Für Dynamo-Klassenerhalt! Mr. Remis muss endlich siegen: "Qualität höher, als Ergebnisse aussagen"

Dresden - Mr. Remis! Dynamo Dresdens Coach Guerino Capretti (40) muss in der Relegation gegen den 1. FC Kaiserslautern zumindest einmal gewinnen, weil es die Auswärtstorregel ab dieser Saison nicht mehr gibt.

Auch wenn der Unmut lauter geworden ist, Autogramme von Guerino Capretti (40, 2.v.l.) sind dennoch gefragt.
Auch wenn der Unmut lauter geworden ist, Autogramme von Guerino Capretti (40, 2.v.l.) sind dennoch gefragt.  © Lutz Hentschel

Er schaffte vor zwei Jahren schon einmal über die Relegation den Aufstieg, damals in die 3. Liga mit dem SC Verl. Welch Wunder: Mit zwei Unentschieden gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig.

2:2 in Probstheida, 1:1 in Verl. Das auswärts mehr geschossene Tor reichte Capretti und seinem SC. Seine Mannschaft hielt er dann mit sehr ansprechendem Fußball in der Liga - und das mit insgesamt 13 Unentschieden. Nur der 1. FC Kaiserslautern hatte in der Spielzeit 2020/21 mit 19 Remis mehr.

Seit dem 2. März ist er nun Trainer bei der SGD. Ein Dreier gelang noch nicht, dafür gab es sechsmal keinen Gewinner. Dynamo geht mit der Bürde von 17 sieglosen Spielen in die Relegation, Lautern mit drei Niederlagen in Folge.

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"Wir wissen alle, dass Fußball ein Ergebnissport ist, ich lebe in diesem Komplex auch mit", erklärt Ralf Becker (51). Der Dresdner Sportchef stellte sich am Mittwoch dennoch noch einmal demonstrativ hinter Capretti.

"Ich habe nie einen Zweifel daran gelassen, dass ich von ihm als Cheftrainer und von seinen Qualitäten überzeugt bin. Die Qualität, wie er die Spieler vorbereitet, ist deutlich höher, als die Ergebnisse aussagen", so der 51-Jährige.

Dynamo Dresdens Coach Guerino Capretti: "Andere hätten gern diese Chance, wir haben sie"

Über 40.000 FCK-Fans werden der SGD einen heißen Empfang bereiten. Angst vorm Versagen darf daher nicht mit auflaufen.
Über 40.000 FCK-Fans werden der SGD einen heißen Empfang bereiten. Angst vorm Versagen darf daher nicht mit auflaufen.  © IMAGO/Alexander Neis

Dennoch muss Capretti mindestens einmal gewinnen, zumindest nach 120 Minuten - sei es über das Elfmeterschießen. Würde zwar kein Fan aushalten, wäre aber am Ende immer noch ein Sieg.

Auch mit Verl hat er die Nerven der Anhänger strapaziert. "Ich erinnere mich gern daran. Ich weiß auch noch, dass es intensive Spiele waren", so Capretti zur Drittliga-Relegation vor zwei Jahren. Jetzt nimmt er die Spieler in die Pflicht.

"Andere hätten gern diese Chance, wir haben sie. Ich will, dass wir die Spiele auch so angehen. Klar wird anfangs im Stadion noch Nervosität da sein, die muss aber mit den ersten Zweikämpfen abgelegt werden. Mental wird es entscheidend sein, dass wir auf dem Platz sind und uns nicht zu viele negative Gedanken machen."

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Mit der Angst vorm Versagen wird es nicht funktionieren. Die Relegation wird nicht das bessere Team für sich entscheiden, sondern das abgezocktere.

Den Turnaround muss der 40-Jährige nun schaffen. Er muss beweisen, dass er die Negativserie besser wegstecken kann als der Gegner seine.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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