Dynamos Bilanz eines Absteigers, Aue weg vom Fenster, Carl Zeiss Jena sorgt für Spannung!

Deutschland - Die sächsischen Zweitligisten schlagen sich weiterhin nicht gut! Besonders bitter lief das Wochenende für Dynamo Dresden. Die SGD verlor das Sechs-Punkte-Spiel beim SV Sandhausen mit 1:2, hat nur noch geringe Restchancen, den Kontrahenten zu überholen und den Klassenerhalt auf direktem Weg zu schaffen.

SGD-Coach Guerino Capretti (40) verpasste auch beim SV Sandhausen seinen ersten Sieg mit Dynamo Dresden.
SGD-Coach Guerino Capretti (40) verpasste auch beim SV Sandhausen seinen ersten Sieg mit Dynamo Dresden.  © picture point/Sven Sonntag

Schließlich liegt der SVS nun satte sechs Punkte vor den Schwarz-Gelben. Bei nur noch fünf ausstehenden Partien eine Herkulesaufgabe, die lediglich mit einer Siegesserie zu lösen wäre.

Doch bekanntlich wartet Dynamo in diesem Jahr noch auf den ersten Dreier überhaupt. So hart es auch klingt: Das ist nüchtern betrachtet die Bilanz eines Absteigers.

So hofft nicht nur Coach Guerino Capretti (40) auf den brustlösenden ersten Erfolg mit seinem Team, sondern auch die Mannschaft. Und zwar seit dem 12. Dezember, als man mit Glück 1:0 beim FC Erzgebirge Aue gewann.

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Zwar teilten sich die Dresdner 2022 sechsmal die Punkte und waren mehrfach nah am ersten Sieg dran. Doch wer es so oft verpasst, eine Begegnung für sich zu entscheiden, der steht zu Recht auf Rang 16 und muss sich in den kommenden Wochen verstärkt auf die Nervenschlacht Relegation einstellen. Dort wartet dann ein Drittligist, der vermutlich gut in Form ist und wenig zu verlieren hat.

So wie aktuell Eintracht Braunschweig. Die Löwen gewannen am Wochenende bei Markus Kauczinski (52) und dem SV Wehen Wiesbaden dank Jannis Nikolaou (28) im Duell der Ex-Dynamos mit 1:0 und festigten den dritten Rang. Wer sich den Eintracht-Kader anschaut, der entdeckt dort viele Profis mit Zweitliga-Erfahrung und Qualität. Einfach werden diese beiden Relegationspartien voraussichtlich nicht - sofern es wirklich so weit kommt.

TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl beschäftigt sich in seiner wöchentlichen Kolumne diesmal wieder unter anderem mit der sportlichen Lage bei Dynamo Dresden und beim FC Erzgebirge Aue.
TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl beschäftigt sich in seiner wöchentlichen Kolumne diesmal wieder unter anderem mit der sportlichen Lage bei Dynamo Dresden und beim FC Erzgebirge Aue.  © picture point/Sven Sonntag

FC Erzgebirge Aue hat früh Liga-Planungssicherheit für die kommende Saison

Betretene Gesichter beim FC Erzgebirge Aue. Die Veilchen sind nun Tabellenletzter der 2. Bundesliga.
Betretene Gesichter beim FC Erzgebirge Aue. Die Veilchen sind nun Tabellenletzter der 2. Bundesliga.  © picture point/Sven Sonntag

Noch düsterer sieht es für den FC Erzgebirge Aue aus, der gegen Hannover 96 mit 1:3 verlor. Damit bauten die Niedersachsen nicht nur ihren Vorsprung auf den FCE, sondern auch auf Dynamo aus (16 bzw. sieben Punkte).

Weil der FC Ingolstadt 04 zudem ein 1:1 beim SSV Jahn Regensburg holte, sind die Veilchen nun wegen des schlechteren Torverhältnisses Zweitliga-Schlusslicht und nicht mehr zu retten.

Zwar konnte man der Mannschaft den Willen nicht absprechen, doch wie so oft in dieser Saison fehlte Aue das Spielglück und die Qualität in Offensive sowie Defensive.

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27:61 Tore nach 29 Partien untermauern das nachhaltig. Wer nur vier Begegnungen für sich entscheiden kann, der hat rein sportlich nichts in der 2. Bundesliga zu suchen und steigt zu Recht ab.

Jetzt gilt es für die Verantwortlichen, aus den Fehlern der vorherigen Transferperioden zu lernen und im kommenden Sommer besser zu agieren.

Eventuell nutzt man beim FCE ja auch die frühere Liga-Planungssicherheit und nimmt bereits in den kommenden Wochen vielversprechende Akteure unter Vertrag. Zu wünschen wäre das dem sympathischen Verein, der hoffentlich zeitnah den Weg in Deutschlands Fußball-Unterhaus zurückfindet.

FC Carl Zeiss Jena macht es dank Fabian Eisele durch den Erfolg beim BFC Dynamo noch mal spannend

Fabian Eisele (27) schnürte einen Doppelpack und führte den FCC beim BFC Dynamo zum 2:1-Auswärtssieg
Fabian Eisele (27) schnürte einen Doppelpack und führte den FCC beim BFC Dynamo zum 2:1-Auswärtssieg  © Picture Point/Gabor Krieg

Wieder etwas offener ist die Lage im Aufstiegsrennen der Regionalliga Nordost. Danach hatte es vor dem Spieltag nicht ausgesehen.

Doch obwohl Tabellenführer BFC Dynamo im Ostkracher gegen den FC Carl Zeiss Jena früh mit 1:0 in Führung ging, kamen die Gäste zurück, drehten die Partie durch einen Doppelpack von Torjäger Fabian Eisele (27) und liegen nun "nur" noch acht Punkte hinter dem DDR-Rekordmeister.

Und obwohl der 1. FC Lokomotive Leipzig bei Schlusslicht SV Tasmania Berlin sensationell nur 1:1 spielte, kann die Mannschaft von Coach Almedin Civa (49) dank dieser Steilvorlage noch mal Druck ausüben und bis auf vier Zähler an den BFC heranrücken - sofern man beide Nachholspiele für sich entscheidet.

Vier Punkte bei dann noch fünf Spielen und möglicherweise Nervenflattern bei Dynamo - durchaus vorstellbar, dass hier doch noch etwas gehen könnte. Allerdings hat Lok das deutlich schwerere Restprogramm und muss noch gegen den Chemnitzer FC, SV Babelsberg 03, FC Energie Cottbus, Hertha BSC II, die BSG Chemie und den FSV 63 Luckenwalde antreten.

Christian Benbenneks (49) Team hat mit dem VfB Auerbach, Tennis Borussia Berlin, dem FSV Union Fürstenwalde, Berliner Athletik Klub 07 und der VSG Altglienicke hingegen erst an den letzten beiden Spieltagen knackige Gegner. Zumindest ein bisschen Restspannung ist durch die BFC-Pleite aber noch da.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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