Dynamos Saisonstart geglückt, Aue defensiv stark, offensiv harmlos, BFC Dynamo grüßt von oben!

Deutschland - Der nächste beeindruckende Auftritt von Dynamo Dresden! Die SGD holte beim favorisierten Hamburger SV ein 1:1 und hat damit stolze vier Zähler aus den ersten beiden Spielen gesammelt.

Dynamo-Coach Alexander Schmidt (52, l.) durfte sich über die nächste starke Leistung seiner Mannschaft freuen.
Dynamo-Coach Alexander Schmidt (52, l.) durfte sich über die nächste starke Leistung seiner Mannschaft freuen.  © dpa/Daniel Reinhardt

Der Saisonstart ist dank dieser Ausbeute und der Leistungen zweifellos geglückt. Das Team von Trainer Alexander Schmidt (52) agiert als echte Einheit, kann schnell auf die Taktik des Gegners reagieren und ist so nur schwer zu schlagen. Dazu verfügen die Schwarz-Gelben auch über individuelle Klasse.

Wer Heinz Mörschel (23), Panagiotis Vlachodimos (29) und Philipp Hosiner (32) von der Bank bringen kann, Pascal Sohm (29) 90 Minuten draußen sitzen lässt, Patrick Weihrauch (27) und Paul Will (22) nicht mal in den Kader beruft, obwohl Kevin Ehlers (20), Sebastian Mai (27) und Robin Becker (24) fehlen, der hat auch in der Breite eine gute Mannschaft beisammen und scheint gut gerüstet für die lange Saison zu sein.

Den Start-Aufwind wird Dynamo in den kommenden Wochen logischerweise weiter versuchen zu nutzen. Im DFB-Pokal trifft man am Freitag (20.45 Uhr) auf Liga-Konkurrent SC Paderborn 07, ehe Hannover 96 am 14. August (20.30 Uhr) zu Gast ist.

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Dynamo Dresden Wegen 2G-Regelung: Dynamo-Fans fahren nicht mit nach St. Pauli

Zwei Heimspiele in Folge gegen fußballerisch attraktive Gegner, die mitspielen oder die Partie sogar dominieren wollen - das dürfte dank der aktuellen Dresdner Form richtig spannend werden.

TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl beschäftigt sich in seiner wöchentlichen Kolumne diesmal unter anderem mit Dynamo Dresdens Punktgewinn beim HSV und Erzgebirge Aues Remis gegen den FC St. Pauli.
TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl beschäftigt sich in seiner wöchentlichen Kolumne diesmal unter anderem mit Dynamo Dresdens Punktgewinn beim HSV und Erzgebirge Aues Remis gegen den FC St. Pauli.  © PICTURE POINT/Gabor Krieg, dpa/Daniel Reinhardt

FC Erzgebirge Aue lässt sich nicht unterkriegen und überzeugt defensiv erneut

Die Fans honorierten die kämpferisch gute Leistung des FC Erzgebirge Aue während und nach dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli.
Die Fans honorierten die kämpferisch gute Leistung des FC Erzgebirge Aue während und nach dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli.  © Picture Point/Gabor Krieg

Allen Unkenrufen zum Trotz: Der FC Erzgebirge Aue holte auch gegen den exzellent in die Saison gekommenen FC St. Pauli ein 0:0. Während die Abwehr auch gegen die Kiezkicker sicher stand, bereitet der Veilchen-Sturm langsam Kopfzerbrechen.

Denn obwohl der FCE erkennbar will, fehlt vorne wenig überraschend die Durchschlagskraft, weil noch immer kein ansatzweise gleichwertiger Ersatz für die abgewanderten Pascal Testroet (30, SV Sandhausen) und Florian Krüger (22, Arminia Bielefeld) in Sicht ist.

Sam Schreck (22) ist zwar wie Nicolas Kühn (21) ein großes Talent, doch seine Karriere war beim FC Groningen zuletzt ins Stocken geraten, weshalb er dort nur Joker war und nun aus der Eredivisie an Aue ausgeliehen wurde.

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Im 20-Mann-Spieltagskader von Trainer Aleksey Shpilevski (33) stand am Sonntag nicht ein einziger gelernter Mittelstürmer. Stattdessen musste der vielseitige Ben Zolinski (29) in vorderster Front ran.

Nur nochmal zur Erinnerung: Der gebürtige Berliner begann seine Karriere auf der Außenbahn und kam zu Beginn regelmäßig als Rechtsverteidiger zum Einsatz, half auch mal links oder im defensiven Mittelfeld aus, ehe er weiter nach vorne rückte und mittlerweile tatsächlich schon auf jeder Position im Feld agierte.

In Paderborn auch im Sturmzentrum, doch ein klassischer Torjäger war er nie und wird er wohl auch nicht mehr werden. Ob die FCE-Verantwortlichen hier noch nachrüsten? Sinnvoll wäre das bei einer entsprechenden Gelegenheit allemal.

BFC Dynamo führt die Tabelle in der Regionalliga Nordost nach drei Siegen in drei Spielen an

Niklas Brandt (29, l.) hält die BFC-Defensive zusammen, während Neuzugang Christian Beck (33, r.) schon zwei Saisontreffer auf dem Konto hat und im Angriff für Durchschlagskraft steht.
Niklas Brandt (29, l.) hält die BFC-Defensive zusammen, während Neuzugang Christian Beck (33, r.) schon zwei Saisontreffer auf dem Konto hat und im Angriff für Durchschlagskraft steht.  © picture point/Sven Sonntag

In den Ligen darunter haben sich zwei Berliner Teams an die Tabellenspitze gesetzt. Während der FC Viktoria 1889 nach einem sensationellen 4:0-Auswärtscoup bei Eintracht Braunschweig an die Spitze der 3. Liga sprang, ist der BFC Dynamo das Maß der Dinge in der Regionalliga Nordost.

Nach einem 4:1 bei Lok Leipzig und einem Last-Minute-Erfolg am Mittwoch gegen den FC Energie Cottbus (2:1) gab sich das Team von Trainer Christian Benbennek (48) auch beim Aufsteiger FC Eilenburg keine Blöße und gewann mit 2:0.

Das verwundert bei der hohen individuellen Klasse des DDR-Rekordmeisters nicht. In der Offensive verfügen die Hohenschönhausener mit Christian Beck (33), Matthias Steinborn (32) und Darryl Geurts (27) über herausragende Leute, die für jeden Gegner nur schwer zu stellen sind.

Die beiden erstgenannten Angreifer machten mit ihren Treffern auch in Eilenburg den Unterschied. Doch auch defensiv verfügt der BFC mit Kapitän Andreas Pollasch (28), Niklas Brandt (29), Chris Reher (27), Joey Breitfeld (24) und Michael Blum (32) über viele gute Leute.

Ihnen allen steht nun ein echtes Saisonhighlight bevor. Dynamo empfängt im DFB-Pokal den VfB Stuttgart (7. August, 15.30 Uhr). Anschließend geht es in der Regionalliga beim durchwachsen gestarteten ZFC Meuselwitz weiter (15. August, 13.30 Uhr).

Berliner AK 07 mischt oben mit, SV Tasmania, VSG Altglienicke und FSV Luckenwalde weiter ungeschlagen

Bei eindrucksvoller Wolkenformation und starkem Wind fanden sich im Poststadion 2000 Zuschauer zum Stadtderby zwischen dem BAK und TeBe (2:0) ein.
Bei eindrucksvoller Wolkenformation und starkem Wind fanden sich im Poststadion 2000 Zuschauer zum Stadtderby zwischen dem BAK und TeBe (2:0) ein.  © Stefan Bröhl

Entschieden ist in der vierten Spielklasse allerdings noch rein gar nichts. Denn der BFC liegt nur dank des besseren Torverhältnisses vor dem Berliner Athletik Klub 07, der Tennis Borussia Berlin im Stadtderby vor ausverkauftem Haus im Poststadion (Corona-bedingt "nur" 2000 Zuschauer) niederrang und mit 2:0 gewann.

Dabei tat sich der Favorit mit dem frechen Underdog in der ersten Hälfte schwer, vergab selbst einige gute Chancen und wirkte in der Defensive nicht ganz sattelfest.

Die lila-weißen Angreifer wirbelten die BAK-Abwehr einige Male durcheinander, doch die vielen jungen, unerfahrenen TeBe-Akteure müssen deutlich zielstrebiger und präziser werden, wenn sie gegen solch individuell besser besetzte Gegner auch mal etwas holen möchten.

In der zweiten Halbzeit kamen die Gäste offensiv dann überhaupt nicht mehr zur Geltung und schluckten zwei Gegentore. So durfte der BAK am Ende einen verdienten Erfolg feiern. Hinter ihm und dem BFC überrascht besonders der FSV Luckenwalde, der den zuvor zweimal siegreichen VfB Germania Halberstadt in dessen Stadion völlig überraschend mit 5:0 abschoss und nach dem 1:1 in Cottbus und dem 1:0 gegen Eilenburg nun bereits sieben Zähler auf dem Konto hat.

Auch die VSG Altglienicke kommt immer besser in Fahrt. Das Team vom Trainerduo Karsten Heine (66) und Torsten Mattuschka (40) bezwang am Sonntag den VfB Auerbach nach 0:1-Rückstand noch mit 3:1 und zeigte die bislang beste Saisonleistung. Zuvor hatte man zum Auftakt gegen den FSV Optik Rathenow nur 1:1 gespielt, dann aber dank Effektivität und Glück beim FC Carl Zeiss Jena gewonnen (2:1). So hat man bereits sieben Punkte auf der Habenseite, obwohl noch mehr Potenzial in der Mannschaft steckt.

Führungstor des Berliner Athletik Klub 07 gegen Tennis Borussia Berlin im Video

Stark: Der SV Tasmania Berlin ist ebenfalls noch ungeschlagen. Der frech mitspielende Aufsteiger kam gegen Hertha BSC II zu einem 1:1 und imponiert weiter mit seinem technisch ansehnlichen Fußball, schnellem Umschaltspiel und mannschaftlicher Geschlossenheit. Mal sehen, wie lange die Serie vom Team von Trainer Abu Njie (47) noch anhält. Bisher ist der frühere Bundesligist jedenfalls eine Bereicherung für die Liga.

Titelfoto: PICTURE POINT/Gabor Krieg, dpa/Daniel Reinhardt

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