Geyer & Heidrich analysieren! Ede meckert: "Das war mir bei Dynamo zu viel Wiener Walzer"

Dresden/Aue - In einer Analyse des Ost-Fußballs vermissen Kult-Trainer Eduard Geyer und Ex-Manager Steffen Heidrich die Vorbilder und sehen nur beim 1. FC Union Berlin und dem FC Erzgebirge Aue eine "klare Philosophie".

Steffen Heidrich (r.) im Januar 2012 als Sportdirektor des FC Erzgebirge Aue - mit dem damals 23-jährigen Martin Männel.
Steffen Heidrich (r.) im Januar 2012 als Sportdirektor des FC Erzgebirge Aue - mit dem damals 23-jährigen Martin Männel.  © Imago images/Picture Point

Auch das sportliche Konzept von RB Leipzig erhält viel Lob. "Ich finde RB gut, wenn man viel Geld hat, muss man es auch vernünftig einsetzen. Die anderen Ostvereine sollten weniger jammern und nicht neidisch sein. Man braucht ein schlüssiges Konzept, das man über Jahre entwickeln kann", sagte Geyer in einem Interview mit dem "Kicker".

Heidrich, der von Januar 2012 bis März 2013 Sportdirektor beim FC Erzgebirge war, betonte, dass für die Traditionsvereine 1. FC Magdeburg, Dynamo Dresden, Hansa Rostock oder dem Halleschen FC "derzeit die 2. Liga das Maximum" sei. 

"Alles andere ist Träumerei." Für den ehemaligen Mittelfeldspieler, der für den Chemnitzer FC, VfB Leipzig, Cottbus und Dresden auflief, wäre es der "Idealfall, wenn wir wie bei der Wiedervereinigung beider Ligen 1991 zwei Bundesligisten und sechs Zweitligisten hätten".

Der 75 Jahre alte Geyer sieht vor allem einen Fehler: "Wir im Osten haben es total verpasst, gut ausgebildete ehemalige Fußballer einzubinden. Wir haben in den ersten Jahren nur in Richtung Westen geschaut und gedacht, wir müssten das kopieren, was die BRD macht." 

"Ede" Geyer "fehlen im Osten die Vorbilder"

Immer ein Mann klarer Worte, die nicht allen bei Dynamo schmecken werden: Eduard Geyer.
Immer ein Mann klarer Worte, die nicht allen bei Dynamo schmecken werden: Eduard Geyer.  © Lutz Hentschel

Man habe die gute Nachwuchsarbeit in der DDR einfach vernachlässigt. Jetzt habe man wie "etwa in Dresden zwar Fußball-Gymnasien, aber ich habe die Angst, dass wir nur noch für andere Klubs ausbilden", betonte der letzte DDR-Nationaltrainer. 

Er beklagt zudem die mangelnden Führungspersönlichkeiten. "Denn zurzeit fehlen im Osten die Vorbilder. Meine Enkel schauen viel mehr nach Dortmund oder Bayern als zu Dynamo Dresden", meinte Geyer.

Schlecht kommt bei der Analyse des Duos auch Ex-Klub Dynamo weg. Der 53-jährige Heidrich vermisst seit zwei Jahren eine Konstanz. 

"Der Mannschaft hat eine Hierarchie gefehlt", kritisierte er. Geyer betonte: "Der letzte Trainer mit einer klaren Philosophie war Uwe Neuhaus." 

Er vermisste zuletzt auch zu wenig Gegenwehr. "Das war mir bei Dynamo zu viel Wiener Walzer. Die Mannschaft war in ihrer Zusammensetzung mental nicht in der Lage, sich in komplizierten Situationen zu behaupten."

Titelfoto: imago images/Picture Point/Lutz Hentschel

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