Dynamos Neuzugang Michael Akoto: "Der 'Mokki' ist für mich wie ein großer Bruder!"

Dresden - Er war in den ersten Stunden des Camps bei allerbester Laune. Dann verletzte sich Neuzugang Michael Akoto (23) im Test gegen Braunschweig, was sein Lächeln etwas einfror. Aber vielleicht haben die Gespräche mit seinem "großen Bruder" Giuliano Modica (30) geholfen, denn wenig später war das herzliche Lachen der Frohnatur zurück.

Michael Akoto (23), hier im Trainingslager in Heilbad Heiligenstadt in einem Hängestuhl, hat (fast) immer ein Lächeln im Gesicht.
Michael Akoto (23), hier im Trainingslager in Heilbad Heiligenstadt in einem Hängestuhl, hat (fast) immer ein Lächeln im Gesicht.  © Lutz Hentschel

Akoto kam aus der zweiten Vertretung des Bundesligisten FSV Mainz zu Dynamo Dresden. Bei den kleinen Mainzelmännchen spielt seit 2019 auch Modica, einer der SGD-Aufstiegshelden von 2016.

Sie waren also Kollegen, aber nicht nur das. "Der 'Mokki' ist für mich wie ein großer Bruder, hat mir auf und neben dem Platz immer sehr geholfen. Bis heute schreiben wir uns jeden Tag", sagt Akoto.

"Als ich ihm erzählt habe, dass Gespräche mit Dynamo Dresden laufen, hat er mir gesagt: 'Junge, wenn du die Möglichkeit hast, zu diesem Verein zu gehen, musst du es sofort machen.' Er hat mir nur Positives über Dynamo berichtet – und alles davon stimmt", grinst der 23-Jährige, der in Accra geboren wurde.

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Im Alter von acht Jahren zog er mit seinen Eltern und den vier jüngeren Geschwistern von Ghana nach Wiesbaden. Anfangs keine einfache Zeit für ihn.

"Ich bin hier direkt in die 3. Klasse gekommen, das war nicht leicht. Ich habe ja die Sprache nicht gesprochen", blickt er zurück. "Meine Eltern haben sehr viel Geld und Zeit investiert, damit ich nach der Schule Nachhilfe bekam."

Michael Akoto freut sich auf Dresden: "Bin das erste Mal überhaupt von zu Hause weg, das ist spannend"

Juli 2019, Training beim FSV Mainz: Michael Akoto (23, l.) im Zweikampf mit seinem "großen Bruder", Ex-Dynamo Giuliano Modica (30).
Juli 2019, Training beim FSV Mainz: Michael Akoto (23, l.) im Zweikampf mit seinem "großen Bruder", Ex-Dynamo Giuliano Modica (30).  © imago images/Martin Hoffmann

Besonders sein Vater war da hinterher, machte auch vor dem Hobby Fußball seines Sohnemanns nicht halt. Als 13-Jähriger spielte Akoto beim FSV Mainz.

"Doch mein Zeugnis war zu schlecht. Das hat Vater damals so gar nicht gepasst. Ich musste ein Jahr vom FSV weggehen, um meine Leistungen zu verbessern."

Michael verstand die Lektion, setzte sich hin und lernte. Die deutsche Sprache beherrscht er heute so gut, dass nicht einmal ein Dialekt zu hören ist.

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Der inzwischen 1,88 große Innenverteidiger hat es geschafft. Bei Wehen-Wiesbaden stieg er später wieder ein, ging dann zurück nach Mainz und jetzt nach Dresden.

"Ich bin das erste Mal überhaupt von zu Hause weg, das ist spannend", freut er sich auf das kommende Abenteuer in Elbflorenz. Wenn er Sehnsucht nach Daheim hat, ruft er einfach "Mokki" an. Der hilft Akoto beim Start in die Zukunft.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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