Euphorie bei Dynamo-Coach Kauczinski? Nein! "Müssen auf dem Boden bleiben"

Dresden - Es bleibt dabei. Wenn Dynamo Dresdens Trainer Markus Kauczinski (51) nach dem Spiel auf dem Podium im Pressekonferenzraum Platz nimmt, ist nicht zu spüren, ob seine Mannschaft verloren oder eben mal den bis dato Tabellenzweiten FC Ingolstadt 04 mit 4:0 vom Rasen gefegt hat.

TOOR! TOOR! TOOR! Die Dynamos jubelten nach dem 3:0 gegen Ingolstadt.
TOOR! TOOR! TOOR! Die Dynamos jubelten nach dem 3:0 gegen Ingolstadt.  © Lutz Hentschel

Selbst als sein Gegenüber Tomas Oral (47) verkündete, dass die Dresdner "in dem Zustand und so wie sie sich präsentieren, keiner mehr einholen wird", blieb er stoisch.

Dabei hätte er Grund gehabt, mal in die Luft zu springen, die Freude rauszuschreien. Seine Truppe spielte mit so viel Herz, aber gleichzeitig eiskalt. Hinten wurden Stefan Kutschke (32) und Co. zur Bedeutungslosigkeit degradiert, vorn vergab sie erst Chancen, als es bereits 3:0 stand.

Die ersten drei wurden genutzt. Innerhalb von zehn Minuten zwischen der 39. und 49. hatte sie den Ingolstädtern den Garaus gemacht.

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Gerade die Abwehr war ein Faustpfand. Die Schwarz-Gelben erlaubten Kutschke einen Schuss aus 18 Metern, der landete bezeichnenderweise im Seitenaus.

Der gebürtige Dresdner war bei seiner Rückkehr ein Totalausfall, musste nach 69 Minuten raus - das war der Verdienst von Tim Knipping (28) und Kevin Ehlers (20). Im defensiven Verbund kann man kaum besser spielen. Oder doch?

Dynamo-Coach Markus Kauczinski (51) verfiel nach dem 4:0-Sieg seines Teams über den FC Ingolstadt 04 nicht in Euphorie.
Dynamo-Coach Markus Kauczinski (51) verfiel nach dem 4:0-Sieg seines Teams über den FC Ingolstadt 04 nicht in Euphorie.  © Lutz Hentschel

Dynamo Dresdens Coach Markus Kauczinski gewährt seinen Spielern zwei freie Tage

Für Stefan Kutschke (32, 2.v.r.) war der Arbeitstag in seiner Heimatstadt bereits nach 69 Minuten beendet.
Für Stefan Kutschke (32, 2.v.r.) war der Arbeitstag in seiner Heimatstadt bereits nach 69 Minuten beendet.  © Lutz Hentschel

"Besser geht immer", trat Kauczinski gleich mal auf die Euphoriebremse. "Ich glaube, dass wir uns jetzt nicht loben müssen. Das ist eine Momentaufnahme, die wir mitnehmen. Wir haben in der Englischen Woche gut gepunktet, haben davor gut gepunktet. 13 Zähler aus den letzten fünf Partien sind gut", antwortete er ruhig.

"Wichtig ist jetzt, auf dem Boden zu bleiben, sich zu erholen, das mitzunehmen. Die Spieler haben zwei Tage frei bekommen. Wir wissen, dass die nächste Aufgabe Meppen auch wieder schwer ist und wir fokussiert weitermachen müssen. Jetzt können die Jungs ein bisschen feiern. Dann geht es zurück auf den Boden und auf den Platz. Es wird weitergearbeitet", so der Coach.

Wer Kauczinski zuhört, der weiß auch, dass im Gefühl einer sicheren Tabellenführung kein Schlendrian einziehen, sich keiner selbstgefällig zurücklehnen wird. Der 51-Jährige hat in seiner Laufbahn zu viel erlebt, um sich zu sicher zu sein.

"Es kommen noch einige Spiele gegen Mannschaften des gleichen Kalibers. Wiesbaden ist noch dran, 1860, Rostock und auch Ingolstadt ist nicht weg. Es ist noch ein weiter Weg", mahnt er. Mit der Ingolstadt-Leistung kann er erfolgreich bestritten werden.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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