Dynamo-Spieler Löwe überlegt, mit Dresden in 3. Liga zu gehen oder Karriere zu beenden

Dresden - Der zweite Abstieg in Folge. Im Vorjahr ging es für Chris Löwe mit Huddersfield Town aus der Premier League in die Championship, Englands zweite Liga. Er verließ die Insel, ging zu Dynamo Dresden und muss jetzt in die 3. Liga absteigen. 

Mit Huddersfield stieg Chris Löwe (r., gegen Chelseas Davide Zappacosta) in die Premier League auf, vor einem Jahr aber wieder ab.
Mit Huddersfield stieg Chris Löwe (r., gegen Chelseas Davide Zappacosta) in die Premier League auf, vor einem Jahr aber wieder ab.  © imago images/Uk Sports Pics Ltd

Geht er den Weg mit? "Das ist die Eine-Million-Euro-Frage", sagt der 31-Jährige. Er lässt es offen.

Im Raum steht dabei nicht etwa ein Vereinswechsel. Nein, es geht schlichtweg darum, weiter als Profi-Fußballer unterwegs zu sein oder die Töppen an den Nagel zu hängen - mit gerade einmal 31 Jahren wohlgemerkt. 

Löwe hat als Deutscher Meister, Pokalsieger, Premier-League-Aufsteiger und mit dem Klassenerhalt ein Jahr später mit Huddersfield verdammt viel Sonne im Fußballer-Leben gesehen - aber in den letzten 24 Monaten, typisch englisch, auch viel Regen. 

"Ich kann es ehrlich nicht beantworten. Es sind so viele Sachen, die mir im Kopf herumgehen. Die letzten zwei Jahre waren ganz, ganz extrem belastend für meine Familie und mich", gibt der gebürtige Plauener zu.

Er deutet sein Karriereende zumindest an: "Jetzt geht es darum, kann ich noch einmal den Ehrgeiz auf den Platz bringen, den ich hatte. Kann ich das alles noch einmal so machen, wie ich es über ein Jahrzehnt lang gemacht habe oder kann ich es nicht mehr", fragt er sich.

"Fakt ist eins: Entweder ich gehe mit Dynamo mit oder es ist vorbei. Ich werde nicht noch einmal ein anderes Trikot anziehen", sagt Löwe klar und deutlich.

War die Tätlichkeit in Sandhausen, für die Chris Löwe die Rote Karte sah, seine letzte Aktion als Profi?
War die Tätlichkeit in Sandhausen, für die Chris Löwe die Rote Karte sah, seine letzte Aktion als Profi?  © dpa/Uwe Anspach
Im vergangenen Sommer war Chris Löwe Dynamos Königstransfer. Die großen Erwartungen konnte er leider nicht erfüllen.
Im vergangenen Sommer war Chris Löwe Dynamos Königstransfer. Die großen Erwartungen konnte er leider nicht erfüllen.  © imago images/Steffen Kuttner

Chris Löwes Gesundheit "hat in den letzten beiden Jahren tüchtig gelitten"

Mit Dynamo erlebte Chris Löwe (l., gegen Vagnoman vom HSV) eine katastrophale Saison.
Mit Dynamo erlebte Chris Löwe (l., gegen Vagnoman vom HSV) eine katastrophale Saison.  © Lutz Hentschel

Den Dynamo-Fans, die Löwe spätestens seit dem Wutausbruch in Kiel vor laufenden Kameras als einen der ihren ansehen, dürfte das gefallen. Dynamo oder gar nix.

Er will das jetzt erst einmal alles mit sich ausmachen, genau überlegen, ob er die Energie für einen Neustart in der 3. Liga hat. 

Denn das wäre es für ihn. Dort hat er noch nie gespielt. Die Gesundheit, auch die mentale, ist für ihn das wichtigste Gut. 

"Und die hat in den letzten beiden Jahren tüchtig gelitten." Der zweite Schritt nach den persönlichen Kriterien wäre, wer die sportliche Verantwortung im Verein übernimmt, wie die Vorstellungen desjenigen aussehen und was Trainer Markus Kauczinski will. 

"Das hängt alles mit zusammen. Natürlich spielen die Verantwortlichen und der Trainer eine große Rolle. Aber an erster Stelle steht es, das mit mir selbst auszumachen."

Gut möglich also, dass die Tätlichkeit zum ersten Platzverweis seiner Karriere in Sandhausen die letzte Aktion seiner Laufbahn war...

Titelfoto: imago images/Steffen Kuttner

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