Ex-Dynamo Markus Schubert feiert Sieg mit den Fans, dann bricht die Tribüne ein

Nijmegen - Wie konnte da nichts passieren? Beim Eredivisie-Match zwischen NEC Nijmegen und Vitesse Arnheim brach die Tribüne unter dem Jubel der Fans zusammen. Mittendrin der ehemalige SG-Dynamo-Dresden-Spieler Markus Schubert (23).

Die Vitesse-Fans stehen vor dem eingestürzten Teil der Tribüne. Verletzt hat sich zum Glück niemand.
Die Vitesse-Fans stehen vor dem eingestürzten Teil der Tribüne. Verletzt hat sich zum Glück niemand.  © Vincent Jannink/ANP/dpa

Nach der Partie am Sonntag wollte der Gast aus Arnheim den 1:0-Erfolg zusammen mit den Anhängern auf den Rängen feiern, doch dann trat ein absolutes Horror-Szenario ein.

Die Spieler des Tabellensechsten stellten sich vor den Gästeblock im Goffertstadion und tanzten und sangen mit den mitgereisten Fans, als plötzlich sechs bis sieben der unteren Ränge einfach wegsackten und die rhythmisch hüpfende Meute in die Tiefe beförderte.

Ein kurzer Moment der Stille und erschrockene Gesichter - doch relativ schnell wurde klar, dass sich wie durch ein Wunder wohl niemand ernsthaft verletzte.

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Dabei waren viele Zuschauer aufeinander gefallen, hatten es aber anscheinend einem Container unter der Tribüne zu verdanken, dass der Sturz so glimpflich ausging. Laut NEC-Direktor Wilco van Schaik (54) wurde der zwar auch massiv beschädigt, stoppte aber den Zusammenbruch des Betons frühzeitig.

"Zum Glück ist so weit bisher bekannt, niemand verletzt worden", sagte Nijmegens Bürgermeister Hubert Bruls (55).

ESPN berichtete über den Sturz der Vitesse-Arnheim-Zuschauer auf Twitter

Ex-Dynamo-Dresden-Spieler Markus Schubert kommt bei Vitesse Arnheim endlich wieder in die Spur

Markus Schubert (23, l.) fängt den Ball gegen Arminia Bielefeld und Fabian Klos (33). 2019 verließ er die SGD.
Markus Schubert (23, l.) fängt den Ball gegen Arminia Bielefeld und Fabian Klos (33). 2019 verließ er die SGD.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Mit dabei war auch der frühere Dynamo Markus Schubert. Der 23-Jährige stand mit seiner Mannschaft direkt vor dem Block und erlebte das Unglück hautnah aus kürzester Entfernung.

Auch bei dem Keeper erkennt man im Moment des Vorfalls einen Augenblick des starren Entsetzens, aber als die Anhänger kurz darauf wieder zu jubeln begannen, beruhigte sich die Gemütslage bei den Spielern rasch.

Der gebürtige Freiberger wechselte im Sommer 2019 zum FC Schalke 04 und gelangte über eine Leihstation bei Eintracht Frankfurt in die Niederlande zu Vitesse Arnheim.

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In der Stadt nahe der deutschen Grenze avancierte der langjährige SGD-Jugendspieler schnell zur Stammkraft und verpasste in dieser Saison erst eine Partie am vorherigen Spieltag gegen Feyenoord Rotterdam.

Das Spiel zwischen NEC Nijmegen und Vitesse Arnheim weckt traurige Erinnerungen

Gegen NEC hielt er die Null fest, hätte sich jedoch bestimmt einen entspannteren Feierabend gewünscht. Schon oft führten Zuschauerunfälle zu schlimmeren Verletzungen und forderten sogar Todesopfer.

So beispielsweise bei der Katastrophe im Brüsseler Heysel-Stadion 1985 als nach einer Massenpanik eine Wand einstürzte. 39 Menschen wurden damals getötet.

In Nijmegen hatten die mitgereisten Anhänger viel Glück, deshalb forderte Bürgermeister Hubert Bruls auch eine zeitnahe Aufklärung des Vorfalls: "Ich möchte, dass so schnell wie möglich untersucht wird, was hier passiert ist."

Titelfoto: Montage: Vincent Jannink/ANP/dpa, Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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