"Dynamo-Omi" spricht über Corona, die SGD und ihre Liebe zum Verein

Dresden - Dresden ist Schwarz-Gelb. Die Bindung zwischen Stadt und Verein ist geradezu einzigartig. Ein Teil davon ist Ingrid Beier. Der als "Dynamo-Omi" bestens bekannte Edelfan plaudert nun im Interview auf der Vereins-Homepage über die momentane Situation und ihre Erfahrungen.

DIe "Dynamo-Omi" im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion.
DIe "Dynamo-Omi" im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion.  © Steffen Füssel

Die 89-Jährige hat eine große Leidenschaft: die SG Dynamo Dresden. Und der Klub weiß um seinen wohl treuesten Fan und hat sich kurzerhand mit ihr zum Telefon-Interview verabredet.

Ingrid Beier ist vielen Dynamo-Anhängern ein Begriff, sie ist beinahe schon eine Institution unter den für ihre Leidenschaft bekannten Fans.

Doch durch die Zwangspause im Zuge der Corona-Krise, geht es Ingrid Beier ähnlich wie vielen anderen: Ihr fehlen der Fußball, das Stadion und die Stimmung.

Auf die Frage, wie es ihr in Anbetracht der Pandemie gehe, antwortet die Dynamo-Omi recht nüchtern: "Ich komme damit zurecht, auch weil ich versuche, nicht permanent darüber nachzudenken. Sonst werde ich noch verrückt."

Und dass das gar nicht so einfach ist, wird einem spätestens dann deutlich, wenn man sieht, wie sich der Alltag der Seniorin durch das Virus verändert hat.

"Ich darf ja noch raus an die frische Luft, um mich ein Stück zu bewegen", erzählt sie zunächst. Was ihr allerdings durchaus zu schaffen macht, sind die Kontaktbeschränkungen - auch innerhalb des Betreuten Wohnens.

"Wir müssen derzeit möglichst jeden sozialen Kontakt meiden, der nicht unbedingt sein muss. Das gilt auch für Besuche". 

Doch anstatt zu meckern, gibt sich Ingrid Beier verständnisvoll und diplomatisch. "Das ist natürlich schon traurig, aber momentan nicht zu ändern."

Ingrid Beier: "Müssen nur ein paar Wochen zu Hause bleiben"

Immer da, wenn sie gebraucht wird: Ingrid Beier.
Immer da, wenn sie gebraucht wird: Ingrid Beier.  © Lutz Hentschel

Und die "Dynamo-Omi" weiß genau wovon sie spricht. So hat sie in ihrem Leben schon vergleichbare und gar schlimmere Zeiten hinnehmen müssen, wie sie weiter erzählt.

Sie nennt unter anderem die Diphtherie, welche sich einst rasch ausbreitete "und sehr viele Menschen daran erkrankt und gestorben waren". 

Auch ihre Kindheit und Jugend war nicht immer leicht. 

"Der Krieg, das unendliche Leid und die Folgen des Zweiten Weltkrieges waren für viele Jahre ein unglaublicher Eingriff in das gesamte gesellschaftliche Leben, welches quasi nicht mehr vorhanden war. Es ging damals für alle bei null los", so Beier, die sich noch gut an die "unfassbaren Konsequenzen" erinnert.

Im Vergleich dazu, "sind die temporären Einschränkungen, die wir in diesen Tagen erleben, doch ertragbar", gibt sie zu bedenken und schickt gleich einen Appell hinterher: "Heute können wir zusammen dafür sorgen, dass der Virus sich nur langsam ausbreitet. Und alles was wir dafür tun müssen, ist, ein paar Wochen zu Hause zu bleiben."

"Dynamo vermisse ich Tag und Nacht"

Ingrid Beier zu Beginn der Saison beim offiziellen Fototermin mit "ihrem" Team.
Ingrid Beier zu Beginn der Saison beim offiziellen Fototermin mit "ihrem" Team.  © Lutz Hentschel

Recht hat sie. Über Dynamo sprach die bald 90-Jährige aber auch noch. 

Denn was der ehemaligen Straßenbahnführerin der Dresdner Verkehrsbetriebe wirklich fehlt, sind ihre Dynamos: "Dynamo vermisse ich Tag und Nacht. Wenn ich munter werde, denke ich an den Verein. Und abends vor dem Einschlafen wünsche ich mir jeden Tag, dass es allen Dynamos hoffentlich gut geht."

Und auch, wenn sie nach eigener Aussage altersbedingt "nicht mehr allzu weit in die Zukunft" blickt, will sie hoffentlich schon bald wieder ins Rudolf-Harbig-Stadion gehen.

"Solange mich meine Beine tragen, werde ich ins Stadion gehen, weil es etwas ganz Besonderes für mich ist". 

Häufig wird sie dazu auch von "ganz lieben Menschen" abgeholt und ins Rudolf-Harbig-Stadion gebracht. 

Voller Vorfreude sagt sie: "Ich freue mich schon jetzt sehr darauf, wenn endlich wieder Fußball im Stadion gespielt wird."

Bis dahin vertreibt sie sich die Zeit anderweitig, so schwer es ihr auch fällt. "Ich lese die Tageszeitungen und schaue jeden Tag in mein Handy, ob es Neuigkeiten von den Spielern, Trainern und Verantwortlichen gibt. Ich schaue mir alles an, was es da so Neues im Internet gibt."

>> Hier geht's zum kompletten Interview mit Ingrid Beier auf der offiziellen Webseite der SG Dynamo Dresden.  

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Titelfoto: Steffen Füssel

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