Dynamo-Präsident Scholze bestätigt trotz fehlender Zuschauereinnahmen: "Der Puffer ist da"

Dresden - Mangelnde Weitsicht kann Ex-Geschäftsführer Michael Born und seinen einstigen Mitstreitern nicht vorgeworfen werden. Dynamo Dresden stellte im Sommer seinen Etat für die laufende Saison ohne Zuschauereinnahmen bis Jahresende auf. 

Maske auf! Holger Scholze zieht sich einen Mund-Nasen-Schutz über - natürlich im Dynamo-Design.
Maske auf! Holger Scholze zieht sich einen Mund-Nasen-Schutz über - natürlich im Dynamo-Design.  © DPA/Robert Michael

Daher kann die SGD keine Verluste melden. Jeder Fan ist (nicht nur finanziell) ein Gewinn. Trotzdem fehlt das Geld aus den Zuschauereinnahmen.

Born ging vom Worst Case aus. "Jedes Heimspiel ohne Zuschauer wäre ein Verlust von ungefähr 300.000 Euro", sagte er im Juli in einem TAG24-Interview. 

Jetzt hatte der Verein Glück, durfte im Pokal gegen Hamburg und im ersten Drittliga-Heimspiel gegen Mannheim etwas mehr als 10.000 Fans begrüßen. 

Gegen Magdeburg dann nur noch 999. Am Dienstag gegen den FSV Zwickau dürfte das so bleiben - die 7-Tage-Inzidenz liegt in Dresden derzeit bei 26, also über dem erlaubten Wert von 20. 

Wie es bei den restlichen fünf Heimspielen 2020 (SV Meppen, TSV 1860 München, SpVgg Unterhaching, KFC Uerdingen und SC Verl) plus der 2. Runde im DFB-Pokal aussehen wird, entscheidet allein das Infektionsgeschehen.

Im Pokal werden die Einnahmen geteilt, abzüglich einer Summe, die an den DFB geht. Da dürfte sich der finanzielle Schaden noch in Grenzen gehalten haben. 

Dynamo Dresdens "Puffer" soll "nicht so schnell" dahinschmelzen

Dynamo-Präsident Holger Scholze im April 2019 im Harbig-Stadion. Damals war die Welt noch einigermaßen in Ordnung, nicht nur für Dynamo.
Dynamo-Präsident Holger Scholze im April 2019 im Harbig-Stadion. Damals war die Welt noch einigermaßen in Ordnung, nicht nur für Dynamo.  © Lutz Hentschel

Gegen Mannheim war das Stadion zu einem Drittel gefüllt, wären nach der Bornschen Rechnung etwa 100.000 Euro an Einnahmen. Magdeburg kann dann aber schon beinahe als Worst Case bezeichnet werden.

"Wir müssen alle gemeinsam einen Weg finden, damit umzugehen", sagte Präsident Holger Scholze kurz vor der Partie gegen den 1. FCM.

"Wir müssen mit dieser Tatsache leben. Wir wissen auch, dass die ganze Corona-Pandemie, die Krise, uns, andere Vereine und gesellschaftliche Bereiche und Unternehmen hart trifft, auch finanziell", ergänzte er.

Der 48-Jährige wies darauf hin, dass es Dynamo jetzt zu Gute kommt, dass in den letzten Jahren so gut gewirtschaftet wurde, der Verein finanziell sehr gut dasteht - auch ohne die Zuschauereinnahmen.

"Der Puffer ist da. Wir wollen alles daran setzen, dass dieser Puffer nicht so schnell dahinschmilzt, dass er für die Zukunft von Dynamo Dresden noch etwas bewirken kann. Die konkreten Zahlen jetzt zu benennen, ist noch zu früh. Erst wenn wir alles genau aufgearbeitet haben, können wir Konkreteres definieren. Wir werden versuchen, das Bestmögliche aus dieser schwierigen Situation zu machen."

Titelfoto: Lutz Hentschel

Mehr zum Thema Dynamo Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0