da brannte es immer, weil die Absicherung nach Ballverlusten fehlte. Vier solcher Tempogegenstöße fuhren die Eisernen, zwei saßen. Immer war Marcus Ingvartsen die Zielperson.

Mannschaftsaufstellung der SG Dynamo Dresden beim FC Union Berlin

Holt Dynamo Julius Kade von Union Berlin per Leihe zurück?

Morris Schröter grämt sich, weil die Berliner getroffen haben und jubeln können.
Morris Schröter grämt sich, weil die Berliner getroffen haben und jubeln können.  © Lutz Hentschel

Nach einer Flanke von Andreas Voglsammer köpfte er aus fünf Metern, Broll (23.) parierte prächtig, wenig später probierte er aus 25 Metern, wieder war Broll da. Beim 1:0 (37.) lief der Däne Sollbauer davon und zimmerte die Kugel aus spitzem Winkel unters Dach. Beim 2:0 war er der Vorbereiter.

Nach einem langen Ball überlupfte er Broll, Will klärte spektakulär auf der Linie - Voglsammer (45.) staubte ab. Kurz zuvor hatte Will nach einer Ecke die dicke Chance zum Ausgleich.

Seinen trockenen Schuss hielt Andreas Luthe stark. Nach der Pause kam Dynamo zu mehr Ballbesitz, aber Union traf wieder.

Vlachodimos-Schock! Der nächste Dynamo-Profi mit Kreuzbandriss
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Nach einer Ecke von Ingvartsen - wer sonst - stieg Robin Knoche (54.) hoch und köpfte knallhart ein. Gleich danach ging dieser dänische Unruheherd vom Feld und die Gäste bekamen mehr Ruhe in die Abwehr rein. Allerdings lief im Vorwärtsgang bei den Schwarz-Gelben nicht viel. Luka Stor (75.) hatte ein Riesenbrett.

Allein vor Luthe wollte er Vlachodimos bedienen, statt es selbst zu machen. Sein Pass ging ins Nirgendwo. "Pana" selbst scheiterte kurz vor Schluss am Fuß des Union-Keepers. Übrigens: Julius Kade war der einzige Berliner Feldspieler, der nicht zum Einsatz kam. Wohl nicht ohne Grund.

Im Stadion machten Gerüchte die Runde, Dresden will ihn für ein Jahr von Union per Leihe zurückholen.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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