Dynamo-Traumtor zum 1:0! Vlachodimos mit sportlichem Seitenhieb in Richtung Vergangenheit

Dresden - Er hätte dreckige Wäsche waschen können, schimpfen können über seine Degradierung von Oktober bis April, hätte mit Giftpfeilen schießen können. Dynamo Dresdens Angreifer Panagiotis Vlachodimos (29) machte das alles nicht nach dem 2:0 in Lotte gegen den KFC Uerdingen.

Technisch anspruchsvoll: Panagiotis Vlachodimos (29, l.) hat gerade Uerdingens Torwart Hidde Jurjus (27, r.) überwunden.
Technisch anspruchsvoll: Panagiotis Vlachodimos (29, l.) hat gerade Uerdingens Torwart Hidde Jurjus (27, r.) überwunden.  © picture point/Sven Sonntag

Der 29-Jährige genoss einfach nur den Moment. Die perfekte Vorbereitung und Vollendung beim Führungstreffer waren Seitenhieb genug in Richtung Vergangenheit.

Es bedarf im Grunde auch keiner Worte. Man musste nur genau hinschauen. Als Vlachodimos nach 62 Minuten vom Feld ging, klatschte er mit Alexander Schmidt (52) nicht nur ab.

Der Coach nahm ihn in den Arm, der Spieler schmiegte sich kurz an dessen Schulter. Eine warmherzige Geste voller Vertrauen.

"Pana" hat das zurückgezahlt mit der Vorlage zum 1:0 gegen den MSV Duisburg und dem selbst erzielten 1:0 gegen den KFC - seinem ersten Tor für Dynamo.

"War super. Ich bin sehr glücklich, dass wir das Spiel gewinnen konnten, das waren wichtige drei Punkte. Ich bin auch sehr glücklich, dass ich getroffen habe und wieder auf dem Platz stehe", sagte er nach der Partie.

Vlachodimos war ein halbes Jahr weg vom Fenster, saß nicht mal mehr auf dem Sims. Er trainierte. Wenn die anderen zu den Spielen aufbrachen, war er daheim.

Dynamo Dresdens neuer Coach Alexander Schmidt hat Panagiotis Vlachodimos stark geredet

Panagiotis Vlachodimos (29, l.) jubelt mit Julius Kade (21) und Philipp Hosiner (31, r.).
Panagiotis Vlachodimos (29, l.) jubelt mit Julius Kade (21) und Philipp Hosiner (31, r.).  © picture point/Sven Sonntag

Wie es ihm ging, darüber muss man nicht philosophieren. Jeder, der irgendwann einmal Mannschaftssport betrieben hat, weiß, wie sich das anfühlt, nicht gebraucht zu werden.

Er spielte vom 31. Oktober bis zum 24. April 28 Minuten, gehörte in jener Zeit nur sechsmal zum Kader, 17 Mal gar nicht. Und dann kam mit Schmidt ein neuer Coach.

"Wie es so oft bei einem Trainerwechsel ist: Man setzt die Jungs wieder ein, die so ein bisschen im zweiten Glied waren", sagte Schmidt.

"Ich kenne 'Pana', seit er in der Jugend beim VfB Stuttgart war und aus Spielen gegen meine Teams. Ich habe nicht viel gemacht, ich habe ihn einfach spielen lassen."

Klingt einfach, ist es sicher auch, wenn sich Akteure und Trainer kennen, verstehen und wissen, was sie aneinander haben. "Fußball spielt sich auf dem Niveau viel im Kopf ab. Wenn ich die körperliche Fitness habe, und die Qualität hat er, das wissen wir alle, dann ist der Rest Kopfsache", so Schmidt.

Er hat Vlachodimos aufgebaut, stark geredet, auf dessen Qualitäten gesetzt. Der Spieler hat geliefert und getroffen. "Ich hoffe, es kommen noch weitere Tore dazu", sagte "Pana" selbstbewusst.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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