Dynamo-Coach Kauczinski zu irrem Pensum: "Gar keine Chance, das alles auszukurieren"

Dresden - Wunden lecken war am Samstag für Dynamo Dresden angesagt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Zum einen waren da die mentalen Schmerzen nach dem so bitteren 0:1 gegen den Hamburger SV und zum anderen die körperlichen. 

Gab wieder alles: Dynamo-Hüne Simon Makienok (M.), hier im Luftkampf mit Timo Letschert (l.).
Gab wieder alles: Dynamo-Hüne Simon Makienok (M.), hier im Luftkampf mit Timo Letschert (l.).  © Lutz Hentschel

Vom Kopf her kriegt Dynamo-Trainer Markus Kauczinski seine Truppe sicher wieder hin, anders sieht es da schon bei den Verletzungen aus.

Bestes Beispiel ist die dänische Massiveiche Simon Makienok. Als er am Freitag vorm Spiel aus seinem Auto stieg, konnte keiner glauben, dass der Junge 90 Minuten durchhält. 

Er brauchte gut 30 Meter, ehe er so einigermaßen im Gang war. Nun liegt ein weiteres brutales Spiel hinter ihm, in dem er keinen Zweikampf scheute, sich seine Knochen weiter polieren ließ. 

Seinen Mitspielern ging es nicht anders. Das viel beschworene Zahnfleisch ist schon blutrot. 

"Wir haben doch gar keine Chance, das alles auszukurieren, wir stellen die Spieler einfach wieder rein", verweist Kauczinski mit Blick auf die Deutschland-Tour der nächsten Tage.

Wenn die Partie am Montag in Bielefeld zu Ende ist, zeigt die Uhr 22.30 Uhr. Der Anpfiff in Kiel erfolgt am Donnerstag um 18.30 Uhr. 

Dazwischen liegen gerade einmal 68 Stunden und 1000 Flugkilometer. Zwischen Anpfiff in Kiel und dem Anpfiff in Sandhausen sind es gar nur 67 Stunden und weitere 1000 Kilometer im Flugzeug. 

Dynamo Dresdens Coach Markus Kauczinski zum HSV-Spiel: "Wir waren stehend k.o"

Macht sich Riesen-Sorgen, wie seine Dynamos die nächsten Spiele überstehen können: Markus Kauczinski.
Macht sich Riesen-Sorgen, wie seine Dynamos die nächsten Spiele überstehen können: Markus Kauczinski.  © Lutz Hentschel

Da kann keine Regeneration funktionieren und das Ausheilen von Wunden gleich gar nicht.

Der Abnutzungskampf gegen den HSV hat die deutlichen Spuren nur noch verstärkt. "Wir waren stehend k.o. Das hat man uns angesehen. Immer wieder aufzustehen, sich aufzuraffen, das hat weh getan", so der Trainer.

"Mir ist jetzt erst einmal bewusst geworden, was hier alles abgeht, dieser Drei-Tages-Rhythmus, sich diesem zu stellen, zu kämpfen. Wir erkennen das an und trotzdem fehlen mir die Worte. Mir tut das unheimlich weh fürs Team."

Und auch Kauczinski kam noch mal auf Makienok zu sprechen. "Ihm ist doch bei der letzten Aktion das Laktat aus den Ohren gelaufen. Aber wir dürfen uns nicht nur auf den Langen verlassen, dass er den Ball irgendwie rein köpft", richtet er den Blick auf Montag.

"Wir müssen andere Mittel und Wege finden. Wucht alleine reicht dann auch nicht. Wir müssen als Mannschaft gefährlicher werden. Wir werden ein besseres Timing, eine bessere Mischung finden müssen", fordert er.

Mit welchem Team will er das am Montag packen? "Ich muss sehen, wenn ich aufs Tablett bringen kann. Jeden Morgen vorm Spiel gucke ich, wer ist fit, wer kann überhaupt auflaufen." Kauczinski wird es wohl erst Montagnachmittag entscheiden. 

Titelfoto: Lutz Hentschel

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