Türkgücü vor dem Aus: Droht der Dynamo-Jahresauftakt zu kippen?

Dresden - Der Auftakt des Jahres könnte für Dynamo nicht nostalgischer sein: Am 11. Januar um 19 Uhr im Olympiastadion von München muss Dresden bei Aufsteiger Türkgücü ran. Oder doch nicht?

Türkgücüs Torjäger Petar Sliskovic (l.), einst kurzzeitig vom FSV Mainz an Dynamo Dresden ausgeliehen (August 2012 - Januar 2013), im Zweikampf mit dem Zwickauer Leon Jensen.
Türkgücüs Torjäger Petar Sliskovic (l.), einst kurzzeitig vom FSV Mainz an Dynamo Dresden ausgeliehen (August 2012 - Januar 2013), im Zweikampf mit dem Zwickauer Leon Jensen.  © Picture Point/Gabor Krieg

Der Münchner Verein steht nach dem Rückzug seines Investors Hasan Kivran vor dem finanziellen Kollaps. Derzeit scheint alles möglich: sofortiges Aus, Insolvenz oder späterer Rückzug.

Kivran betreibt eine Vermögensverwaltung, die laut 2019er Geschäftsbericht zu diesem Zeitpunkt 19 Millionen Euro Eigenkapital aufwies. Im Corona-Jahr 2020 soll es laut Münchner Medien allerdings einen Einbruch gegeben haben.

Über diese Vermögensverwaltung gehören Kivran 89 Prozent an der Türkgücü Fußball GmbH. Diese Anteile will der Geschäftsmann nun wieder loswerden.

"Es gab schon Gespräche mit neuen Interessenten und es laufen auch weiterhin Gespräche. Aktuell ist aber noch alles offen", sagte Türkgücüs Geschäftsführer Max Kothny.

Nachdem Türkgücü offenbar schon die vergangene Saison mit einem Minus von 1,9 Mio. Euro abgeschlossen hat, rechnet der Klub für die aktuelle Serie dem "Kicker" zufolge mit einem Verlust von 4,1 Mio. Euro – je rund zwei Millionen pro Saisonhälfte.

Türkgücü verkauft Geistertickets für Spiel gegen Dynamo

Türkgücüs Investor Hasan Kivran ist mit seiner Firma, einer Vermögensverwaltung, im Corona-Jahr in Schieflage geraten und steigt beim Drittligisten aus - mit möglicherweise schlimmen Folgen für die Fußballer.
Türkgücüs Investor Hasan Kivran ist mit seiner Firma, einer Vermögensverwaltung, im Corona-Jahr in Schieflage geraten und steigt beim Drittligisten aus - mit möglicherweise schlimmen Folgen für die Fußballer.  © imago images/MIS

Heißt: Steigt ein neuer Investor ein, müsste der zunächst Löcher stopfen, damit die laufende Saison überhaupt zu Ende gespielt werden kann.

Bis zum 21. Januar muss Türkgücü um Ex-Dynamo Petar Sliskovic (29) nachweisen, dass die Liquidität bis zum Saisonende gewährleistet ist. Gelingt das nicht, droht eine Insolvenz und im schlimmsten Fall sogar die Einstellung des Spielbetriebs.

Um die finanziellen Verluste zumindest etwas abzufedern, verkauft Türkgücü für das geplante Heimspiel gegen Dynamo nun Geistertickets.

Insolvenz hieße aufgrund der Pandemie-Klausel in dieser Saison nur drei statt neun Punkte Abzug, bei einer (sofortigen und späteren) Einstellung des Spielbetriebs würden alle bisherigen Spiele annulliert werden.

Das würde Halle und Magdeburg schwer treffen, beide gewannen gegen die Münchner. Zwickau verlor am 7. Spieltag daheim mit 0:1. Dresden soll am 11. Januar bei Türkgücü antreten ...

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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