Kolumne zum FC Erzgebirge Aue und Holstein Kiel: Störche machen es den Veilchen vor!

Aue/Kiel - Zwei Vereine, zwei unterschiedliche Saisonverläufe! Während Holstein Kiel in der 2. Bundesliga genau dann auftrumpft, wenn es darauf ankommt, verpasst es der FC Erzgebirge Aue (noch) in schöner Regelmäßigkeit, den Abstand zu den Aufstiegsplätzen zu verkürzen.

Enttäuschung beim FCE: Aue kassierte in Nürnberg eine ärgerliche 0:1-Niederlage.
Enttäuschung beim FCE: Aue kassierte in Nürnberg eine ärgerliche 0:1-Niederlage.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

Deutlich wurde der Unterschied zwischen beiden Klubs am Sonntag. Da gewannen die Störche routiniert mit 2:0 beim kriselnden SV Sandhausen und setzten sich an der Tabellenspitze ab.

Nur der Hamburger SV kann am Montagabend (20.30 Uhr) im Auswärtsspiel beim Karlsruher SC noch nachziehen, die KSV aber nicht mehr einholen.

Anders lief es beim FCE. Die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster (52) verlor beim 1. FC Nürnberg mit 0:1 und verpasste es dadurch, den Rückstand zu verkürzen.

Stattdessen schloss der "Club" zu den Veilchen auf - ein bitterer Nachmittag für Aue! Dem Team fehlte an diesem Tag die Effektivität vor dem gegnerischen Tor und auch ein wenig die Nervenstärke.

Denn Chancen spielte sich der FCE mehr als genug heraus. Doch sie alle wurden nicht genutzt - es war fast schon unfassbar, dass vorne die Null stand! Aber auch bezeichnend.

Denn diesmal hätte man wirklich einen Big Point landen können und in Tuchfühlung zu den Plätzen zwei und drei überwintern können. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Aue spielt eine sehr gute Saison, steht mit fünf Siegen, vier Remis und vier Niederlagen auf Rang sechs und hat acht Zähler Vorsprung auf Abstiegsrelegationsplatz 16.

TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl (32) beschäftigt sich in seiner wöchentlichen Fußballkolumne diesmal mit Holstein Kiel und dem FC Erzgebirge Aue.
TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl (32) beschäftigt sich in seiner wöchentlichen Fußballkolumne diesmal mit Holstein Kiel und dem FC Erzgebirge Aue.  © Uwe Anspach/dpa/PICTURE POINT/S. Sonntag

Holstein Kiel spielt die eigenen Stärken bisher am besten aus

Jubel der Störche: Holstein Kiel hat sich an der Tabellenspitze ein wenig abgesetzt.
Jubel der Störche: Holstein Kiel hat sich an der Tabellenspitze ein wenig abgesetzt.  © Uwe Anspach/dpa

Dieser Abstand zum Tabellenkeller hat für den geerdeten Klub aus dem Erzgebirge oberste Priorität. Dennoch hat man das Gefühl, dass mit dieser eingespielten und eingeschworenen Mannschaft noch mehr möglich gewesen wäre und ist. Der entscheidende Tick fehlt Aue bislang allerdings noch.

Dennoch ist durchaus vorstellbar, dass die Veilchen in der Rückrunde dieser sehr engen Liga auftrumpfen. Aber vermutlich nicht ganz so wie bis jetzt Kiel.

Was die Störche in dieser Saison leisten, ist nämlich schwer beeindruckend und für Schusters Mannen in gewisser Weise wohl auch ein Vorbild. 13 Spiele, acht Siege, vier Remis und nur eine (!) Niederlage bei einem erstklassigen Torverhältnis von 22:11 lassen Holstein mehr denn je von der 1. Bundesliga träumen - und zwar völlig zu Recht!

Die Kieler bekommen ihre Stärken von allen 18 Teams mit Abstand am besten auf den Rasen. Die individuelle Klasse wird mit taktischer Disziplin, aggressivem Pressing, defensiver Stabilität und Kombinationsstärke verknüpft.

Die Mannschaft vom jungen Coach Ole Werner (32) kann ihre Stärken ausspielen, ist nur schwer auszurechnen und agiert als echte Einheit. Dazu sind viele Akteure torgefährlich, stimmt die Mischung aus jungen Wilden, Routiniers und Fußballern im besten Alter. Der Aufstieg führt daher auch in der Rückrunde nur über die KSV. Es wird spannend zu sehen sein, was passiert, wenn Kiel die erste Ergebniskrise hat.

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa/PICTURE POINT/S. Sonntag

Mehr zum Thema Dynamo Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0