Dynamo verschenkt 2:0-Führung und steigt als Letzter ab

Dresden - Irgendwo war es ein Spiegelbild der ganzen Saison. Überlegen gespielt, locker-lässig durch Tore von Marco Terrazzino (23.) und Patrick Schmidt (59.) 2:0 geführt, zig Chancen für weitere Tore gehabt, in den letzten 15 Minuten abgebaut und noch den Ausgleich zum 2:2 kassiert.

Marco Terrazzino (m) bejubelt seinen Treffer zur 1:0-Führung
Marco Terrazzino (m) bejubelt seinen Treffer zur 1:0-Führung  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Dynamo belohnte sich wieder einmal nicht. Dresden geht als Tabellenletzter aus der Liga. Die Spieler kamen mit sportunspezifischer Kleidung aufs Feld. Sie trugen Jeansjacken und ehrten damit Dresdens bekanntesten Jeansjacken-Träger Ralf Minge. Auf der Rückseite war sein Konterfei abgebildet. 

"Danke für alle Mingus" stand darunter. Der scheidende Sportgeschäftsführer selbst verfolgte die Partie auf der Pressetribüne und nahm die Geste zufrieden mit einem Lächeln zur Kenntnis. An seinem 27. Geburtstag bekam Tim Boss ein großes Geschenk. 

Er durfte erstmals ins Dynamo-Tor - und wohl auch zum letzten Mal, sein Vertrag läuft aus. Nach zwei Jahren ohne Punktspielpraxis machte er seine Sache gut. 

Die ersten Minuten zeigten das große Dresdner Problem in dieser Saison. Dynamo spielte gut, couragiert, ließ den Ball laufen, aber vorn drin die Konsequenz vermissen. Nach fünf Minuten hatte die SGD schon drei gute Aktionen, bei der besten köpfte Ondrej Petrak (5.) eine Ecke völlig frei vorbei. 

Dynamo verschenkt 2:0-Führung

Jannis Nikolaou im Zweikampf gegen Osnabrücks Assan Ceesay.
Jannis Nikolaou im Zweikampf gegen Osnabrücks Assan Ceesay.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Kurze Zeit später ließ Godsway Donyoh einen Riesen aus, verfehlte das Tor völlig frei aus 15 Metern. Besser machte er es als Vorlagengeber: Von Niklas Kreuzer geschickt, flankte er butterweich in die Mitte, Marco Terrazzino stieg hoch und köpfte ein - 1:0 (23.). 

Dort hatten auch in der Folge die Schwarz-Gelben viele gute Kontermöglichkeiten. Die zweiten 45 Minuten brauchten paar Minuten, um in Schwung zu kommen. Osnabrück wurde stärker und drückte auf den Ausgleich. 

Just in jenem Moment fuhr Dynamo den perfekten Konter: Josef Husbauer trieb den Ball durchs Mittelfeld, passte im richtigen Moment zu Patrick Schmidt, der noch einen Haken schlug und mit links aus elf Metern verwandelte - 2:0 (59.). 

Das freute auch die tausenden Fans, die vorm Stadion das Spiel verfolgten und dort ihre laut- und raketenstarke Party feierten. Es waren so viele, das nicht einmal mehr die Straßenbahn fuhr. 

Zum Warmmachen trug die Mannschaft Jeansjacken.
Zum Warmmachen trug die Mannschaft Jeansjacken.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Sie wurden auch nicht leiser, als ihre Lieblinge binnen fünf Minuten den Vorsprung leichtfertig herschenkten. Erst traf Anas Ouahim (76.) völlig frei, dann versenkte Niklas Schmidt einen Freistoß aus 18 Metern sehenswert (81.). Das war's vorerst, 2. Liga!

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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