Dynamo-Rekordknipser Torsten Gütschow übernimmt Regionalliga-Aufsteiger

Bremen - Der Bremer SV schnappt sich eine echte Kultfigur des DDR-Fußballs! Torsten Gütschow (59) wird neuer Trainer bei den kürzlich in die Regionalliga Nord aufgestiegenen Hanseaten.

Torsten Gütschow (59) bei einem Freundschaftsspiel zwischen Dynamo Dresden und der FSV Budissa Bautzen im Januar 2019. (Archivfoto)
Torsten Gütschow (59) bei einem Freundschaftsspiel zwischen Dynamo Dresden und der FSV Budissa Bautzen im Januar 2019. (Archivfoto)  © Lutz Hentschel

Der frühere Top-Torjäger von Dynamo Dresden folgt damit auf Erfolgscoach Benjamin Eta (41), der den Traditionsverein nach zwei Jahren verlassen hat.

"Ich werde alles reinstecken, um unser Ziel Klassenerhalt zu erreichen. Von ihm bin ich zu hundert Prozent überzeugt", sagte der 59-Jährige bei seiner Vorstellung am Montag.

Und ergänzte: "Ich habe von Hans Meyer, Eduard Geyer und Rolf Schafstall gelernt, wie man gegen Mannschaften gewinnt, die qualitativ besser sind."

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Es ist kein Zufall, dass die in Görlitz geborene und in der Grenzgemeinde Zodel aufgewachsene Ost-Legende im hohen Norden gelandet ist. Gütschow trainierte in der Saison 2003/2004 bereits den FC Oberneuland, kennt Bremen gut und wohnt auf halber Strecke nach Hamburg.

Zuletzt war er zwischen März 2017 und Februar 2019 als Coach beim damaligen Regionalligisten FSV Budissa Bautzen tätig. Zuhause fiel ihm mittlerweile aber die Decke auf den Kopf.

"Ich musste dringend wieder etwas tun. Mit meiner Frau lief es auch nicht mehr so. Ich habe nur noch Hecken geschnitten", scherzte der dreifache DDR-Nationalstürmer.

Der Bremer SV gab die Verpflichtung von Torsten Gütschow am Montag bekannt

Torsten Gütschow ist bis heute Bundesliga-Rekordtorschütze von Dynamo Dresden

Torsten Gütschow (59, l.) gegen Maik Wagefeld (41) beim "Spiel der Legenden" im Juni 2007. (Archivfoto)
Torsten Gütschow (59, l.) gegen Maik Wagefeld (41) beim "Spiel der Legenden" im Juni 2007. (Archivfoto)  © Lutz Hentschel

Nun soll er den kleinen Bremer Klub in der höheren Spielklasse etablieren und "aus wenig, ganz viel" machen, wie es Ralf Voigt (56), Sportlicher Leiter beim BSV, ausdrückte.

Mit Erfolgen kennt sich der ehemalige Knipser allerdings aus. Im zarten Alter von 14 Jahren wurde er von der Polizeisportgemeinschaft Dynamo Görlitz nach Dresden delegiert und legte anschließend eine beeindruckende Karriere an der Elbe hin.

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten und Verletzungssorgen bestritt er in der Saison 1988/89 erstmals alle 26 Punktspiele für die SGD und schnappte sich mit seinen 17 Treffern nicht nur die DDR-Torschützenkrone, sondern auch seine erste Meisterschaft.

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Im darauffolgenden Jahr wiederholte er das Kunststück, netzte dabei 18 Mal ein und verteidigte beide Titel. In der letzten DDR-Oberliga-Spielzeit 1990/91 konnte er seine Ausbeute sogar auf 20 Buden erhöhen, wurde mit Dynamo aber nur Vizemeister. Trotzdem wählten ihn die ostdeutschen Sportjournalisten in der Folge zum letzten DDR-Fußballer des Jahres.

Auch in der gesamtdeutschen Bundesliga stellte Gütschow daraufhin seine Qualitäten unter Beweis. Bis zu seinem Wechsel zu Galatasaray Istanbul im Dezember 1992 erzielte er zwölf Treffer und ist damit bis heute Bundesliga-Rekordtorschütze der Dresdner.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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