Glückliches Händchen: Dynamo ist Joker-Spitzenreiter der 2. Liga

Dresden - Keine Sorge! Wenn Dynamo Dresden am Sonntag in Heidenheim bis zur Pause noch nicht getroffen hat, wird die Wahrscheinlichkeit im zweiten Durchgang umso größer. Sieben der bisher neun Tore fielen in den zweiten 45 Minuten - und: An fünf davon waren Einwechsler maßgeblich beteiligt. Dresden ist der Joker-Spitzenreiter der 2. Liga!

Eingewechselt und getroffen! Panagiotis Vlachodimos (29) bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen wichtigen 2:1 für die Dynamos beim 3:1-Erfolg in Rostock.
Eingewechselt und getroffen! Panagiotis Vlachodimos (29) bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen wichtigen 2:1 für die Dynamos beim 3:1-Erfolg in Rostock.  © Picture Point / Gabor Krieg

Glückliches Händchen nennt man das, wenn der Trainer jene Akteure aufs Feld schickt, die dann vorbereiten oder treffen. Passiert das ein- oder zweimal, ist es wahrscheinlich wirklich nur Glück. Passiert das immer wieder, hat auch Gevatter Zufall seine Finger nicht mehr im Spiel.

"Das hat etwas mit Vertrauen zu tun", sagt Dynamo-Trainer Alexander Schmidt (52).

"Wenn man die ganze Woche mit den Jungs zusammenarbeitet, bekommt man ein Gefühl für die Mannschaft. 'Pana' zum Beispiel. Er ist so ein Typ, der kommt rein, der braucht keine Anlaufzeit. Da weiß man, der hat die Qualität", so der Trainer.

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Mit Panagiotis Vlachodimos (29) hat sich Schmidt genau das richtige Beispiel herausgesucht. Der spielte bisher nur gegen Paderborn von Beginn an, sonst kam er von der Bank und zündete immer. Beim 3:0 gegen Ingolstadt bereitete er das 2:0 von Christoph Daferner (23) vor, in Rostock traf er selbst zum wichtigen 2:1.

Zudem chippte er im Pokal gegen Paderborn den Ball Julius Kade (22) in den Lauf, der zum 2:1 vollendete.

Kann Dynamo Dresden gegen Heidenheim den Joker-Trend fortsetzen?

Für Coach Alexander Schmidt (52) ist ein Spielertausch während der Partie nicht nur Glückssache. Er kennt die Stärken und Schwächen seiner Jungs genau und schenkt ihnen vollstes Vertrauen.
Für Coach Alexander Schmidt (52) ist ein Spielertausch während der Partie nicht nur Glückssache. Er kennt die Stärken und Schwächen seiner Jungs genau und schenkt ihnen vollstes Vertrauen.  © Lutz Hentschel

Das ist Vertrauen, denn es gibt auch Spieler, die sich schwer damit abfinden können, auf die Bank zu müssen. Das ist auch in Dresden so. Aber da kommt es eben darauf an, wie die Kicker mit der Situation umgehen. Hängenlassen oder Gas geben?

Die Dynamos drücken alle aufs Pedal. Sie warten auf ihren Einsatz, keiner ist beleidigt oder gar pomadig. "Da braucht keiner fünf Minuten. Das ist auch ein Schlüssel", so Schmidt.

Der 52-Jährige hat seine Jungs nun in den Wochen seit Ende April genau studiert, die Neuen sofort eingefangen.

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"Man lernt die Jungs kennen und weiß genau: Der wäre jetzt geeignet für die Situation, wenn der Gegner tiefer steht. Der ist besser, wenn wir umschalten. Bei Sebastian Mai (27) wusste ich zum Beispiel, als er gegen Hannover reinkam, der geht beim Standard mit, ist 100 Prozent da. Er macht dann das Tor. Man hat eine Vision, wie es sein könnte, wenn einer reinkommt."

Vielleicht hat Schmidt die Vision auch am heutigen Sonntag wieder, sollte es nicht gleich von Beginn an rundlaufen. Er würde den Joker-Trend fortsetzen...

Titelfoto: Lutz Hentschel

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