Dynamo-Sportchef Becker zu Kader: "Gespartes nicht in einem Jahr raushauen!"

Dresden - Aufgaben gibt es für Ralf Becker nach dem dritten Zweitliga-Abstieg der Dresdner Vereinsgeschichte genug. Denn es gilt, den nächsten Neuanfang zu planen - mit dem neuen Sportgeschäftsführer an der Spitze.

Wird zusammen mit Sportchef Ralf Becker und Kaderplaner Kristian Walter ein gutes Auge beweisen müssen: Trainer Markus Kauczinski.
Wird zusammen mit Sportchef Ralf Becker und Kaderplaner Kristian Walter ein gutes Auge beweisen müssen: Trainer Markus Kauczinski.  © Lutz Hentschel

Oberste Priorität hat in den kommenden Wochen die Zusammenstellung eines schlagkräftigen Kaders. Dafür ist Geld notwendig, alles verpulvern will der 49-Jährige aber nicht.

Sondieren, sichten, ansprechen, zuschlagen: Ganz so einfach wird es nicht werden, gute Spieler nach Dresden zu holen. Dynamo Dresden ist zwar immer noch eine Top-Adresse im Fußball, aber eben auch Drittligist. 

Daher fordert Becker Geduld ein. Die Tatsache, dass die zweite Transferperiode vom DFB bis zum 5. Oktober verlängert wurde, kommt Dynamo dabei entgegen. 

"Vielleicht kann man auch erst einmal in die Saison gehen, Eindrücke sammeln und dann eventuell Spieler bekommen, die aktuell noch ganz andere Sachen im Kopf haben", so der Schwabe.

Und zu Leuten aus diesem Gebiet sagt man gemeinhin, sie seien sparsam. Es heißt, der Schwabe lebe nicht vom Einnehmen, sondern vom Nicht-Ausgeben. 

Er schaue genau hin, bevor er auch nur einen Cent aus der Geldbörse holt - eine gute Eigenschaft, die nützlich werden kann. 

Ralf Becker will bei Dynamo Dresden finanzielles Augenmaß bei der Kader-Zusammenstellung beweisen

Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Becker will das Grundgerüst der Mannschaft bis zum Trainingsstart gebaut haben, lässt sich aber einiges bis Ende September offen.
Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Becker will das Grundgerüst der Mannschaft bis zum Trainingsstart gebaut haben, lässt sich aber einiges bis Ende September offen.  © DPA/Robert Michael

Ein bisschen was muss Becker dennoch in die Hand nehmen, aber: "Es ist dem Verein und der Geschäftsführung der letzten Jahre zu verdanken, dass wir sehr, sehr gesund aufgestellt sind. Es wäre ein Fehler, die gute wirtschaftliche Arbeit in den letzten Jahren zu gefährden und das Gesparte in einem Jahr rauszuhauen und zu sagen, hopp oder topp. Den Weg werden wir nicht gehen."

Da ist er zusammen mit Cheftrainer Markus Kauczinski und Kaderplaner Kristian Walter gefordert. Das Trio muss ein gutes Auge beweisen, geschickt sein und auch ein bisschen Glück haben.

"Uns ist auch klar, dass wir nicht alles auf eine Karte setzen werden. Das wäre der falsche Weg. Wir werden in der 3. Liga nicht in anderen Sphären schweben als alle anderen. Wir werden gut mithalten können. Aber da gibt es auch andere Vereine, die bewegen sich in unserer Größenordnung. Doch da müssen wir halt besser sein, müssen bessere Entscheidungen treffen", erklärt der Sportchef.

Becker ist sich aber sicher, dass es ihnen gelingen wird, eine Mannschaft zusammenzustellen, die heiß, hungrig und gierig auf Erfolg ist. In Kiel hat er genau das geschafft. Nun möchte er das in Dresden wiederholen.

Titelfoto: DPA/Robert Michael

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