Dynamo-Eigengewächs Simon Gollnack erzielt erstes Tor für neuen Verein!

Sinsheim - Simon Gollnack (19) hat endlich sein erlösendes erstes Saisontor geschossen! Das Eigengewächs von Dynamo Dresden, das im Sommer an die TSG 1899 Hoffenheim II in die Regionalliga Südwest abgegeben wurde, erzielte am Freitagabend das 1:0 für die jungen Kraichgauer.

Simon Gollnack (19) wurde sechseinhalb Jahre bei Dynamo Dresden ausgebildet und schaffte es bis in den Profikader, konnte sich hier aber nicht durchsetzen.
Simon Gollnack (19) wurde sechseinhalb Jahre bei Dynamo Dresden ausgebildet und schaffte es bis in den Profikader, konnte sich hier aber nicht durchsetzen.  © Lutz Hentschel

In seiner typischen Art und Weise drückte er einen nach vorn abgewehrten Schuss im Nachsetzen über die Linie. Zudem bereitete er den 2:0-Endstand vor und war damit der Matchwinner der Mannschaft von Trainer Kai Herdling (37) gegen den VfB Stuttgart II.

"Golle" und sein Team schoben sich durch diesen Heimsieg vorläufig auf Tabellenplatz elf vor und damit an den Schwaben vorbei. Für den bulligen Mittelstürmer dürfte all das eine große Erleichterung gewesen sein.

Schließlich fehlte er zu Saisonbeginn, fand sich dann nur auf der Bank wieder, war erneut krank, musste wieder von draußen zusehen und gab erst Anfang November sein Pflichtspieldebüt für die TSG.

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Gegen Stuttgart stand er nun endlich erstmals in der Startelf und zahlte dieses Vertrauen direkt zurück. So dürfte er auch in den verbleibenden beiden Spielen in diesem Jahr gute Chancen haben, in der Anfangsformation zu stehen. Dabei ist die Konkurrenz auf seiner Position groß. Mit Nick Proschwitz (35) findet sich ein langjähriger Profi als Leader in der Mannschaft wieder, der in bislang 19 Einsätzen 15-mal getroffen und drei Vorlagen gegeben hat. Am 1,92-Meter-Hünen führt daher kein Weg vorbei.

Das gilt eigentlich auch für das herausragende Talent Fisnik Asllani (19), das den Weg in den Kraichgau über den BFC Dynamo und 1. FC Union Berlin fand, wo das Juwel nicht nur eine herausragende Quote hatte (39 Einsätze für die U17 sowie U19, 38 Treffer, 14 Assists), sondern auch mit starken Bewegungen und genialen Aktionen auffiel, die für eine Profikarriere sprechen.

Simon Gollnack erzielte für die TSG Hoffenheim II gegen den VfB Stuttgart ein Tor und gab einen Assist

Simon Gollnack bildete in Dynamo Dresdens U19 ein kongeniales Sturmduo mit Ransford Königsdörffer

Simon Gollnack (19, r.) fiel in Dynamo Dresdens U19 als Torjäger auf. Nun hat er auch für die TSG 1899 Hoffenheim II seinen ersten Treffer erzielt.
Simon Gollnack (19, r.) fiel in Dynamo Dresdens U19 als Torjäger auf. Nun hat er auch für die TSG 1899 Hoffenheim II seinen ersten Treffer erzielt.  © Stefan Bröhl

Genau das kommt Gollnack nun zugute. Asllani ist jetzt bei der Bundesliga-Truppe dabei und gab dort am 20. November beim 2:0-Erfolg gegen RB Leipzig sein Debüt. Deshalb kann sich "Golle" in den Fokus spielen.

Das gelang dem in Weißwasser geborenen Stürmer bei Dynamo leider nicht. So rockte er zwar an der Seite von Ransford-Yeboah Königsdörffer (20) die A-Junioren Bundesliga Staffel Nord/Nordost und den DFB-Pokal seiner Altersklasse mit 19 Toren und einer Vorlage in 23 Einsätzen, tat sich aber mit der Anpassung an den athletischeren und temporeicheren Männerfußball schwer.

Denn Gollnack fehlt die Grundgeschwindigkeit, auch technisch sowie taktisch hat er noch Luft nach oben. Deshalb trainierte er bei der SGD zwar oben mit, kam aber nie zum Einsatz und wurde dann an den tschechischen Zweitligisten FK Usti nad Labem ausgeliehen, wo ihm in zwölf Partien je ein Tor und eine Vorlage gelangen. Da sich an dieser Situation auch in absehbarer Zeit nichts geändert hätte, gab Dynamo ihn an Hoffenheim ab, wo er nun seine Stärken einbringen will.

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Sich mit seinem wuchtigen Körper im gegnerischen Strafraum zu behaupten, vollen Einsatz zu zeigen, zu arbeiten, den Kontrahenten zu stressen, Bälle zu behaupten sowie abzulegen und seinen Torinstinkt einzubringen. Wenn er darüber hinaus noch an seinen Schwächen arbeitet, schafft er es vielleicht doch noch in den Profifußball. Mit erst 19 Jahren hat er dafür jedenfalls noch genug Zeit.

Titelfoto: Stefan Bröhl

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