Ex-Dynamo-Keeper Markus Scholz hat neuen Verein gefunden!

Dresden/Haiger-Steinbach - Gute Nachrichten für Markus Scholz (33)! Der frühere Keeper von Dynamo Dresden hat nach Ablauf seines Vertrages beim SV Waldhof Mannheim einen neuen Verein gefunden und sich dem TSV Steinbach Haiger angeschlossen.

Markus Scholz (33) war beim SV Waldhof Mannheim zuletzt nur noch die Nummer drei.
Markus Scholz (33) war beim SV Waldhof Mannheim zuletzt nur noch die Nummer drei.  © picture point/Sven Sonntag

Das gab der ambitionierte Klub aus der Regionalliga Südwest vor Kurzem bekannt. Hier unterschrieb "Scholle" einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023 und komplettiert das Torwarttrio des Viertligisten.

In diesem ist er mit zehn Jahren Abstand der erfahrenste Schlussmann des TSV. Ob das allerdings reicht, um als Nummer eins in die neue Saison zu gehen, ist fraglich.

Denn Steinbach verpflichtete mit Eike Bansen (23, vom belgischen Erstligisten SV Zulte Waregem) ein großes Talent, das trotz des jungen Alters Erstliga-Erfahrung mitbringt. Zuvor wurde der frühere deutsche U20-Nationaltorwart bei Borussia Dortmund bestens ausgebildet. Für einen Regionalligisten ist er ein herausragender Keeper.

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Scholz allerdings auch. Dass der Routinier nun in Hessen gelandet ist, hat auch mit seinen Verletzungen zu tun, die eine größere Karriere verhinderten.

Beim SF Oestrich-Iserlohn schaffte er den Sprung in den Männerfußball und kam 2007/08 erstmals in der Oberliga Westfalen zum Einsatz. Anschließend war er bei den Sportfreunden in der NRW-Liga gesetzt. So wurde der VfL Bochum auf Scholz aufmerksam und holte ihn im Sommer 2009 für die zweite Mannschaft.

Markus Scholz spielt künftig beim TSV Steinbach Haiger

Markus Scholz war bei Dynamo Dresden kurzzeitig die Nummer eins - eine Verletzung verhinderte mehr!

Markus Scholz (33) wurde bei Dynamo Dresden ins kalte Zweitliga-Wasser geworfen, doch bereits nach sechs Einsätzen bremste ihn eine Kapselverletzung aus und er verlor seinen hart erkämpften Platz zwischen den Pfosten wieder.
Markus Scholz (33) wurde bei Dynamo Dresden ins kalte Zweitliga-Wasser geworfen, doch bereits nach sechs Einsätzen bremste ihn eine Kapselverletzung aus und er verlor seinen hart erkämpften Platz zwischen den Pfosten wieder.  © Lutz Hentschel

Hier kam er allerdings nur viermal (am Saisonende) zum Einsatz. Auch 2010/11 stand er nur 13 Partien zwischen den Pfosten. Da sich in der folgenden Spielzeit nichts änderte (15 Begegnungen), zog es ihn im Sommer 2012 als Ersatztorwart zu Dynamo.

In Dresden lief er vorerst nur fünfmal in der damals noch existierenden U23 in der NOFV-Oberliga Süd auf. Am 8. Februar 2014 schlug aber seine große Stunde. Proficoach Olaf Janßen (54) entschied sich mitten in der Saison für einen Torwartwechsel und so fand sich "Scholle" im Stadion An der Alten Försterei auf einmal im Kasten wieder, während Benjamin Kirsten (34) auf der Bank saß.

Für Scholz lief es gut, denn in seinem Zweitliga-Debüt hielt er gegen den 1. FC Union Berlin um Torsten Mattuschka (40) die Null. Daher durfte er auch in den nächsten fünf Partien ran.

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Dann bremste ihn eine Kapselverletzung wochenlang aus und er verlor seinen Stammplatz wieder an Kirsten. Der war auch 2014/15 gesetzt und so spielte "Scholle" überhaupt nicht mehr für Dynamos Profis. Er schloss sich daher im Sommer 2015 Mannheim an, wo er in der Regionalliga Südwest endlich gesetzt war.

Das Saisonende und die Aufstiegsspiele gegen die Sportfreunde Lotte (0:0/0:2) verpasste er allerdings wegen eines Außenmeniskuseinrisses. Dafür stand er 2016/17 wieder im Kasten - wo es Mannheim erneut in die Playoffs schaffte, diesmal aber am SV Meppen scheiterte (0:0/3:4 nach Elfmeterschießen).

Markus Scholz scheiterte mit dem SV Waldhof Mannheim dreimal in den Aufstiegs-Playoffs

Markus Scholz (33) stand 147-mal für den SV Waldhof Mannheim zwischen den Pfosten.
Markus Scholz (33) stand 147-mal für den SV Waldhof Mannheim zwischen den Pfosten.  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

Es war eine sportlich extrem bittere Zeit für Scholz und den SVW. Denn auch im dritten Anlauf sollte der ersehnte Gang in die 3. Liga nicht gelingen. Stattdessen unterlag man dem KFC Uerdingen glatt (0:1/0:2).

Doch Mannheim gab bekanntlich nicht auf, wurde 2018/19 Meister und stieg - der Neuregelung sei dank - endlich auf. Scholz ging als Stammtorwart in die Saison - und zog sich am 6. Spieltag beim 4:3-Sieg gegen den MSV Duisburg einen Kreuzbandriss zu!

Er fiel fast die gesamte Restsaison aus, kam nur an den letzten beiden Spieltagen zum Einsatz, als es für das Mittelfeldteam um nicht mehr als einen versöhnlichen Ausklang ging.

2020/21 verhinderte die nächste Verletzung, dass er ernsthaft in den Kampf um die Nummer eins eingreifen konnte. In der Vorbereitung und zu Beginn setzte ihn ein Muskelfaserriss außer Gefecht. So war er hinter Jan-Christoph Bartels (22) und Timo Königsmann (24) oft nur noch die Nummer drei. Immerhin bekam er am letzten Spieltag, beim 1:1 gegen Uerdingen sein Abschiedsspiel und durfte noch einmal für den SV Waldhof das Gehäuse hüten.

In diesem Sommer war er nun auf Vereinssuche und sogar Testspieler beim FC Energie Cottbus. Eine Zusammenarbeit kam allerdings nicht zustande. Fortan wird "Scholle" versuchen, sich in Steinbach durchzusetzen. Ein schwieriges Unterfangen.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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