Dynamo-Sportdirektor hatte glückliches Händchen: "Situation nicht als Risiko gesehen"

Dresden - Er ist der Architekt des Aufstiegs: Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Becker (50) kam im Vorjahr zum 1. Juli, formte eine völlig neue Mannschaft, die sich im Herbst fand, auftrumpfte und durchmarschierte. Selbst das sensible Thema Trainerentlassung sechs Spieltage vor Schluss war letztendlich richtig. TAG24 sprach mit dem 50-Jährigen.

Strahlende Gesichter: Trainer Alexander Schmidt (52, l.) und Sportdirektor Ralf Becker (50) konnten mit Dynamo nicht nur den Aufstieg, sondern auch noch die Meisterschaft feiern.
Strahlende Gesichter: Trainer Alexander Schmidt (52, l.) und Sportdirektor Ralf Becker (50) konnten mit Dynamo nicht nur den Aufstieg, sondern auch noch die Meisterschaft feiern.  © imago images/Dennis Hetzschold

TAG24: Herr Becker, wie viel Risiko war für Sie dabei, so kurz vor Schluss den Trainer zu wechseln?

Becker: "Ehrlicherweise habe ich die Situation gar nicht so sehr als Risiko gesehen. Die Analyse der Ist-Situation war ganz einfach so, dass es die letzten Wochen nicht mehr so funktioniert hat. Da ging es darum, sich zu besprechen: Was gibt uns die größte Chance, am Ende der Saison aufzusteigen? Da ging es darum, so weiterzumachen oder etwas Neues zu probieren. Dann haben wir eine Lösung gefunden. Die Entscheidung an sich war für mich wichtig, um den Turnaround zu schaffen. Dass es so aufgegangen ist, darüber sind wir total glücklich. Aber das weiß man im Vorfeld nie."

TAG24: Ohne die sportliche Delle im April: Hätten Sie mit Markus Kauczinski verlängert oder wäre Dynamo ohnehin mit einem neuen Trainer in die nächste Zweitliga-Saison gegangen?

Becker: "Wir sind erstmal froh, dass wir jetzt in dieser Konstellation zusammen sind. Aber: Ich habe das von Anfang an gesagt: Ab Januar gab es Gespräche, dass wir im Falle des Aufstieges die Zusammenarbeit fortsetzen wollen. Das hat aus verschiedenen Gründen nicht funktioniert. Das Angebot, die Option, im Aufstiegsfalle weiterzuarbeiten, hat von Vereinsseiten her schon lange bestanden."

Nach der Partie gegen Türkgücü und dem geschafften Aufstieg bekam auch Sportdirektor Ralf Becker (50) von den Spielern eine zünftige Bierdusche verpasst.
Nach der Partie gegen Türkgücü und dem geschafften Aufstieg bekam auch Sportdirektor Ralf Becker (50) von den Spielern eine zünftige Bierdusche verpasst.  © Lutz Hentschel

TAG24: Magdeburg 2019, Wiesbaden 2020, jetzt Würzburg und Braunschweig: Vier von sieben Aufsteigern in den letzten drei Spielzeiten sind postwendend wieder abgestiegen. Wie groß ist die Herausforderung für Dynamo?

Becker: "Ja, die wird sehr, sehr groß. Uns ist schon bewusst, dass es eine fantastische, schwere 2. Liga wird. Wie aufgezählt, war es oft so, dass der Aufsteiger vor einem schwierigen Jahr steht. Wir wollen trotzdem die Herausforderung sehr optimistisch und positiv angehen. Wir wissen, dass wir gut arbeiten, uns weiterentwickeln, uns top vorbereiten müssen auf die Saison. Mit großem Selbstvertrauen gehen wir es an und sind überzeugt, dass wir uns behaupten können. Da wird uns wahnsinnig viel abverlangt."

TAG24: Der Stamm für die kommende Saison steht. An wie vielen Stellschrauben müssen sie personell drehen?

Becker: "Richtig, der Stamm steht. Wir haben einige ausgeliehene Spieler und ein paar, bei denen die Verträge auslaufen. Da müssen wir schauen, wie wir es weitermachen. Anders als letzten Sommer haben wir eine gute Achse, die uns zur Verfügung steht. Wir müssen nicht relativ schnell einige Transfers machen. Wir beschäftigen uns seit einer Woche mit den verschiedensten Szenarien, mit verschiedensten Spielern. Aber wir können Geduld haben, können warten. Von den Positionen her kann man schauen: Wo ist ein Spieler ausgeliehen, wo laufen Verträge aus? Da müssen wir auf alle Fälle etwas machen."

Titelfoto: imago images/Dennis Hetzschold

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