Nach Dynamos Last-Minute-Niederlage! Kauczinski: "Nicht reif genug"

München/Dresden - Giesings Höhen sind Dresdens Tiefen. Wenn am Ende der Saison vielleicht ein, zwei Pünktchen zum angepeilten direkten Wiederaufstieg fehlen sollten, einfach mal im Stadion an der Grünwalder Straße in München klopfen und nachfragen. Dort wurden neun Zähler liegengelassen.

Ransford Königsdörffer (l.) greift sich entsetzt an den Kopf, kann nicht fassen, dass er soeben die Riesenmöglichkeit zum - wohl spielentscheidenden - 1:0 für Dynamo vergeben hat.
Ransford Königsdörffer (l.) greift sich entsetzt an den Kopf, kann nicht fassen, dass er soeben die Riesenmöglichkeit zum - wohl spielentscheidenden - 1:0 für Dynamo vergeben hat.  © Picture Point / Sven Sonntag

Es war klar, dass Spitzeneiter Dynamo nicht schadlos über die Zielgerade der Saison sprinten wird. Dafür spielen die anderen auch guten Fußball und haben die Mittel, Dresden zu besiegen.

Aber das 0:1 bei den Löwen war eben eine Partie, die du nicht verlieren darfst. Vor allem nicht so.

"Ein Spiel, wo wir gezeigt haben, dass wir nicht reif genug sind, so eine Partie dann mit 0:0 über die Bühne zu bringen", ging Trainer Markus Kauczinski mit seiner Truppe hart ins Gericht.

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"Bevor der Treffer fällt, haben wir die größte Möglichkeit mit Ransford Königsdörffer allein vorm Gehäuse, wo wir das Tor machen müssen. Dann gehen wir als Sieger vom Platz. Zuvor hatten wir drei, vier Flanken von außen, die wir nicht gefährlich genug gestalten. Wo der letzte Ball nicht gut war, das letzte Einlaufen nicht gut genug war", haderte der 51-Jährige: "Da muss man abgezockter sein. Wenn man seine Chancen nicht nutzt, muss man wenigstens 0:0 spielen."

Auch der Trainer hatte keine Ahnung, warum gerade der letzte Ball nicht funktionierte. Die Angriffe waren über weite Strecken gut angelegt, doch in der gefährlichen Zone hatten die Dresdner einen zittrigen Fuß. "Und selbst wenn dieser letzte Ball kam, waren wir im Abschluss zu ungenau. Das kann man nicht erklären, zumindest im Moment nicht."

Dynamos Einwechslungen blieben in München ohne Wirkung

Coach Markus Kauczinski war nach der Pleite in München bedient.
Coach Markus Kauczinski war nach der Pleite in München bedient.  © Picture Point / Sven Sonntag

Es gab einiges Kritisches an jenem Abend in Giesing, was aufgearbeitet werden muss.

Mit Kritik ist es aber auch wie mit einer Oppositionspartei in der Politik. Man kann Sachen sagen, die in der Praxis nicht bewiesen werden müssen.

So ist da zum Beispiel die Einwechslung von Luka Stor.

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Ein reiner Konterspieler, der gegen die großen, kantigen Löwen-Verteidiger verloren wirkte und ohne Akzente blieb.

Oder nach dem 0:1 die Einwechslungen der eher defensiven Yannick Stark und Leroy Kwadwo, ein Marvin Stefaniak als Offensivgeist dagegen blieb draußen.

Vielleicht hätte genau der in der verbleibenden Minuten zwischen Gegentor und Abpfiff die entscheidende Idee gehabt.

Aber wie gesagt: Im Nachhinein ist man immer schlauer. Und ob Stefaniak wirklich geholfen hätte, bleibt Theorie ...

Titelfoto: Picture Point / Sven Sonntag

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