Dynamo-Leader Hartmann macht sich Gedanken um Zukunft und war bereits auf dem Arbeitsamt!

Dresden - Künftig Mathematik-Lehrer am Gymnasium oder weiter Profi? Über seine Zukunft macht sich Dynamo Dresdens Routinier Marco Hartmann (32) Gedanken. 

Marco Hartmann (r.) behauptet 2011 im Trikot des Halleschen FC im Achtelfinale des Sachsen-Anhalt-Pokals gegen Eintracht Bitterfeld im Duell mit Karsten Perl den Ball.
Marco Hartmann (r.) behauptet 2011 im Trikot des Halleschen FC im Achtelfinale des Sachsen-Anhalt-Pokals gegen Eintracht Bitterfeld im Duell mit Karsten Perl den Ball.  © imago images/Köhn

"Aktuell ist es schwer zu planen", sagte der Ex-Kapitän und ergänzt: "Außerdem habe ich noch zwei Monate Zeit. Bis dahin wird es auch eine Richtung geben und dann kann man sich zusammensetzen."

Hartmann ist einer von 13 Akteuren, die beim Zweitligisten momentan kein Arbeitspapier über den 30. Juni hinaus besitzen. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie liegen derzeit alle Gespräche auf Eis. 

"In dieser Situation jetzt kann kein Verein planen", äußerte der Mittelfeldspieler Verständnis. "Stand jetzt bin ich ab 1. Juli als arbeitssuchend gemeldet, das habe ich pünktlich gemacht."

Fast sieben Jahre ist Hartmann bereits in Dresden, hat sowohl den Drittliga-Abstieg 2014 als auch zwei Jahre später die Rückkehr ins Bundesliga-Unterhaus miterlebt und war ab 2016 Kapitän. 

"Wir kennen uns im Verein, man weiß, was man aneinander hat und was zuletzt nicht so gut war. Dann schauen wir, ob wir zusammenfinden", erklärte er und spielt damit auch auf seine fast schon unheimliche Serie an Verletzungen an.

Zwei weitere Jahre will "Harti" noch spielen. Ob in Dresden oder bei einem anderen Verein, ist dabei völlig offen. 

Nach einem Referendariat könnte Marco Hartmann als Gymnasiallehrer unterrichten

Ex-Dynamo-Kapitän Marco Hartmann (r.) hat schon das Arbeitsamt aufgesucht. (Archivbild)
Ex-Dynamo-Kapitän Marco Hartmann (r.) hat schon das Arbeitsamt aufgesucht. (Archivbild)  © Lutz Hentschel

"Ich höre mir Dinge in alle Richtung an. Jetzt muss man gucken, was es für Möglichkeiten gibt", erklärt er, schränkt aber ein: "Irgendwas zu machen, nur um zwei Jahre Fußball zu spielen, das ist nicht Sinn und Zweck."

Eine Rückkehr zum Halleschen FC, von dem er 2013 zu Dynamo gekommen war, schließt Hartmann aber nicht aus - ohne dabei zu wissen, ob überhaupt Interesse seitens des Vereins bestünde.

Bereits während seiner Zeit beim HFC hatte Hartmann ein Lehramtsstudium für Mathematik und Sport absolviert. 

Einzig das Referendariat fehlt noch, um als Lehrer an einem Gymnasium unterrichten zu können. Sollte es mit dem Fußball nicht weitergehen, wäre das derzeit die wahrscheinlichste Option.

Letztlich ist das in der aktuellen Situation aber genauso ungewiss, wie die Fortsetzung des Spielbetriebs in der Bundesliga. 

Dennoch glaubt Hartmann, "dass man mit aller Macht versuchen wird, die Saison zu Ende zu spielen. Es bleibt aber die Frage: Sind die Politik und die Gesellschaft dazu bereit, dem Fußball diese Sonderrolle zu geben?"

Titelfoto: Lutz Hentschel

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