Dynamo will sich gegen Darmstadt fast 600.000 Euro Weihnachtsgeld verdienen

Dresden - Weihnachtsmeister der 3. Liga ist Dynamo Dresden schon. Beim DFB-Pokalspiel gegen SV Darmstadt 98 will sich die SGD wie von Geisterhand ihr Weihnachtsgeld abholen.

Kapitän Sebastian Mai (27) mit einem extra großen Geisterticket und Luftballons. Er kann das geschmückte Rudolf-Harbig-Stadion von der Tribüne aus genießen. Er ist verletzt, aber als Fan seiner Mannschaft dabei.
Kapitän Sebastian Mai (27) mit einem extra großen Geisterticket und Luftballons. Er kann das geschmückte Rudolf-Harbig-Stadion von der Tribüne aus genießen. Er ist verletzt, aber als Fan seiner Mannschaft dabei.  © SGD/Steffen Kuttner

Knapp 600.000 Euro gibt es für das Erreichen des Achtelfinals im DFB-Pokal. Dafür muss Zweitligist Darmstadt ausgeschaltet werden.

Zur Unterstützung kommen 62.000 Geister mit ins Stadion, die am gestrigen Montag damit begonnen haben, 30.000 Luftballons in Schwarz und Gelb aufzublasen.

Die Aktion "30.000 Geister für Dynamo" lief wie Schmitdts Katze. Stand Montagabend wurde das Rudolf-Harbig-Stadion zweimal ausverkauft gemeldet. Käufer aus aller Welt besorgten sich 62.000 Tickets zu je 5 Euro. Das allein ist ein Umsatz von 310.000 Euro.

Wenn man dazu noch bedenkt, dass besondere Kartennummern - wie zum Beispiel die 01953 - versteigert wurden, dürfte es noch ein hübsches Sümmchen mehr sein.

Doch egal, was am Ende für eine Summe herauskommt, man darf zum wiederholten Mal feststellen: Dynamo ist anders!

Laut Dynamo-Coach Kauczinski ist Geld im DFB-Pokal "nicht unser Hauptanreiz"

Geisterstadion! Nur 30.000 schwarz-gelbe Luftballons werden am Dienstagabend live vor Ort sein. Die anderen Fans sind im Geiste dabei.
Geisterstadion! Nur 30.000 schwarz-gelbe Luftballons werden am Dienstagabend live vor Ort sein. Die anderen Fans sind im Geiste dabei.  © Lutz Hentschel

Diese Aktion verbunden mit einem möglichen Weiterkommen würde eine fast siebenstellige Summe in den arg geschrumpften Honigtopf fließen lassen. Aber dafür müssen die fleißigen Bienen gegen Darmstadt ausschwärmen und zur Not auch mal stechen.

"Wir sind uns der Verantwortung gegenüber dem Verein bewusst", weiß SGD-Trainer Markus Kauczinski. "Aber das Geld ist nicht unser Hauptanreiz, wir wollen sportlich etwas erreichen", sagt der 50-Jährige.

Nun trifft also der souveräne Tabellenführer der 3. Liga, der seit acht Spielen nicht mehr verloren hat, auf den Zehnten der 2. Liga. Der Favorit ist gegeben.

Vom Personal her dürfte Kauczinski alle wieder fit bekommen - mal von den Langzeitverletzten abgesehen. In Köln beim harten 4:2-Sieg gab es ordentlich auf die Strümpfe. Da gab es blaue Flecken.

Aber mit Hinblick aufs Pokalspiel beißt man schon mal auf die Zähne. Aufs Sofa kann man sich zu Weihnachten legen.

Dynamo Dresden will gegen Darmstadt "nochmal alles raushauen"

Laut Coach Markus Kauczinski (50) muss Dynamo gegen Darmstadt noch einmal einen "Schweinehund überwinden".
Laut Coach Markus Kauczinski (50) muss Dynamo gegen Darmstadt noch einmal einen "Schweinehund überwinden".  © Lutz Hentschel

Was allerdings fehlen könnte: Die Puste - auch wenn die Spieler eher keine Ballons aufblasen müssen. Hat die Mannschaft noch Luft für mindestens 90 Minuten?

"Ich denke schon, dass wir Körner gelassen haben. Wir haben im offensiven Bereich mehrfach wechseln können", glaubt Kauczinski, dass es an der Kraft im Angriff nicht scheitern wird.

In der Defensive sieht es durch die vielen Ausfälle anders aus. Da mussten die Jungs jetzt durchspielen. "Ich glaube, in diesem Spiel heißt es, über den Punkt zu gehen, noch einmal diesen Schweinhund zu überwinden. Wir sind ja in der Lage, im Pokal fünfmal zu wechseln", so der Coach.

"Wir werden bis zur letzten Patrone kämpfen, nochmal alles raushauen." Und im besten Fall 600.000 Euro kassieren.

Titelfoto: SGD/Steffen Kuttner

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