Dynamos Mann, der nur zu Hause kann? Daferner schon mit fünf Heimbuden

Dresden - Wenn einer nur in den eigenen vier Wänden kann, dann gibt es dafür einen liebevollen Begriff: Heimscheißer. Acht Tore hat Dynamo in den bisherigen vier Heimspielen erzielt, fünf davon Christoph Daferner (23). Gleich zum Start gegen Ingolstadt einen Doppelpack, jetzt beim 3:0 gegen Bremen wieder. Dazu noch das Tor gegen Hannover. Auswärts wartet er noch.

"Ich will euch hören!" Christoph Daferner (23) legt nach seinem zweiten Tor die Hände an die Ohren und lässt sich feiern.
"Ich will euch hören!" Christoph Daferner (23) legt nach seinem zweiten Tor die Hände an die Ohren und lässt sich feiern.  © Lutz Hentschel

Viel wichtiger aber: "Daffi" erzielte in den Spielen jeweils das 1:0.

Zweimal kurz vor, einmal kurz nach der Pause. Das allein untermauert seinen Stellenwert.

Über seine Tore gegen Ingolstadt und Bremen kann man von den Zeiten und der Entstehung her fast Schablonen legen. Gegen den FCI fiel das 1:0 in der 41., jetzt in der 40. Minute. Beim jeweiligen 2:0 lauerte er beinahe am selben Fleck.

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Am 1. Spieltag kam die Vorlage von rechts von Panagiotis Vlachodimos, jetzt von Antonis Aidonis, beide Male wuchtete er die Abpraller in die Maschen.

Zwischendurch hat der 23-Jährige vier Spiele nicht geknipst. Kein Grund für Trainer Alexander Schmidt, an ihm zu rütteln.

"Da gibt es für mich keine Frage. Wenn er mal nicht trifft, arbeitet er extrem. Es gibt so viele Situationen, wo er für die Mannschaft wertvoll ist: Körpersprache, Teamplayer, er ist immer der Laufstärkste. Das sind Attribute für Zweitliga-Fußball, die bringt er alle mit."

Doppel-Torschütze Christoph Daferner läuft nach seinem zweiten Tor auf den jubelnden K-Block zu.
Doppel-Torschütze Christoph Daferner läuft nach seinem zweiten Tor auf den jubelnden K-Block zu.  © DPA / Robert Michael
Christoph Daferner (r.), donnert die Kugel über Mitchel Weiser zum 2:0 in die Maschen.
Christoph Daferner (r.), donnert die Kugel über Mitchel Weiser zum 2:0 in die Maschen.  © DPA / Robert Michael

Christoph Daferner für Dynamo Dresden in der 2. Liga bislang ohne Auswärtstor

Dynamo-Coach Alexander Schmidt (l.) hält große Stücke auf Christoph Daferner.
Dynamo-Coach Alexander Schmidt (l.) hält große Stücke auf Christoph Daferner.  © Lutz Hentschel

Anders formuliert: Ohne Daferner könnte Schmidt sein bissiges, aggressives Spielsystem gar nicht umsetzen.

Das findet auch Morris Schröter, der gegen Bremen mit seinem ersten Zweitligator den Deckel zum 3:0 draufmachte.

"Es gibt Stürmer, die laufen viel, treffen dafür aber nicht. Auf 'Daffi' trifft beides zu. Der kann viel laufen, ist aber in den Situationen präsent, steht richtig und macht die Dinger halt auch rein."

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Daferner selbst schaute - wie immer - gar nicht auf sich, sondern auf die Mannschaft: "Es war ein sehr, sehr wichtiger Sieg für uns und das Umfeld. Nach den drei Niederlagen war es gut, zu punkten und den Abstand nach hinten zu vergrößern", so der Torjäger.

"Wir waren vorn sehr effektiv. Wir müssen aber auf dem Boden bleiben. Es geht gleich weiter." Und zwar am Sonntag auf St. Pauli.

Wäre ein guter Zeitpunkt für seinen ersten Treffer auf fremdem Boden.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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