Dynamo-Stürmer Daferner vor Duell mit Ex-Klub TSV 1860: Wenn das Lieblingstier ein Löwe ist...

Dresden - Er ist einer von gleich fünf Dynamo-Akteuren, die einst das Trikot des TSV 1860 München trugen: Christoph Daferner. 

Christoph Daferner (3.v.l.) wurde von 2014 bis 2017 beim TSV 1860 ausgebildet. Hier ist er an der Seite von Florian Neuhaus (2.v.l.) in einem Regionalliga-Spiel der Löwen-U23 in Garching zu sehen.
Christoph Daferner (3.v.l.) wurde von 2014 bis 2017 beim TSV 1860 ausgebildet. Hier ist er an der Seite von Florian Neuhaus (2.v.l.) in einem Regionalliga-Spiel der Löwen-U23 in Garching zu sehen.  © imago images/foto2press

Mehr noch, er zog 2014 als junger Bub vom Land, wie er selbst sagt, in die große Stadt und wurde bei den Blauen drei Jahre lang ausgebildet. Am heutigen Sonntag (14 Uhr) spielt er das erste Mal gegen die Löwen - übrigens sein Lieblingstier.

"Ja, das stimmt", lacht er laut. Diesmal will er es aber mit seinen Mannen jagen und erlegen, natürlich ist damit ein Dreier gemeint. Dynamo Dresden will zurück in die Spur finden.

Auch wenn es für die Schwarz-Gelben bisher noch nicht immer rund läuft. Daferner ist ein absoluter Gewinn. 

Der 22-Jährige stammt aus Pöttmes in der Nähe von Augsburg, "eine Gemeinde mit 2500 Einwohner. Der Ortsteil, aus dem ich komme, hat nur 120 - absolut ländlich also", sagt er. 

Auf dem Land gibt es viele Traktoren. "Auch das ist richtig. Mein Vater hat einen, macht damit viel im Garten." Wenn der Sohnemann daheim ist, legt er sich nicht etwa aufs elterliche Sofa, er packt mit an. Dafür ist er sich nicht zu schade.

Vielleicht hat er genau dort das Ackern gelernt. Denn das ist eine seiner großen Stärken. Was der Junge in den Spielen an der Kette zerrt, ist beachtlich. 

Christoph Daferner geht für Dynamo Dresden körperlich ans Limit und hat ein Näschen für Tore

So wollen ihn die Fans gegen 1860 wieder erleben - auch wenn sie die Partie nur am TV verfolgen können. Christoph Daferner jubelt nach seinem Tor zum zwischenzeitlichen 3:0 im DFB-Pokal gegen den HSV.
So wollen ihn die Fans gegen 1860 wieder erleben - auch wenn sie die Partie nur am TV verfolgen können. Christoph Daferner jubelt nach seinem Tor zum zwischenzeitlichen 3:0 im DFB-Pokal gegen den HSV.  © Lutz Hentschel

Immer unterwegs, immer körperlich am Anschlag, spult er die Partien ab. Dreimal hat er in dieser Saison bereits geknipst, einmal im DFB-Pokal gegen den HSV und zweimal in den Punktspielen.

Da will er gegen seinen Jugendverein anknüpfen, bei dem Daferner eine hervorragende Ausbildung genoss, wie er selbst beurteilt.

"Für mich ist es schon ein besonderes Spiel, das kann ich nicht verleugnen. Ich glaube, es freuen sich sehr viele Leute auf dieses Spiel", sagt er.

Auch seine Familie wird an den Fernsehschirmen genau hinschauen, vor allem der Bruder, der eingefleischter Löwen-Fan ist.

"In so einem Spiel drückt er mir die Daumen", so der Stürmer. Blut ist eben doch dicker als Wasser oder besser: Als Fan-Dasein.

Ein Sieg würde nicht nur den Daferners schmecken, sondern ganz Dresden. "Damit der Abstand nach oben nicht zu groß wird. Dafür müssen wir gallig und griffig sein", fordert der Junge vom Land. 

Seine Mitspieler müssen es nur machen wie er: Ackern.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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