Ex-Dynamo-Duell: Rassismus-Vorwürfe von Atik gegen Erdmann! Saarbrücken bezieht Stellung

Saarbrücken - Eklat in der 3. Liga! Der 1. FC Saarbrücken hat die Rassismus-Vorwürfe von einigen Spielern des 1. FC Magdeburg energisch zurückgewiesen. Baris Atik (26) und Amara Conde (24) hatten Dennis Erdmann (30) beschuldigt, sie während des Spiels am Dienstag (2:1 für den FCS) verbal attackiert zu haben.

Dennis Erdmann (30) sieht sich schweren Anschuldigungen ausgesetzt.
Dennis Erdmann (30) sieht sich schweren Anschuldigungen ausgesetzt.  © imago images/Jan Huebner

Doch was war eigentlich geschehen? Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, sei auch Sirlord Conteh (25) von "Earthman" beleidigt worden. Atik sagte: "Er hat Amara, Sisi und mich rassistisch beleidigt. Das kann man nicht dulden. Klar sind Emotionen drin, aber rassistisch beleidigt zu werden, ist richtig asozial."

Conde führte aus: "Ich möchte niemanden bewusst angreifen, aber das geht so gar nicht. Das meiste ging gegen unseren Mitspieler Sirlord Conteh. Das war der Wahnsinn, da kamen Sprüche wie 'Sag deinen Eltern, die sollen wieder zurückpaddeln'. Das N-Wort hast du permanent gehört und immer war eine dreckige Lache dabei."

Erdmann ließ über FCS-Pressesprecher Peter Müller erklären: "Ich habe lediglich gesagt, halte die Klappe und spiele weiter Fußball. Der Schiedsrichter stand dabei direkt daneben."

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Nun haben die Saarländer, bei denen Erdmann unter Vertrag steht, mit einer Stellungnahme und deutlichen Worten reagiert.

Man weise "die in einer Boulevard-Zeitung erhobenen und vor allem unbelegten Vorwürfe wegen angeblich rassistisch motivierten Äußerungen von FCS-Spielern entschieden zurück. Wir sind der Verein, dessen Trikot von afrikanischen Kult-Spielern wie Anthony Yeboah, Sambo Choji, Taifour Diane und vielen anderen mit Stolz getragen wurde. Nicht nur deshalb hatte und hat Rassismus in unseren Reihen keinen Platz."

1. FC Saarbrücken weist die "einseitig erhobenen und nicht belegten Vorwürfe" zurück

Baris Atik (26) wirft Dennis Erdmann (30) vor, ihn und andere Magdeburger Spieler rassistisch beleidigt zu haben.
Baris Atik (26) wirft Dennis Erdmann (30) vor, ihn und andere Magdeburger Spieler rassistisch beleidigt zu haben.  © Picture Point/Roger Petzsche

Natürlich sei man aufgrund der Vorwürfe "betroffen" und habe die Vorfälle aufgearbeitet. Doch weder in der Halbzeitpause noch nach der Partie sei das Thema offiziell zur Sprache gekommen, "obwohl die Bedeutung der Tragweite dieser Thematik wohl allen bewusst gewesen sein müsste".

Darüber hinaus stellten die Saarländer fest, "dass in der anschließend stattgefundenen Pressekonferenz das Thema Rassismus weder von teilnehmenden Magdeburger Vereinsoffiziellen noch von Journalisten zur Sprache gekommen ist, obwohl die Bedeutung der Tragweite dieser Thematik wohl allen bewusst gewesen sein müsste".

Deshalb: "In Anbetracht dieser Faktenlage entbehren die einseitig erhobenen und nicht belegten Vorwürfe Magdeburger Spieler jeder belastbaren Grundlage. Wir bitten die verantwortlichen Vereinsgremien des 1. FC Magdeburg, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, dass solche unbelegbaren Vorwürfe künftig nicht mehr stattfinden."

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Denn: "Gerade Traditionsvereine wie der 1. FC Magdeburg und der 1. FC Saarbrücken haben eine gesellschaftliche Verantwortung, Rassismus entschieden zu bekämpfen, anstatt ihn durch emotionsgeladene Äußerungen auch noch zu befördern. Wir bieten deshalb dem 1. FC Magdeburg gerne ein klärendes Gespräch an, um die im Raum stehenden Vorwürfe aus der Welt zu schaffen."

Magdeburgs Trainer Christian Titz (50) gab an, dass einige seiner Spieler ihm erst nach der Begegnung am späten Abend von den rassistischen Ausfällen berichtet und diese detailliert geschildert zu haben. Er vertraue seinen Akteuren, dass sie die Wahrheit sagen. Nun prüft der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Vorgang.

Das vollständige Statement des 1. FC Saarbrücken

Titelfoto: imago images/Jan Huebner

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