Gelingt Dynamo ohne einen Sieg in der Rückrunde der Klassenerhalt?

Dresden - Man stelle sich folgendes Szenario vor: Dynamo Dresden spielt am Dienstag im Rückspiel der Zweitliga-Relegation gegen den 1. FC Kaiserslautern erneut unentschieden und gewinnt im Elfmeterschießen.

Dynamo-Coach Guerino Capretti (40) kickt eine der leidigen Papierkugeln weg.
Dynamo-Coach Guerino Capretti (40) kickt eine der leidigen Papierkugeln weg.  © imago/Dennis Hetzschold

Die SGD würde ohne einen (echten) Sieg in der Rückrunde die Klasse halten. Verrückt! Ausgeschlossen? Keineswegs! Im elften Spiel unter Guerino Capretti (40) war das 0:0 auf dem Betzenberg das siebente Remis.

Die Erleichterung, vor ausverkauftem, stimmungsvollem Haus im Fritz-Walter-Stadion nicht untergegangen zu sein, war groß.

Da fielen Steine vom Herzen. Die Befürchtung war da. Solch eine Kulisse kann einen erdrücken, das war in den ersten 20 Minuten zu sehen, als den Dynamos so gut wie gar nichts gelang.

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Doch dann fingen sich die Schwarz-Gelben, ohne dass im Vorwärtsgang auch nur irgendetwas gelang. "Wir haben zu null gespielt. Das ist etwas Positives. Wir haben gut gearbeitet, haben uns eine gute Ausgangslage für das Rückspiel erkämpft. Es war ein ordentliches 0:0", so Dynamo-Trainer Guerino Capretti (40).

Was die Defensive anging, auf alle Fälle. Kevin Broll (26) erlebte einen überraschend ruhigen Abend. Er musste nicht einmal ernsthaft eingreifen. Aber auf der Gegenseite nur zwei Abschlüsse in 90 Minuten gegen einen spielerisch limitierten Gegner, das war einfach zu wenig.

Dynamo Dresden könnte im Elferschießen alles klarmachen und eine irre Fußball-Geschichte schreiben

Christoph Daferner (24, 2.v.l.) und Ransford-Yeboah Königsdörffer (20, r.) hatten einen schweren Stand. Daferner immerhin sorgte mit einem Kopfball für die größte Gefahr.
Christoph Daferner (24, 2.v.l.) und Ransford-Yeboah Königsdörffer (20, r.) hatten einen schweren Stand. Daferner immerhin sorgte mit einem Kopfball für die größte Gefahr.  © imago/Dennis Hetzschold

Auch wenn Capretti erklärte, dass sein Team am Dienstag mehr investieren will, fehlt einem derzeit die Fantasie, wie das gelingen soll.

"Sicherlich war es in der Offensive ausbaufähig. Das wissen wir, da werden wir daran arbeiten, das werden wir thematisieren", sagte der 40-Jährige. Eine Aussage, die seit Anfang März immer wieder zu hören ist.

Capretti versprühte zumindest großen Optimismus, dass seine Horror-Serie reißt und er mit seinem ersten Sieg Dresden in der 2. Liga hält.

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"Das Endspiel. Das allerletzte Spiel wollen wir gewinnen. Alle Partien, die wir vorher gespielt haben, waren irgendwo Mittel zum Zweck. Wir haben aus jeder etwas mitgenommen, haben gelernt, haben einen Mehrwert geschaffen für dieses allerletzte Spiel. Wir werden dieses für uns entscheiden, dafür werden wir alles tun."

Und wenn das nicht gelingen sollte und es endet erneut Remis, bliebe noch das Elfmeterschießen, um alles klarzumachen.

Es wäre die verrückteste Geschichte im deutschen Profi-Fußball.

Titelfoto: imago/Dennis Hetzschold

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