Dynamo-Keeper Kevin Broll und "Quatschtante Basti Mai"

Dresden - Erzgebirge Aues Dimitrij Nazarov hat in seiner Laufbahn 17 von 18 Elfmetern verwandelt. Wenn er zum Punkt schreitet, hat der Stadionsprecher schon das Mikro in der Hand. 

Dynamos Sebastian Mai (l.) hat John Patrick Strauß im Griff.
Dynamos Sebastian Mai (l.) hat John Patrick Strauß im Griff.  © picture point/Sven Sonntag

An Kevin Broll biss sich der Auer aber die Zähne aus. Dynamo Dresdens Keeper parierte kurz vor Schluss Nazarovs Schuss und auch den Abpraller von Sascha Härtel.

Broll hatte den Elfer zwar auch im griechisch-römischen Stil gegen Nazarov verursacht, war allerdings nur das Ende der Fehlerkette. Zuvor hatte Sebastian Mai gepatzt, Broll bügelte das aus.

In einem Pflichtspiel wäre dem 25-Jährigen das Lachen vergangen. Da hätte er den ruhenden Ball aus elf Metern wahrscheinlich nicht parieren können. "Laut Schiri wäre es wohl eine Rote Karte gewesen", so "Brollo" nach der Partie. 

Die gab es nicht, und daher stand der Torhüter dann auch wieder so locker flockig da wie immer und haute einen nach dem anderen raus.

"Oh Gott, jetzt kommt das wieder", lachte Broll und meinte die Frage nach dem Elfmeterkiller. Für Großaspach hatte er reihenweise pariert, für Dynamo zuvor noch nicht. Premiere also im SGD-Sweater.

"Nee, nicht ganz. Gegen Sandhausen habe ich auch einen gehalten, da war aber der Nachschuss drin", kann sich Broll noch an die Partie im Dezember 2019 erinnern. 

Das Tor des Tages in Lößnitz: Dynamos Agyemang Diawusie überwindet Aue-Keeper Martin Männel.
Das Tor des Tages in Lößnitz: Dynamos Agyemang Diawusie überwindet Aue-Keeper Martin Männel.  © DPA/Robert Michael
Im Normalfall Rot: Kevin Broll zieht bei Dimitrij Nazarov die Notbremse.
Im Normalfall Rot: Kevin Broll zieht bei Dimitrij Nazarov die Notbremse.  © DPA/Robert Michael

Dynamo Dresdens Keeper Kevin Broll lobt die lautstarke und stabile Defensive

Griechisch-römisch: Dynamo-Keeper Kevin Broll (l.) hat Dimitrij Nazarov gestoppt.
Griechisch-römisch: Dynamo-Keeper Kevin Broll (l.) hat Dimitrij Nazarov gestoppt.  © DPA/Robert Michael

"Jetzt, das war ein Gefühl. Ich bin einfach in die rechte Ecke gesprungen." Vor einem Pokalspiel gar nicht so schlecht, zeigen zu können, dass man Elfmeter halten kann.

Broll wollte den Prestige-Erfolg gegen den "geliebten" Nachbarn aus dem Gebirge nicht zu hoch hängen, will "die Füße auf dem Boden halten", war aber froh, "jetzt endlich in der Vorbereitung auch mal zu null gespielt zu haben".

Für ihn passt die Defensive. "Das ist schon stabil, nur nach vorn muss es noch etwas sauberer werden", hat der Keeper noch eine Schwachstelle im Spiel seiner Mannen gesehen.

Eine Schwachstelle ist aber ausgemerzt: Vor Broll ist es nicht mehr so ruhig wie im Vorjahr. 

Die Anweisungen von Mai und Tim Knipping waren von Lößnitz aus noch im zwei Kilometer entfernten Erzgebirgsstadion zu hören.

"Wir haben ja so eine Quatschtante mit 'Basti' Mai da", grinste der Schlussmann.

"Der nimmt einiges ab von jedem Spieler, ordnet alles gut ein, spricht vieles an. Wir haben uns gut gewehrt, körperlich und verbal. Das zeigt, dass wir mittlerweile gut funktionieren, füreinander da sind. Das ist ein gutes Zeichen."

Titelfoto: DPA/Robert Michael

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