Dynamo-Coach Kauczinski und sein neues System: "Das ist alles noch ein bisschen wild"

Dresden/Heiligenstadt - Irgendwo ist das im Hinterkopf: Man vergleicht. Markus Kauczinski im Januar in Spanien, Markus Kauczinski jetzt in Thüringen. Beide Male war er sehr engagiert bei der Sache. Aber jetzt ist etwas anders. 

Engagiert auf dem Trainingsplatz: Markus Kauczinski gestikuliert...
Engagiert auf dem Trainingsplatz: Markus Kauczinski gestikuliert...  © Lutz Hentschel

Der Coach steht bei Trainingsspielen nicht am Rand, sondern mittendrin. Er unterbricht häufiger, erklärt Spielzüge, erläutert Abläufe - und wird dabei schon mal lauter.

Zu Jahresbeginn in Spanien war er mehr Beobachter. Er erklärte zwar auch viel, aber meist nach den Einheiten. Er ließ es laufen. Nun agiert Kauczinski anders, muss er vielleicht auch, schließlich will er den Kickern ein neues System einimpfen. 

Weg vom defensiveren, abwartenden Stil, hin zum Ballbesitz-Fußball. Dynamo Dresden wird beinahe in jeder Partie als Favorit in die 90 Minuten gehen. Da ist nix mit Abwarten. Hohes, offensives Pressing auf der einen, sicheres Aufbauspiel auf der anderen Seite. Das System braucht seine Zeit. Daher die Unterbrechungen.

Als genau das sichere Aufbauspiel aus der Abwehr heraus mal nicht funktionierte, machte er ein Break. "Wir machen genau das, was wir nicht wollen", wurde er laut, erklärte, gestikulierte, brachte die Leute in die richtigen Positionen. 

... gibt auch mal Beifall oder...
... gibt auch mal Beifall oder...  © Lutz Hentschel

Dynamo Dresden trifft am heutigen Freitag auf Eintracht Braunschweig

... gibt die Richtung vor.
... gibt die Richtung vor.  © Lutz Hentschel

Als der nächste Spielzug klappte, riss er die Arme hoch: "Jaaa, seht ihr. So sieht's aus", lobte der Trainer.

Die Mannschaft ist noch neu, zwölf Neue müssen weiter integriert werden. Auch das ist für Kauczinski ein Grund, immer wieder die Spiele zu stoppen und seine Sichtweise zu erklären.

"Das ist alles noch ein bisschen wild. Wir gehen sehr viel Risiko an jeder Stelle. Man muss ein Gefühl entwickeln, an welcher Stelle spiele ich wie. Auch irgendwo mal Ruhe reinzukriegen. Das Tempo, das wir gehen, werden wir nicht durchhalten, sondern man muss einen Rhythmus finden, daran muss man arbeiten. Das ist, glaube ich, das Schwerste als Mannschaft", erläutert er.

Für ihn wird es mit der Zeit kommen. Auch über die Testspiele. Am heutigen Freitag steht das erste im Camp an. Dresden spielt am Nachmittag gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig.

Für die Löwen ist es bereits der dritte Test, den ersten verloren sie mit 0:2 gegen den SV Werder Bremen, den zweiten gewannen sie mit 1:0 gegen den VfL Wolfsburg.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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