"Superglücklich": Dynamos Tim Knipping widmet Premieren-Tor seiner Mutter

Hamburg - Erst stieg er hoch, dann ging er auf die Knie. Tim Knipping (28) war bei Dynamos 1:1 im Hamburger Volksparkstadion der Mann des Spiels. Und das nicht nur wegen seines Premierentores.

Welch ein Jubel! Tim Knipping ballte nach seinem Kopfballtreffer die Fäuste und rutschte auf Knien durchs Hamburger Volksparkstadion.
Welch ein Jubel! Tim Knipping ballte nach seinem Kopfballtreffer die Fäuste und rutschte auf Knien durchs Hamburger Volksparkstadion.  © Imago Images / Claus Bergmann

In der 68. Minute hatte Luca Herrmann einen Eckball präzise vor den HSV-Fünfer geflankt, Knipping übersprang seine Bewacher um einen halben Meter und wuchtete die Kugel unhaltbar ins linke Eck zum Ausgleich.

"Zum Glück hat mein Schädel geholfen", meinte der 28-Jährige nachher trocken.

Dabei waren nach seinem ersten Treffer für Dynamo die Emotionen mit ihm durchgegangen.

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Der 1,90-m-Hüne schrie seine Freude heraus, ballte die Fäuste und schlitterte auf beiden Knien über den nassen Rasen.

Kein Wunder: 35 Drittliga-Spiele und zwei Pokalpartien hatte der Innenverteidiger in der Vorsaison für Dynamo bestritten, war zweifellos ein Garant für den Aufstieg - ein Tor aber wollte ihm bisher nicht gelingen. Wohl auch deshalb jubelte die ganze Mannschaft von Herzen mit ihm mit.

"Für Tim freut es mich, der wollte schon letztes Jahr schon immer ein Eckballtor schießen. Dass er jetzt in Hamburg sein erstes Tor macht, ist natürlich noch ganz besonders", sagte Stürmer Christoph Daferner.

Als Familienmensch hat Tim eine enge Beziehung zu seiner Mutter Birgitt

Ein Herz und eine Seele: Tim mit seiner Mutter Birgitt.
Ein Herz und eine Seele: Tim mit seiner Mutter Birgitt.  © privat

"Ich bin natürlich superglücklich, dass wie hier einen Punkt mitgenommen haben. Es war ein sehr, sehr schwieriges Spiel. Die erste Halbzeit ging klar an den HSV. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir dann ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht. Ich bin natürlich glücklich über mein erstes Tor, hat lange gedauert. Ich widme das meiner Mutter, weil sie heute Geburtstag hat. Sie hat sich das gewünscht. Von daher hätte es nicht besser laufen können", war Knipping einfach nur komplett happy.

Als Familienmensch hat Tim eine besonders enge Beziehung zu seiner Mutter Birgitt.

Zumal schwere Zeiten hinter ihnen liegen. Im Mai verstarb sein Stiefvater Michael, der einer der wichtigsten Menschen in seinem Leben war, an den Folgen einer Corona-Erkrankung. Fußball wird da zur Nebensache. Aber der Fußball, die Dynamo-Familie, die Mitspieler waren es auch, die Knipping wieder auffingen.

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Auch das macht die aktuelle Truppe stark. "Der Zusammenhalt in der Mannschaft ist brutal", bestätigt Knipping immer wieder.

In Hamburg lief er erneut als Kapitän auf, vertrat den verletzten Sebastian Mai. "Das ist definitiv eine spezielle Verantwortung. Das ehrt mich sehr."

Und spornt ihn offenbar noch mehr an. Zum zweiten Mal hintereinander steht Knipping in der kicker-Elf-des-Tages, diesmal zusammen mit Keeper Kevin Broll. Für die DFB-Pokal-Begegnung am Freitagabend (20.45 Uhr) im heimischen Harbig-Stadion wird wieder mit Knipping zu rechnen sein. Zuhause hat er schließlich noch nicht getroffen.

Titelfoto: Imago Images / Claus Bergmann

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