Dynamo Dresden: Schwarz-gelbe Joker stechen

Dresden - Dynamo bewies nach dem Auftakt gegen Ingolstadt (3:0) Humor: "Stop the Count" schrieb der Verein in Anlehnung an Ex-US-Präsident Donald Trump (75) auf seinen Kanälen und stellte die Tabelle drunter. Dass Dresden den Spruch loslassen konnte, mit St. Pauli erster Spitzenreiter der Saison ist, lag an einer abgeklärten Mannschaftsleistung - und auch mit an drei Jokern.

Heinz Mörschel (l., gegen Dominik Franke) brachte mit seinem 3:0 die endgültige Entscheidung.
Heinz Mörschel (l., gegen Dominik Franke) brachte mit seinem 3:0 die endgültige Entscheidung.  © Lutz Hentschel

Panagiotis Vlachodimos, Philipp Hosiner und Heinz Mörschel. Das Trio war sicherlich nicht hellauf begeistert, als es zunächst auf der Bank Platz nehmen musste. Doch wie es dann explodierte, als es losgelassen wurde, das war beeindruckend.

Da hat keiner gemurrt, keiner war beleidigt. Vollgas hieß die Devise. "Pana" kam nach der Pause für Ransford Königsdörffer und wirbelte sofort los.

Erst scheiterte er an FCI-Keeper Fabijan Buntic, bei seinem zweiten Solo war wieder Buntic Endstation, den Abpraller jagte Christoph Daferner zum 2:0 (56.) in die Maschen.

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Gleich danach kamen Hosiner und Mörschel. Hosiner traf alsbald auf Pass von Vlachodimos den Pfosten. Mörschel ließ mit einem Alleingang fast von der Mittellinie alle stehen und vollendete zum 3:0 (67.).

Philipp Hosiner war sofort da, hatte mit seinem Pfostenschuss leider Pech.
Philipp Hosiner war sofort da, hatte mit seinem Pfostenschuss leider Pech.  © imago images/Dennis Hetzschold

Große Stärke in der Kaderbreite

Panagiotis Vlachodimos kam zur zweiten Halbzeit und wirbelte die Ingolstädter Hintermannschaft durcheinander.
Panagiotis Vlachodimos kam zur zweiten Halbzeit und wirbelte die Ingolstädter Hintermannschaft durcheinander.  © Lutz Hentschel

Es gibt Zweitligisten, die froh wären, überhaupt einen Stürmer in ihren Reihen zu haben. Dresden hat mehrere und alle waren gegen Ingolstadt effektiv und gut drauf. Trainer Alexander Schmidt (52) hat mit dem Trio ein gutes Händchen bewiesen.

"Gutes Händchen ist relativ. Wenn ich mir die Bank anschaue, da kann ich jeden bringen", sagt der Coach: "Ich habe es ja angesprochen: Eine unserer großen Stärken ist die Kaderbreite. Kicker, die sich nahtlos ins Spiel hineinfinden. Die Mannschaft ist eingespielt, die Neuen haben sich sofort hineingefunden."

Insgesamt wechselte Schmidt fünfmal, nutzte das Kontingent geschickt aus. "Und es war kein einziger dabei, der enttäuscht hat."

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Dass die drei gleichzeitig ihren Anspruch auf einen Platz in der ersten Elf untermauert haben, ist auch klar. Sollte es bald soweit sein, werden sich andere hinten anstellen und müssen nach der Einwechslung genauso Gas geben - wie Vlachodimos, Hosiner und Mörschel jetzt. Dann könnte die Breite im Kader wirklich das große Plus für Dresden werden.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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