Dynamo verteilt zu viele Geschenke: Schon drei Eigentore in den ersten 14 Spielen!

Dresden - Es gibt Dinge, die kannst du nicht erklären, außer vielleicht mit Pech. Dreimal traf Dynamo Dresden in dieser Saison bereits ins eigene Tor. Immerhin dreimal so oft wie in der gesamten vergangenen Saison. Das macht Platz zwei in der Eigentor-Tabelle, nur der FC Erzgebirge Aue traf einmal häufiger ins eigene Netz.

Kevin Ehlers (21) traf zweimal binnen eines Jahres ins eigene Netz.
Kevin Ehlers (21) traf zweimal binnen eines Jahres ins eigene Netz.  © Lutz Hentschel

Vor elf Monaten am 18. Dezember war Kevin Ehlers (21) beim FC Ingolstadt 04 der Pechvogel, nachdem er vom damals noch für den FCI spielenden Stefan Kutschke (33) angeköpft wurde - kann passieren.

So wie auch zwei der drei Eigentore in der aktuellen Saison.

1. Spieltag gegen den TSV 1860 München: Stefan Lex (32) flankte von der linken Seite scharf hinein, wiederum Ehlers versuchte den Ball mit einer Grätsche zu klären, spitzelte das Spielgerät aber so an Keeper Stefan Drljaca (23) vorbei.

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Ähnlich auch Eigentor Nummer drei vom vergangenen Wochenende in Mannheim: Scharfe Flanke von Marten Winkler (20) von der linken Seite, Claudio Kammerknecht (23) löffelte unter den Ball und Keeper Sven Müller (26) konnte nicht mehr eingreifen.

"Kammer war am Boden zerstört, tut mir richtig leid für den Jungen. Keiner will, dass sowas passiert, aber es passiert halt gerade", nahm Markus Anfang (48) den Innenverteidiger in Schutz.

Slapstick pur: Michael Akoto (25, l.) wollte zu Stefan Drljaca (23) köpfen, doch der rutschte weg.
Slapstick pur: Michael Akoto (25, l.) wollte zu Stefan Drljaca (23) köpfen, doch der rutschte weg.  © DPA/Robert Michael

Markus Anfang will die Eigentor-Misere nicht überbewerten

Claudio Kammerknecht (23, vorn) lässt der Schreck nach dem Eigentor zu Boden sinken.
Claudio Kammerknecht (23, vorn) lässt der Schreck nach dem Eigentor zu Boden sinken.  © IMAGO/Alfio Marino

"Solche Drehbücher kannst du nicht schreiben, dass so ein Eigentor wieder entsteht. Am Ende ist es aber immer noch Fußball, nicht mehr. Klar sind es scharfe Bälle auf den ersten Pfosten, neun von zehnmal klärst du den aber sauber. Ob man es immer zum Kopfthema machen muss, weiß ich nicht. Wir sollten nicht mit dem Finger auf Einzelne zeigen."

Zumindest aber beim zweiten Eigentor in dieser Saison kann man fehlende Abstimmung als Hauptgrund anführen: Am 11. Spieltag gegen den VfL Osnabrück köpfte Michael Akoto (25) zurück auf Keeper Drljaca, der aber hatte sich bereits woanders positioniert und rutschte beim Rettungsversuch noch aus.

Wie aber kann man verhindern, überhaupt in solche Situationen zu kommen? Brauchen die Schwarz-Gelben psychologische Hilfe?

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Anfang wiegelt ab: "Klar kannst du einen Psychologen dazu nehmen. Bei der Situation ist es aber nicht entscheidend, ob man vorher mit einem gesprochen hätte. Dann triffst du den Ball nicht anders - genauso wie bei Ehle und Michael."

Anfangs Rezept für die letzten drei Saisonspiele: "Wir müssen uns der Situation stellen und gemeinsam durchgehen. Dann werden wir auch gestärkt da rauskommen."

Titelfoto: dpa/Robert Michael, IMAGO/Alfio Marino

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