Dynamo kassiert beim FC St. Pauli deutliche Auswärtspleite!

Hamburg - Nur blauer Dunst und kein Dreier im Freudenhaus! Dynamo Dresden konnte in keiner Sekunde an die Leistung gegen den SV Werder Bremen anknüpfen. Die SGD unterlag vor 14.773 Zuschauern am Millerntor beim FC St. Pauli mit 0:3 (0:1).

SGD-Keeper Kevin Broll (v.) streckt sich vergeblich, der Schuss von Christopher Buchtmann schlägt im Kasten ein.
SGD-Keeper Kevin Broll (v.) streckt sich vergeblich, der Schuss von Christopher Buchtmann schlägt im Kasten ein.  © Picture Point/Gabor Krieg

Kurios war allerdings der entscheidende Foulelfmeter für die Hamburger (73.) zum zweiten Tor. Zwischen der Aktion und dem VAR-Check durch den Schiri vergingen beinahe zwei Minuten.

"Wir müssen von der ersten Minute an da sein", war ein Satz von Dynamo-Coach Alexander Schmidt vor der Partie. "Wir müssen agieren statt reagieren", ein zweiter. Beide trafen nicht zu.

Ehe sich Dynamo versah, führte St. Pauli. Nach einem Ballverlust von Heinz Mörschel spielten es die Kiezkicker schnell. Daniel-Kofi Kyereh legte mit der Hacke auf Christopher Buchtmann, der die Kugel aus 17 Metern mit links zum 1:0 in den linken Knick schweißte.

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Dynamo Dresden Für "Dixie" Dörner: Tolle Geste von Dynamo-Gegner Hannover 96!

56 Sekunden waren da gespielt - und es war schon der zweite gefährliche Angriff bis dahin.

Die Gäste arbeiteten sich zwar nach und nach in die Partie, gingen auch früh drauf, aber die Hamburger befreiten sich stets spielerisch leicht. Das war ein Hase-und-Igel-Spiel. Wo Dresden hinwollte, war St. Pauli schon. In der Abwehr agierte dann meist nur einer, die anderen reagierten nur.

So bei der Großchance von Guido Burgstaller (22.). Den Freistoß zuvor köpfte Christoph Daferner raus, das Leder kam wieder zurück. Alle schauten zu, wie Jackson Irvine auf Burgstaller durchsteckte. Dessen Schuss parierte Kevin Broll auf sagenhafte Art und Weise. Zudem hatte die SGD Glück, dass es die Braunen oft auch übertrieben mit sich ihrer Fußballkunst selbst berauschten.

Aufstellungen vom FC St. Pauli und von Dynamo Dresden

Guido Burgstaller und Marcel Beifus erhöhen für den FC St. Pauli gegen Dynamo Dresden

Die Entscheidung: Guido Burgstaller (r.) verlädt Dynamo-Keeper Kevin Broll (l.) und netzt vom Elfmeterpunkt zum 2:0 für die Kiezkicker ein.
Die Entscheidung: Guido Burgstaller (r.) verlädt Dynamo-Keeper Kevin Broll (l.) und netzt vom Elfmeterpunkt zum 2:0 für die Kiezkicker ein.  © dpa/Christian Charisius

Vorn blieb vieles nur Stückwerk. Es fehlte an allem ein bisschen, vor allem aber am Zweikampfverhalten. Die Hamburger waren immer schneller, variabler und aggressiver. Es konnte in der zweiten Hälfte nur besser werden.

Schmidt probierte es in Durchgang zwei mit Agyemang Diawusie und nahm Julius Kade raus. Diawusie ging rechts in die Sturmreihe, Morris Schröter eine Position zurück. Dresden wurde jetzt aktiver, ohne aber gefährlich zu werden.

Was den Schwarz-Gelben in der Offensive völlig abging, war die fehlende Handlungsschnelligkeit. Beispiel: Schröter tankte sich gleich nach der Pause rechts durch, ging in den Zweikampf mit Jakov Medic, der Ball lag für Momente am Fünfer frei, ehe aber Diawusie reagierte, hatte sich Medic gedreht und die Situation geklärt.

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Nach 65 Minuten durften Guram Giorbelidze (für Schröter) und Jong-min Seo (für Ransford Königsdörffer) ihre Zweitliga-Debüts feiern. Beide mussten dann aber die Entscheidung in der Partie auf dem Platz mit ansehen. Und die fiel äußerst kurios. Bei einem Pass in den Dresdner Strafraum ließ Michael Sollbauer den Fuß gegen Marcel Hartel stehen. Keiner vermutete hier auch nur im Ansatz einen Elfmeter, das Spiel lief ganz normal weiter. Exakt 102 Sekunden später (!) ging Schiedsrichter Bastian Dankert zum TV-Schirm, er hatte einen Wink von VAR-Schiri Sascha Stegemann bekommen.

Er sah sich die Szene an und zeigte zur Überraschung aller auf den Punkt. Burgstaller traf zum 2:0. Zwischen Sollbauers Aktion und dem Gegentor lagen fast vier Minuten! Irre. Für Dynamo war das der Knockout. Das 0:3 fiel in der Nachspielzeit durch den kurz zuvor eingewechselten Marcel Beifus - geschenkt!

Dynamo ging bei St. Pauli leer aus. Hier ist Jakov Medic (l.) schneller am Ball als SGD-Kämpfer Morris Schröter (2.v.r.).
Dynamo ging bei St. Pauli leer aus. Hier ist Jakov Medic (l.) schneller am Ball als SGD-Kämpfer Morris Schröter (2.v.r.).  © Picture Point/Gabor Krieg

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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