Dynamo-Fazit nach Trainingscamp: Das Tor-Gen muss zwingend her!

Dresden - Als Dynamo Dresden im Juli 2019 aus Längenfeld (Tirol) wiederkam, befürchtete man, den Gang nach Canossa antreten zu müssen. 

Trotz Corona, trotz Training unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Einige Dynamo-Fans waren doch nach Heilbad Heiligenstadt gekommen. Und so entstand dieses kuriose Gruppenfoto: Mannschaft vorm, Fans hinterm Zaun.
Trotz Corona, trotz Training unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Einige Dynamo-Fans waren doch nach Heilbad Heiligenstadt gekommen. Und so entstand dieses kuriose Gruppenfoto: Mannschaft vorm, Fans hinterm Zaun.  © Lutz Hentschel

Im Camp-Fazit fielen in einem Nebensatz die Worte, dass es die SGD in der kommenden Saison schwer haben könnte, weil irgendetwas in der Truppe fehlt. 

Es kam leider so. In diesem Jahr ist es anders. In der neuen Mannschaft passt viel. Nur das Tor-Gen muss noch her.

In Heilbad Heiligenstadt sind mehrere Dinge beim Drittligisten aufgefallen, die positiv stimmen. Ob das alles reicht, um am Ende das von allen formulierte Ziel Wiederaufstieg zu schaffen, sei jetzt erst einmal dahingestellt. 

In einer Saison kann viel passieren, das hat gerade die letzte eben schmerzlich gezeigt. Da muss alles passen. Was jetzt schon passt, sind die Voraussetzungen.

Sportgeschäftsführer Ralf Becker hat mit seinen Mitstreitern einen guten Kader zusammengestellt, der im Laufe der Zeit ein sehr guter werden kann. 

Die Neuen stimmen, wenn auch einige noch nicht komplett aus sich herausgegangen sind. Die einen zünden sofort, andere brauchen etwas länger - das ist im richtigen Leben nicht anders. 

Im Camp der auffälligste, agilste Spieler in der Offensive: Ransford Königsdörffer (r., gegen Norwichs Christoph Zimmermann).
Im Camp der auffälligste, agilste Spieler in der Offensive: Ransford Königsdörffer (r., gegen Norwichs Christoph Zimmermann).  © Lutz Hentschel
Deutlich aufgeblüht ist Chris Löwe. Den Königstransfer-Rucksack aus 2019 hat er abgeworfen.
Deutlich aufgeblüht ist Chris Löwe. Den Königstransfer-Rucksack aus 2019 hat er abgeworfen.  © Lutz Hentschel

Dynamo Dresden hat dank der Neuzugänge mehrere starke Persönlichkeiten

Der Spielort Delbrück war bis zum Anpfiff geheim. Franziska und Max erfuhren es trotzdem, setzten sich ins Auto und sahen die Dynamo-Partie gegen Norwich hinterm Zaun.
Der Spielort Delbrück war bis zum Anpfiff geheim. Franziska und Max erfuhren es trotzdem, setzten sich ins Auto und sahen die Dynamo-Partie gegen Norwich hinterm Zaun.  © Lutz Hentschel

Sebastian Mai, Yannick Stark, Tim Knipping und Panagiotis Vlachodimos gehen voran - das sind die gewünschten starken Persönlichkeiten, an denen die anderen wachsen können.

Auch der letzte Neuzugang, Paul Will, machte in dieser Hinsicht einen äußerst stabilen Eindruck.

Was auch überraschte: Chris Löwe hat seinen Königstransfer-Rucksack aus 2019 abgelegt, tritt deutlich selbstsicherer, lockerer und damit auch energischer auf.

Fast scheint es, die Wutrede von Kiel Mitte Juni ("Wir sind am Ende die, die den verf... Preis bezahlen für den ganzen Scheiß.") habe bei ihm alle Fesseln gesprengt. Gut auch: Marco Hartmann ist wieder der Alte.

Der größte Pluspunkt der acht Tage: Die neue Truppe wirkt aufgeweckter. Stille war gestern. Es wird gesprochen, es ist laut auf dem Platz!

Allein wie Mai den Ton vorgibt, beeindruckt. Seine Kommandos sind aufweckend. Knipping, Hartmann und Stark stehen ihm in nichts nach.

Philipp Hosiners Auftritte im Camp waren noch schüchtern. Er muss zulegen.
Philipp Hosiners Auftritte im Camp waren noch schüchtern. Er muss zulegen.  © Lutz Hentschel
Trainer Markus Kauczinski (l.) und Sebastian Mai im Austausch. Der Neue vom HFC ist der Anführer im Team.
Trainer Markus Kauczinski (l.) und Sebastian Mai im Austausch. Der Neue vom HFC ist der Anführer im Team.  © Lutz Hentschel

Philipp Hosiner und Christoph Daferner müssen sich noch steigern, Ransford Königsdörffer viel weiter

Dribbel- und Zweikampfstark: Panagiotis Vlachodimos (v.) wusste auf seiner linken Seite auf Anhieb zu gefallen.
Dribbel- und Zweikampfstark: Panagiotis Vlachodimos (v.) wusste auf seiner linken Seite auf Anhieb zu gefallen.  © Lutz Hentschel

Tor, Abwehr, Mittelfeld - hier gibt es keine großen Baustellen, wenn, sind es nur Ausbesserungsmaßnahmen. 

Wo es klemmt, ist vorn.

Die letzten drei Tests - auch wenn die Gegner keine Laufkundschaft waren - ohne eigenes Tor waren nicht das Gelbe vom Ei. Da müssen schleunigst Erfolgserlebnisse her.

Philipp Hosiner und Christoph Daferner zeigten sich noch äußerst schüchtern. Ihnen fehlte die Bindung - Steigerung dringend erwünscht. 

Da war Ransford Königsdörffer deutlich weiter, auch Luka Stor.

Fazit: Die Leistung vom Spiel gegen Braunschweig (0:1), als der Gegner eine Stunde lang nicht wusste, wo hinten und vorn ist, muss zum Maßstab werden.

Entdeckt Dynamo dann noch das Tor-Gen, geht Dresden tatsächlich als einer der großen Favoriten ins Rennen.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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