Dynamo will wieder Fußball spielen: "Sonst können wir uns Laufschuhe holen und Marathon laufen"

Dresden - Das eine zu machen, ohne das andere zu lassen. Das ist die Kunst beim Fußball. Gut stehen und gleichzeitig attraktiv nach vorn spielen.

Die drei Torschützen am Sonntag: Claudio Kammerknecht (23, v.l.n.r..), Ahmet Arslan (28) und Paul Will (23).
Die drei Torschützen am Sonntag: Claudio Kammerknecht (23, v.l.n.r..), Ahmet Arslan (28) und Paul Will (23).  © Foto: IMAGO/Eibner

Bei Dynamo klappte zehneinhalb Spiele nur eins von beiden. Nach der Heimniederlage gegen Elversberg stellte Trainer Markus Anfang (48) auf Dreierkette um, weil es zwar offensiv gut lief, aber defensiv oft schaurig aussah. Das war erfolgreich, aber wenig sehenswert. Nun kehrte er zur Viererkette zurück.

Spielerisch gut waren die Partien gegen 1860 (3:4), Elversberg (2:3) und im Ansatz gegen Ingolstadt (1:1). Die Punkteausbeute war aber nur minimal.

Nach der Systemumstellung folgten drei Siege - jeweils 1:0 in Aue und in Duisburg sowie das 3:0 gegen die BVB-Bubis - sowie zwei 1:1-Unentschieden. Eben gegen Ingolstadt und in Bayreuth. Da waren zwar die Schotten dicht, aber nach vorn lief so gut wie gar nichts. Hinten zu und vorn hilft der liebe Gott - so schien das Motto.

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Dynamo Dresden Wie schön! Dynamo hat wieder eine eigene Straßenbahn

Das war aber weder der Anspruch von Anfang noch von den Spielern selbst. Gegen Osnabrück dauerte die Umstellung auf das deutlich offensivere Spielsystem 45 Minuten und zwei Gegentore. Es schien zur Pause schon gescheitert.

Als Dresden mit dem Rücken zur Wand stand, legte es los und ließ sich nicht mehr aufhalten. Plötzlich lief das runde Leder. Dynamo bespielte auch die Räume geschickt.

Ahmet Arslan (r.) lief nach seinem Anschlusstreffer zum 1:2 mit erhobenen Armen und einem breiten Grinsen im Gesicht zurück zum Anstoßpunkt. Sein Tor läutete die Wende gegen Osnabrück ein.
Ahmet Arslan (r.) lief nach seinem Anschlusstreffer zum 1:2 mit erhobenen Armen und einem breiten Grinsen im Gesicht zurück zum Anstoßpunkt. Sein Tor läutete die Wende gegen Osnabrück ein.  © imago/eibner

Arslan: "Diesmal wollte einfach jeder den Ball haben"

Mit dem rechten Außenrist drückte Ahmet Arslan (28, r.) die Flanke von Patrick Weihrauch über die Linie. VfL-Keeper Philipp Kühn konnte nur noch hinterherschauen.
Mit dem rechten Außenrist drückte Ahmet Arslan (28, r.) die Flanke von Patrick Weihrauch über die Linie. VfL-Keeper Philipp Kühn konnte nur noch hinterherschauen.  © imago/Dennis Hetzschold

So stellte sich das der Trainer vor. Aber auch die Profis auf dem Feld: "Wir spielen alle Fußball, um den Ball zu haben und nicht hinterherzulaufen", sagt Spielmacher Ahmet Arslan (28), der mit seinem Anschlusstor zum 1:2 die Wende einleitete.

"Weil, sonst können wir uns Laufschuhe holen und einen Marathon laufen. Darauf haben wir keinen Bock. Das haben wir umgesetzt. Gegen den Ball waren wir trotzdem eine Fünferkette. Aber mit dem Ball wollten wir flexibel sein. Diesmal wollte einfach jeder den Ball haben", so Arslan, der mit den letzten Worten klar zum Ausdruck bringt, dass sich in den Partien davor viele versteckt haben.

Im zweiten Durchgang gegen Osnabrück war das nicht mehr der Fall. Der Mut zur Offensive war da. "Wir haben uns gesagt: Egal, was passiert. Egal, ob wir zurückliegen. Wir ziehen unser Spiel durch. Jeder fordert und will den Ball. Das haben wir gemacht. Fehler wurden nicht kritisiert, jeder hat den anderen gepusht", so Arslan.

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In diesen 45 Minuten haben es die Dynamos geschafft, das eine zu machen, ohne das andere zu lassen. So sind sie schwer zu schlagen.

Titelfoto: Bildmontage : imago/Dennis Hetzschold

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