Dynamos Marvin Stefaniak: "Hätte am liebsten lebenslang unterschrieben!"

Dresden - Selten war einer bei seinem ersten Interview so Feuer und Flamme für seinen neuen Verein. Bei Marvin Stefaniak besser sein neuer, alter Club. Dem Rückkehrer war die Lust auf Dynamo Dresden förmlich anzusehen. Nach drei Jahren in Wolfsburg, seinen Leihstationen Nürnberg und Fürth ist er nun zurück. TAG24 hat sich mit dem 25-Jährigen nach seiner ersten Trainingseinheit unterhalten.

Große Sprünge will Marvin Stefaniak (l.) mit Dynamo machen. Nach drei Jahren ist er zurück in Dresden - vorerst bis Juni 2021.
Große Sprünge will Marvin Stefaniak (l.) mit Dynamo machen. Nach drei Jahren ist er zurück in Dresden - vorerst bis Juni 2021.  © DPA/Robert Michael

TAG24: Herr Stefaniak, als Sie fort sind, war das Training im Großen Garten, jetzt sitzen wir hier im neuen Trainingszentrum. Wie fühlt es sich an?

Stefaniak: "Verrückt. Mir war schwindelig, weil ich nicht glauben konnte, dass ich wieder zurückkomme. Das ist der Wahnsinn, was hier aufgebaut wurde. Das habe ich so noch nie erlebt. Nur in Wolfsburg habe ich so eine Gelände gesehen. Es ist utopisch, was hier passiert ist. Ich freue mich wirklich, wieder hier zu sein."

TAG24: Wie kam die Rückkehr?

Stefaniak: "Kann ich das erzählen? Ich erzähl das, weil es ist doch eine Herzenssache. Es war ab und an die Jahre zuvor schon mal ein Thema, es ist aber nie dazugekommen. Jetzt hat es geklappt, weil ich einfach vermittelt habe, dass ich für Dynamo brenne und wieder alles geben möchte. Das ist in den letzten fünf Tagen passiert, wurde von Tag zu Tag intensiver."

TAG24: Kam der erste Kontakt von Ihnen?

Stefaniak: "Von beiden Seiten kam das. Ich will nicht sagen, Dynamo hat sich gemeldet oder ich habe mich gemeldet. Es war ein Miteinander. Der Verein hat mir das Vertrauen gegeben, gesagt, du kannst wieder von Null anfangen und Gas geben."

Gleich voll dabei im Training: Marvin Stefaniak (M.) im Zweikampf mit Agyemang Diawusie.
Gleich voll dabei im Training: Marvin Stefaniak (M.) im Zweikampf mit Agyemang Diawusie.  © DPA/Robert Michael

TAG24: Sie wurden von Wolfsburg zwei Jahre an Fürth ausgeliehen, also bis 2021. Was war in Fürth der Auslöser, um zu sagen, dazubleiben lohnt sich nicht?

Stefaniak: "Darüber möchte ich nicht reden. Es ist viel passiert, habe viel erlebt. Ich möchte mich auf Dresden konzentrieren. Für mich ging jetzt ein Traum in Erfüllung, bin wieder zu Hause. Was Besseres gibt es nicht."

TAG24: Würden Sie Ihre letzten Jahre als Lehrjahre bezeichnen?

Stefaniak: "Ja, war sehr intensiv. Ich hatte viele Höhen und Tiefen, habe viel dazugelernt. Ich habe jetzt so einen harten Kern in mir, niemand kann mich mehr brechen mit irgendwelchen Dingen. Es ist jetzt schwer, mich aus der Bahn zu werfen."

TAG24: Was hat Ihnen geholfen?

Stefaniak: "Meine Familie, ich bin seit einem Jahr verheiratet, habe eine zweijährige Tochter. Wenn mich jemand ärgern möchte, da denke ich an meine Tochter und singe mit ihr im Bett ein Lied. Dann bringt mich nichts mehr aus der Ruhe."

Marvin Stefaniak am Ball. Schon am Sonnabend gegen Magdeburg könnte er sein Comeback für Dynamo geben.
Marvin Stefaniak am Ball. Schon am Sonnabend gegen Magdeburg könnte er sein Comeback für Dynamo geben.  © DPA/Robert Michael

TAG24: Es ist jetzt eine Leihe bis Juni 2021. Gibt es den Gedanken, ganz dazubleiben?

Stefaniak: "Bin ich jetzt zu ehrlich? Ich muss da vorsichtig sein, bin noch Spieler von Wolfsburg, aber: Ich habe Kristian Walter angerufen und ihm gesagt, am liebsten würde ich einen lebenslangen Vertrag unterschreiben. Ich habe so viel erlebt, mir war es so enorm wichtig. Wenn es allen gefällt, möchte ich natürlich bleiben."

TAG24: Sie hatten früher in Dresden die Rückennummer 34, jetzt die 13. Da darf man aber auch nicht abergläubig sein...

Stefaniak: "Meine Frau hat gesagt, du hattest die letzten Jahre so viel Pech. Vielleicht bringt dir die 13 Glück."

Titelfoto: DPA/Robert Michael

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