Dynamo-Coach Kauczinski zum fast leeren Stadion: "Es fehlte etwas!"

Dresden - 999 Zuschauer - mehr ging nicht. Derbys sind in jeder Saison das Salz in der Suppe. Wer erinnert sich nicht gern an Dynamo Dresdens 2:1 gegen Aue im März vor ausverkauftem Haus? Das waren Emotionen pur. 

Nur 999 Zuschauer verloren sich im Harbig-Stadion - da konnte keine echte Derbystimmung aufkommen.
Nur 999 Zuschauer verloren sich im Harbig-Stadion - da konnte keine echte Derbystimmung aufkommen.  © DPA/Robert Michael

Dem Rudolf-Harbig-Stadion flog das Dach weg. Und am gestrigen Sonnabend? "Es fehlte etwas", sagte Dynamo-Trainer Markus Kauczinski nach dem 1:0 gegen den 1. FC Magdeburg.

Da die Elbe, dort die Elbe. Die Duelle zwischen beiden Vereinen glühen immer. Doch Corona bremst nicht nur das öffentliche Leben aus, sondern auch die Stimmung beim Fußball

Keine 32.000 wie im Normalfall, keine 10.000 wie noch gegen den SV Waldhof Mannheim. 999 waren es. 

"Es ist nicht zu vergleichen, wenn dann hier die Bude voll ist und auch Gästefans dabei sind", bedauerte Kauczinski. 

"Unsere 999 haben wirklich Krach gemacht, das war bewundernswert. Sie haben versucht, für 10.000 Krach zu machen. Das war echt geil. Aber es war natürlich etwas anderes", so der Dynamo-Coach.

Magdeburgs Coach Thomas Hoßmang kennt die Dresdner Emotionen aus eigener Erfahrung. Er hat Schlachten für Dynamo auf dem Platz geschlagen. 

"Ich habe als Spieler Derbys gespielt. Da geht es ab, da sind Emotionen dabei, das saugst du dann auch auf. Die 1000 Leute waren klasse. Trotzdem war es nicht so ein Derby, wie wenn die Hütte hier voll ist", so der 53-Jährige.

FCM-Coach Thomas Hoßmang (r.) gratulierte seinem Dresdner Kollegen Markus Kauczinski nach der Partie sportlich fair.
FCM-Coach Thomas Hoßmang (r.) gratulierte seinem Dresdner Kollegen Markus Kauczinski nach der Partie sportlich fair.  © DPA/Robert Michael

Dynamo Dresden gegen den FSV Zwickau wieder vor deutlich mehr Fans?

Aber nicht nur beide Trainer haben sich geärgert. Auch mehr als 9000 Dynamos-Fans, die Tickets hatten, aber wenige Stunden vor der Partie passen mussten, klatschten nicht unbedingt Beifall. Eine bittere Situation für die enttäuschten Anhänger. Aber der Sieg wird sie alle (teil-)entschädigt haben.

Ob in zehn Tagen zum nächsten Derby gegen den FSV Zwickau wieder mehr Zuschauer ins Stadion dürfen, entscheiden allein der Virus und die davon abhängigen Fallzahlen.

Titelfoto: DPA/Robert Michael

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