Fluch der Grünwalder Straße trifft Dynamo: Niederlage im Top-Spiel

Dresden - Unfassbar! Einfach unfassbar! Die Grünwalder Straße ist für Dresden wie verhext. Als Ransford Königsdörffer sechs Minuten vor Schluss eine Tausendprozentige versiebte, fanden sich alle mit dem 0:0 bei 1860 ab. Doch Dynamo wurde für den Leichtsinn bestraft. Im Gegenzug traf Philipp Steinhart (86.) zum Löwen-Sieg.

Das ist auch beim Zusehen schmerzhaft. Christoph Daferner (vorn rechts) wird gefoult und muss zur Pause verletzt ausgewechselt werden.
Das ist auch beim Zusehen schmerzhaft. Christoph Daferner (vorn rechts) wird gefoult und muss zur Pause verletzt ausgewechselt werden.  © Picture Point / Sven Sonntag

Christoph Daferner hätte die Partie in den ersten zehn Minuten zeitig in die richtigen Bahnen lenken können.

Er war früh (3.) auf links durchgebrochen. Statt den Ball direkt in die Mitte zu geben, hätte er sich Zeit lassen sollen. Der Raum vor ihm war komplett leer. Seine Hereingabe verpuffte.

Wenig später stieg Pascal Sohm über einen langen Einwurf von Sebastian Mai, so hatte Daferner (6.) freie Bahn, scheiterte aber an Marco Hiller.

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Dann traf er (10.) nach einem erneuten Mai-Einwurf, stand aber einen Schritt im Abseits.Kaum hatte er sich ausgetobt, hatte Kollege Kevin Broll seinen großen Auftritt: Nach einer Ecke krachte Sascha Mölders (12.) den Ball aus sechs Metern aus der Drehung volles Rohr auf die Kiste.

Mit einem schier unfassbarem Reflex lenkte Broll die Kugel an die Latte.

Es war etwas geboten in Giesing. Das Tempo auf dem, was man in Fußballstadien Rasen und im normalen Sprachgebrauch Acker nennt, war irre hoch, die Zweikämpfe waren absolut derb.

Mit dieser Aufstellung starteten 1860 München und Dynamo Dresden ins Top-Spiel der 3. Liga

Königsdörffer hat die Chance zur Dynamo-Führung, doch Steinhardt trifft für die Löwen

Auge um Auge, Zahn um Zahn. Der Münchner Stürmer-Oldie Sascha Mölders (36) und Dynamos Tim Knipping beharken sich im Zweikampf.
Auge um Auge, Zahn um Zahn. Der Münchner Stürmer-Oldie Sascha Mölders (36) und Dynamos Tim Knipping beharken sich im Zweikampf.  © Picture Point / Sven Sonntag

Es gab ordentlich auf die Hölzer. Was Dresden fehlte, war die allerletzte Konsequenz. Zu viele Angriffe wurden leichtfertig hergeschenkt. Daferner blieb an diesem Abend ein Unglücksrabe.

Nach einem Schlag auf den Knöchel musste er kurz vor der Pause raus, für ihn kam Philipp Hosiner.

Nach der Pause hatte Dynamo das Geschehen bis auf eine Wackelphase zwischen der 60. und 65. Minute komplett im Griff. Allerdings strahlten die Sachsen nie wirklich Gefahr aus. Sie fuhren zwar einen Angriff nach dem anderen, aber der letzte Pass...

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Das war schon fast zum Haareraufen. Die Spielzüge hatten alle was, waren gut vorgetragen. Aber just in jenem Moment, in dem es in die gefährliche Zone ging, war Feierabend.

Ein Distanzschuss von Mörschel (68.), der nur zart am Angel vorbeirauschte, und ein Kopfball von Tim Knipping (74.) nach einer Ecke, den Hiller parierte, waren das Nennenswerteste.

Und so bog die Partie auf die Zielgerade ein. Und auf jener hatte Königsdörffer (84.) die Riesenchance zum Sieg. Völlig frei vor Hiller schoss er am Tor vorbei. Der Muss! Der Muss! Der Muss! Das bestrafte Steinhardt (86.) knüppelhart. Und somit verloren die Dresdner das dritte Spiel in dieser Saison im Stadion an der Grünwalder Straße (zuvor 0:3 gegen Bayern München II und 0:1 gegen Türkgücü München).

Titelfoto: Picture Point / Sven Sonntag

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