Dynamo finanziell top, aber mit zwei bitteren Pillen! Wehlend: "Wir haben viel bewegt"

Dresden - Wenn Dynamo Dresden am 1. Juli ins Trainingslager nach Heilbad Heiligenstadt fährt, dann ist Jürgen Wehlend (55) genau ein halbes Jahr kaufmännischer Geschäftsführer des Vereins.

Kontakte und Gespräche gehören zur Jürgen Wehlends (55, r.) Job wie der Ball zum Spiel. Hier unterhält er sich mit Sachsens MP Michael Kretschmer (46).
Kontakte und Gespräche gehören zur Jürgen Wehlends (55, r.) Job wie der Ball zum Spiel. Hier unterhält er sich mit Sachsens MP Michael Kretschmer (46).  © Lutz Hentschel

Wie verliefen für ihn die ersten sechs Monate bei der SGD? "Wenn Sie mich das am Freitagabend gefragt hätten, dann hätte ich ihnen gesagt, ich bin vollends zufrieden", erklärt er mit einem süßsauren Lächeln.

Wie er sagt, hat er an jenem Freitag für sich auch einmal eine ganz persönliche Bilanz gezogen. Da wusste er noch nicht, dass ihm der Sonnabend mit seiner abgebrochenen digitalen Mitgliederversammlung die Laune verhageln sollte.

Das war für ihn eine zweite bittere Pille nach der ersten vor einem Monat. "Die Vorkommnisse rund um den Aufstieg am 16. Mai und das jetzt, das sind so Dinge, die braucht man wie ein Loch im Kopf", sagt er.

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Sonst habe er mit Dynamo in den letzten Monaten viel erreicht, er sieht den Verein für die kommende Zweitliga-Saison gut aufgestellt.

"Wir haben viel bewegt. Wir haben die Zuschüsse erhalten, was nachvollziehbar nicht so einfach war. Wir haben das prognostizierte Ergebnis von minus 5,8 Millionen Euro in den letzten Monaten auf gesichert minus vier Millionen drücken können. Mit ein bisschen Glück kommen wir in eine Region von minus 2,5 bis minus drei Millionen Euro. Das ist hervorragendes Ergebnis. Nicht an sich, aber unter diesen Bedingungen. Da träumt manch anderer davon", so Wehlend.

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Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Jürgen Wehlend (55) ist mit den Ergebnissen in seinen ersten sechs Monaten Amtszeit zufrieden, sieht den Verein für die kommende Zweitliga-Saison gut aufgestellt.
Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Jürgen Wehlend (55) ist mit den Ergebnissen in seinen ersten sechs Monaten Amtszeit zufrieden, sieht den Verein für die kommende Zweitliga-Saison gut aufgestellt.  © Steffen Kuttner

Gelungen ist ihm das durch einen strengen Sparkurs. Er hat sämtliche operativen Ausgaben auf den Prüfstand gestellt, Investitionen zurückgestellt.

Gelder, die in die Digitalisierung gesteckt werden sollten, wurden zum Beispiel komplett eingespart und: "Die Überbrückungshilfen, die Dynamo in der 3. Liga erhalten hat, anders als in der 2. Liga, haben wir in Anspruch genommen. Dort gab es entsprechende Hilfsprogramme des Bundes - zum Beispiel für entgangene Ticketeinnahmen."

So konnte Dynamos das Minus im Rahmen halten, was den Geschäftsführer zufriedenstellt.

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Nur mit einem Punkt hadert er mächtig: die Verteilung der TV-Gelder. Mit den nur knapp acht Millionen Euro kann er sich nicht zu 100 Prozent anfreunden.

"Aufgrund der Zusammensetzung der Liga ist die Verteilung für uns natürlich alles andere als erfreulich. Wenn unser Mitaufsteiger Ingolstadt im TV-Ranking vor uns steht, dann ist das bitter."

Aber in dieser Tabelle kann sich Dynamo in den nächsten Jahren wieder hocharbeiten - wenn sich die SGD erstmal hier etabliert.

Titelfoto: Steffen Kuttner

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