Dynamos Fundament steht: SGD hat keine Eile bei Neuzugängen, doch was wird mit Sararer?

Dresden - Während andere Zweitligisten derzeit in einen Kaufrausch verfallen, ist es bei Dynamo Dresden ruhig, extrem ruhig. Mehr als drei Wochen nach Saisonende wurden bisher nur Abgänge gemeldet. Man habe keine Eile, das Fundament stehe, man wisse zudem ganz genau, wer zum Aufsteiger kommen soll - so sagte es Sportgeschäftsführer Ralf Becker (50) damals.

Türkgücüs Sercan Sararer (31, im schwarzen Trikot) im Zweikampf mit Dynamo-Verteidiger Kevin Ehlers (20). Ob beide bald Teamkollegen sind, hängt davon ab, ob sich Sararer mit seinem Münchner Verein einigen kann und ob Dynamo bereit ist, eine Ablöse für den Angreifer zu zahlen.
Türkgücüs Sercan Sararer (31, im schwarzen Trikot) im Zweikampf mit Dynamo-Verteidiger Kevin Ehlers (20). Ob beide bald Teamkollegen sind, hängt davon ab, ob sich Sararer mit seinem Münchner Verein einigen kann und ob Dynamo bereit ist, eine Ablöse für den Angreifer zu zahlen.  © imago images/kolbert-press

Man darf gespannt sein, denn Spieler, die man sich durchaus in Dresden hätte vorstellen können, sind anderswo untergekommen.

Cebio Soukou (28, Bielefeld) und der heiß bei Dynamo gehandelte Arne Sicker (24, Duisburg) in Sandhausen, Fabio Kaufmann (28, Braunschweig) in Karlsruhe, Hanno Behrens (31, Nürnberg) in Rostock. Dresden hält sich bedeckt. Selbst im Fall Sercan Sararer (31).

Darauf angesprochen, inwieweit Dynamo bereit wäre, Ablöse für den Stürmer von Türkgücü München zu zahlen, blockte Jürgen Wehlend (55), Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer, am Samstag ab.

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"Mein Kollege ist gerade aus dem Urlaub wiedergekommen. Wir treffen uns morgen. Daher kann ich dazu noch gar nichts sagen", so Wehlend.

Der Fall Sararer ist verzwickt. Am Freitag trafen sich Stürmer und sein Noch-Arbeitgeber vor Gericht. Der Drittligist hatte die einseitige Option auf Vertragsverlängerung gezogen, was der Stürmer aber nicht anerkennt.

Türkgücü München fordert 300.000 Euro Ablöse für Sercan Sararer, will Dynamo Dresden das bezahlen?

Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Jürgen Wehlend (55) wollte sich zuletzt noch nicht zu einem möglichen Sararer-Transfer äußern.
Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Jürgen Wehlend (55) wollte sich zuletzt noch nicht zu einem möglichen Sararer-Transfer äußern.  © Lutz Hentschel

Sararer pocht darauf, den Verein zum 30. Juni verlassen zu dürfen. Laut der "tz" in München hat er Dynamo längst sein Ja gegeben.

Vor Gericht kamen beide Parteien am Freitag nicht überein. Sie bekommen bis zu jenem 30. Juni Zeit, sich außergerichtlich zu einigen. Kommt es nicht dazu, wird der Rechtsstreit vor der Kammer verhandelt - und das wohl erst im November.

Ob Sararer bis zu diesem Zeitpunkt eine Spielgenehmigung für einen anderen Verein bekäme, müsste vor dem zuständigen Sportgericht geklärt werden. Also in der Tat äußerst kompliziert.

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Auch interessant: Vor Gericht kamen Zahlen auf den Tisch. Der "tz" zufolge hatte Sararer in der abgelaufenen Saison bei Türkgücü ein Grundgehalt von 9000 Euro pro Monat, ab 1. Juli bekäme er 15.000.

Der Münchner Drittligist forderte offen 300.000 Euro Ablöse für Sararer, wolle sich aber auch bei einer niedrigeren Summe verhandlungsbereit zeigen. Dynamo muss jetzt abwägen, ob sich das alles lohnt, finanziell wie sportlich.

Titelfoto: imago images/kolbert-press

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