Dynamo ist Löwes letzter Verein: "Möchte kein Maskottchen sein"

Dresden - Solange Marco Hartmann (33) noch keinen neuen Vertrag hat, ist er der aktuelle Alterspräsident bei Dynamo Dresden. Chris Löwe (32) hat seit seinem Wut-und-Tränen-Interview im Juli 2020 in Kiel Kultstatus bei den Fans. Der 32-Jährige hat noch ein Jahr Vertrag. Wie es weitergeht, lässt er offen, weil er sich schon einmal irrte. Im TAG24-Interview legte er sich aber bei einem schonmal fest: "Dynamo ist mein letzter Verein!"

Chris Löwe (32) vorm Testspiel bei Union Berlin. Ein Stammplatz ist sein Anspruch für die neue Zweitligasaison.
Chris Löwe (32) vorm Testspiel bei Union Berlin. Ein Stammplatz ist sein Anspruch für die neue Zweitligasaison.  © Lutz Hentschel

TAG24: Herr Löwe, wird das die Abschiedssaison ihrer aktiven Laufbahn?

Löwe: "Eigentlich war schon vor Corona klar, dass das Thema Fußball für mich vorbei ist. Damals hätte ich es nicht gedacht, dass es sich noch dreht. Deshalb lasse ich es jetzt auf mich zukommen. Ich schaue, wie es sich im März oder April anfühlt. Dann treffe ich eine Entscheidung."

TAG24: Den Verein würden Sie nicht mehr wechseln?

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Löwe: "Nein. Das hat man ja nach dem Zweitliga-Abstieg gesehen. Wenn ich unbedingt gewollt hätte, hätte es Möglichkeiten gegeben. Ich habe entschieden, dass Dresden der letzte Verein sein wird. Auch wenn Dynamo nicht mit mir weitermachen möchte, war’s das."

TAG24: Sie sind dann 33, da gehen eigentlich noch ein paar Jahre...

Löwe: "Wenn mich keiner umtritt, ist mein Körper so gestrickt, dass er sich nicht verletzt. Deshalb müsste ich nicht aufgrund von Gebrechen aufhören. Die Frage ist, ob ich die Motivation habe und das Gefühl da ist, helfen zu können. Ich habe keine Lust, als Maskottchen mitzureisen. Es muss fußballerisch Sinn ergeben.“

Chris Löwe will noch mindestens ein Jahr Gas geben und danach schauen, wie es weitergeht. Fit fühlt er sich.
Chris Löwe will noch mindestens ein Jahr Gas geben und danach schauen, wie es weitergeht. Fit fühlt er sich.  © Lutz Hentschel

Chris Löwe ist überzeugt, dass das Mannschaftsgefüge bei Dynamo Dresden stimmt

Immer voller Einsatz: Chris Löwe (l., gegen Pawel Storlarski) im Test gegen Stettin.
Immer voller Einsatz: Chris Löwe (l., gegen Pawel Storlarski) im Test gegen Stettin.  © Lutz Hentschel

TAG24: Vor zwei Jahren sagten Sie zeitig, hier stimmt was nicht. Im Vorjahr haben Sie auch weitergemacht, weil sie von der Truppe ein gutes Gefühl hatten. Wie sieht es jetzt aus?

Löwe: "Es ist dasselbe Gefühl wie im Vorjahr. Da hatte ich einen guten Riecher, dass das gutgeht. Die, die jetzt dazugekommen sind, passen menschlich zu 100 Prozent. Eine gute, intakte Mannschaft ist jetzt umso wichtiger. Ein Team, das füreinander da ist und sich nicht auflöst wie in dem Jahr, als wir abgestiegen sind. Wir hatten damals vom Personal her die Qualität, unter die ersten Zehn zu kommen, wenn du dir einzelne Spieler anschaust. Aber wir waren keine Mannschaft, waren zu keinem Zeitpunkt zusammen. Das ist dieses Jahr anders."

TAG24: Worauf kommt es für Sie noch an?

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Löwe: "Genau darauf. Mir ist es lieber, wenn du ein Team hast, wo einer für den anderen Gas gibt, auch wenn vielleicht die fußballerische Qualität nicht so riesengroß ist. Aber du weißt, du kannst dich auf deinen Nebenmann verlassen. Er bügelt deinen Fehler aus und steht nicht blöd herum und meckert dich an. Das ist das Rezept, weil es dieses Jahr nicht glatt durchlaufen wird und wir auch mal auf einem Platz stehen, wo wir nicht hinwollen."

Titelfoto: Lutz Hentschel

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