Dynamo-Fans feiern Mannschaft wie Aufsteiger

Dresden - Wer erlebt das schon? Du steigst ab und vor dem Stadion feiern dich vielleicht 4000 Fans lautstark. 

Die Mannschaft, hier Patrick Schmidt, ließ sich von den Anhänger feiern.
Die Mannschaft, hier Patrick Schmidt, ließ sich von den Anhänger feiern.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Das gibt es wohl in der Tat nur in Dresden. Schon während der Partie waren die Dynamo-Anhänger laut- und raktenstark zu hören. Nach dem Spiel bedankte sich die Mannschaft - und die wurde gefeiert, als sei sie auf- und nicht abgestiegen.

Es waren so viele Fans, dass sogar die Straßenbahn kurzzeitig ihren Dienst quittieren musste. Leute, wo das Auge nur hinblickte, es war schier überwältigend. Absolut außergewöhnlich. 

Wer sich noch erinnern kann an 2014, der weiß, beim letzten Abstieg blieb der Mannschaft nicht viel Zeit, um die Stadt zu verlassen. Nun wurde sie gefeiert, auch als Dank für den - letztlich aussichtslosen - Kampf der letzten vier Wochen. 

"Ich habe es ja schon während des Spiels gehört. Da muss eine Hochzeit gewesen sein, so es hat es geknallt", lachte Markus Kauczinski, der das Bad in der Menge genoss. 

"Das ist bezeichnend für die Region, für Dresden. Das ist einfach geil. Ich habe schon vorher gespürt, dass da heute etwas geht, dass die Leute da sind, dass sie zu uns stehen, dass sie gemerkt haben, dass wir uns einsetzen. Ich möchte nicht wissen, was abgeht, wenn wir hier aufsteigen", würde Kauczinski gern in elf Monaten nochmal ein Bad in der Menge nehmen. 

Tausende Fans warteten vor dem Stadion.
Tausende Fans warteten vor dem Stadion.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa
Auch Ralf Minge verabschiedete sich von den Fans.
Auch Ralf Minge verabschiedete sich von den Fans.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Der 50-Jährige sieht den Applaus der Fans eben auch als Anerkennung. "Wir gehen erhobenen Hauptes heraus. Es ist ein trauriger Moment für sie. Trotzdem sieht man, dass sie zusammenstehen und für Dynamo leisten, mit welchem Herz sie dabei sind. Das ist ein gutes Zeichen für die Zukunft." 

Update 19.34 Uhr: Polizei ermittelt in einigen Fällen

Wie die Polizei, die mit rund 130 Einsatzkräften vor Ort war, mitteilte, wurde wegen des Abbrennens von Pyrotechnik Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Da auch die Corona-Abstandsregeln nicht eingehalten wurden, leiteten die Beamten ebenfalls weitere Verfahren ein.

Leiter des Polizeieinsatzes, Polizeioberrat Matthias Imhof (40): "Mit Blick auf die Verstöße gegen die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung ist der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit für uns maßgebend. Daher findet unser Einschreiten in der Anwendung körperlicher Zwangsmaßnahmen seine Grenzen. Gleichzeitig werden wir die festgestellten Ordnungswidrigkeiten verfolgen."

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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