Dynamo-Coach Kauczinski wie einst der Kaiser? "Geht's raus und spielt Fußball!"

Dresden - Was soll jetzt noch groß erklärt werden vor dem Spiel von Dynamo Dresden beim SV Sandhausen? Alles ist besprochen, die Faktenlage seit Tagen unverändert.

"Geht's raus und spielt Fußball!" Das sagte Franz Beckenbauer vorm WM-Finale 1990 in Rom gegen Argentinien seinen Kickern. Die taten genau das und holten den WM-Pokal, den Teamchef Beckenbauer hier in die Luft reckt.
"Geht's raus und spielt Fußball!" Das sagte Franz Beckenbauer vorm WM-Finale 1990 in Rom gegen Argentinien seinen Kickern. Die taten genau das und holten den WM-Pokal, den Teamchef Beckenbauer hier in die Luft reckt.  © imago images/Horstmüller

Die Möglichkeit auf den Klassenerhalt gleicht der Wahrscheinlichkeit von einem Fünfer im Lotto. 

Sie ist da, auch größer als bei einem Sechser mit Zusatzzahl. Trotzdem ist sie gering. Heißt das Motto daher: "Geht's raus und spielt Fußball!"?

Franz Beckenbauer, der Kaiser, hat den Spruch einst geprägt, Markus Kauczinski könnte ihn übernehmen. "Eigentlich", sagte er zur Spieltagspressekonferenz, "machen wir seit dem Re-Start nichts anderes. Wir versuchen es, wir machen es, wir stehen immer wieder auf", so der 50-Jährige.

Es hat aus allerlei Gründen nicht viel gebracht. Dresden war am 31. Mai Letzter und ist es noch. Vielleicht löst das jetzt Fesseln, in der eigenen Hand haben es die Dynamos nicht mehr. 

Druck dürfte keiner mehr verspüren. Die Jungs können einfach Fußball spielen. "Kann durchaus sein, dass so etwas hilft", gibt Kauczinski zu.

Nachdenken, welche Folgen irgendein Fehlschuss hat, muss keiner mehr. 

"Alles oder nichts" war einmal. Also, einfach raus und spielen! Zudem ist der SVS längst durch, ein Spannungsabfall bei den Rand-Heidelbergern dürfte da sein.

Trainer Markus Kauczinski will allen Widrigkeiten zum Trotz mit seinen Jungs heute beim SV Sandhausen nach dem letzten Strohhalm greifen und gewinnen.
Trainer Markus Kauczinski will allen Widrigkeiten zum Trotz mit seinen Jungs heute beim SV Sandhausen nach dem letzten Strohhalm greifen und gewinnen.  © Lutz Hentschel

Dynamo Dresdens Defensivspieler Jannis Nikolaou kehrt nach seiner Gelbsperre zurück

Szene von der 1:3-Pleite beim bis dato letzten Dresdner Auftritt im Stadion am Hardtwald am 13. April 2019: Florian Ballas (Nr. 23) köpft vor Tim Kister. Dieses Duell könnte es auch heute wieder geben.
Szene von der 1:3-Pleite beim bis dato letzten Dresdner Auftritt im Stadion am Hardtwald am 13. April 2019: Florian Ballas (Nr. 23) köpft vor Tim Kister. Dieses Duell könnte es auch heute wieder geben.  © imago images/Jan Hübner

Kauczinski weiß, dass seine Jungs die Partie mit vollem Ernst angehen werden, sich keiner hängen lässt. 

"Es besteht eine theoretische Chance, und wir wissen, dass diese sehr gering ist. Trotzdem sind wir uns das selbst wert und den Leuten hier verpflichtet, diese minimale Wahrscheinlichkeit bestmöglich in Angriff zu nehmen", sagte er.

"Wir wissen heute noch nicht, wo wir in zwei Tagen die Kraft hernehmen sollen, um wieder aufzustehen. Aber ich kann versprechen: Wir werden wieder aufstehen, werden uns wieder dagegenstemmen, werden wieder kämpfen", so der Coach.

Bei seiner Startelf verhält es sich wie so oft. Nach dem Ritt durch Deutschland muss er auch im fünften Auswärtsspiel seit dem 3. Juni warten, wer welche Blessur hat, wer sich noch nicht zu müde fühlt und bereit ist, den inneren Schweinehund zu überwinden. 

Fest steht: Jannik Müller fehlt nach seiner Kieler Ampelkarte, dafür hat Jannis Nikolaou seine Gelbsperre abgebrummt. 

Er wird mit großer Sicherheit in der ersten Elf stehen und die Worte seines Trainers empfangen: "Geht's raus und spielt Fußball!" 

Titelfoto: Lutz Hentschel

Mehr zum Thema Dynamo Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0