Dynamo lebt wieder! Makienok trifft spät zum Sieg

Wiesbaden - Dynamo lebt wieder! Wahnsinn 1:0, 1:1; 1:2, 2:2, 3:2. Mit einem wahren Kraftakt in einer bissigen und temposcharfen Partie holte sich Dresden den so eminent wichtigen Sieg beim SV Wehen Wiesbaden und ist wieder dran. 

Mit einem gekonnten Kopfball trifft Patrick Schmidt ins Wiesbadener Tor.
Mit einem gekonnten Kopfball trifft Patrick Schmidt ins Wiesbadener Tor.  © Ronald Wittek/epa/Pool/dpa

In der zweiten Hälfte waren Kevin Broll und Simon Makienok die Helden. 

Der eine hielt zweimal Weltklasse, der andere tankte sich auf der letzten Rille laufend durch und traf zum vielumjubelnden Dreier.

Erneut rotierte Markus Kauczinski komplett. Torhüter Kevin Broll, Florian Ballas und Jannis Nikolaou, der dieses Mal auf der defensiven Sechserposition spielte, blieben gegenüber Hannover übrig. 

Dresden begann druckvoll, hatte sofort das Heft des Handelns in der Hand. 

Scheiterte Nikolaou (9.) noch am Abwehrbein von Moritz Kuhn, führte die nächste Aktion 20 Sekunden später zur Führung. 

Godsway Donyoh flankte von links, Wiesbadens Dominik Franke wollte mit links klären, säbelte drüber, von seinem rechten Fuß sprang der Ball ins Netz - 1:0 Dynamo.

Jetzt, aber, jetzt, dachten viele. Jetzt ist die SGD heiß. Pustekuchen. 

Was es auch war, Angst vor der eigenen Courage, Konzentrationsmangel, fehlender Mut, keine Ahnung. Jedenfalls kam Wiesbaden mit viel Wucht, Leidenschaft, Tempo und einer gehörigen Portion Einsatzwillen. 

Es wurde hitzig, auch zwischen beiden Trainern. Als SVWW-Coach Rüdiger Rehm sich laut über einen Freistoßpfiff beschwerte, bat ihn Kauczinski höflich, doch die Sonnenbrille abzunehmen und richtig hinzuschauen. 

Umkämpftes Kopfballduell zwischen Marcel Titsch-Rivero (l.) aus Wiesbaden in Aktion mit Florian Ballas (r.) aus Dresden
Umkämpftes Kopfballduell zwischen Marcel Titsch-Rivero (l.) aus Wiesbaden in Aktion mit Florian Ballas (r.) aus Dresden  © Ronald Wittek/epa/Pool/dpa

Dynamo Dresden führt in Wiesbaden, gleicht dann aus und krallt sich am Ende den Sieg dank Simon Makienok

Nach dem zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich wird der Dynamo-Angreifer Patrick Schmidt (rechts) von seinen Mitspielern gefeiert. Später flog er noch mit Gelb-Rot vom Platz.
Nach dem zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich wird der Dynamo-Angreifer Patrick Schmidt (rechts) von seinen Mitspielern gefeiert. Später flog er noch mit Gelb-Rot vom Platz.  © Ronald Wittek/epa/Pool/dpa

In Zeiten von Geisterspielen schön zu hören. Dresden brach 30 Minuten lang völlig ab und holte die Hessen zurück. 

Kevin Ehlers verlor ohne Gegnerdruck mit einer leichtsinnigen Aktion den Ball. Manuel Schäffler bediente Daniel Kyereh (24.), der aus 13 Metern traf. 

Darf nie im Leben passieren! 70 Sekunden später faustete Broll einen Flanke genau auf Kuhn - 2:1(26.). 

Und hätte Kyereh 30 Sekunden später aus zwei Metern Entfernung nicht das leere Tor verfehlt, was Kunst war, wäre es erneut zeitig vorbei gewesen. Dennoch bekam man Angst, wie einfach Wiesbaden zu zahlreichen Chancen kam. 

Bei den in weiß spielenden Gästen suchte man lange Zeit vergebens einen Kicker, der sich bedingungslos wehrte. 

Das Amt übernahm Patrick Schmidt. 

Nach einer scharfen Flanke von Chris Löwe, stieg er zwei Etagen höher als seine beiden Gegenspieler und köpfte ein - ein Sahnetreffer, 2:2 (43.).Die zweite Hälfte war ein packender Fight. 

Da war Feuer drin, beide agierten bissig. Das war Abstiegskampf. Die Partie spielte sich jedoch meist zwischen beiden Strafräumen ab. 

Dynamo stand jetzt gut, vorn fehlte allerdings die letzte Konsequenz. Ein Tor lag jedoch immer in der Luft. Und mit zunehmender Zeit stellte sich die Frage: Wem gelingt der Lucky Punch? Zweimal war Wiesbaden nah dran. Gegen Maximilian Dittgen (76.) und Kyereh (78.) rettete Broll einfach überragend. 

Und dann kam Sturmtank Simon Makienok. Schmidt verlängerte per Kopf einen langen Ball in den Strafraum, der Däne setzte sich mit allerletzter Kraft durch und tunnelte Heinz Lindner - 3:2 (89.)! Wahnsinn. Dynamo lebt wieder - auch wenn Schmidt noch mit der Ampelkarte (90+3.) runterflog.

Titelfoto: Ronald Wittek/epa/Pool/dpa

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