Dynamo: Löwes erstes Tor seit 4,5 Jahren - "Bringt mir relativ wenig!"

Dresden - Wisst Ihr noch, was Ihr am 22. April 2017 gemacht habt? Nein? Nach viereinhalb Jahren nicht verwunderlich. Dynamo Dresdens Chris Löwe dürfte das Datum im Kopf haben.

Chris Löwe (2. v.l.) wurde von den Kollegen für seinen Ausgleichstreffer gefeiert.
Chris Löwe (2. v.l.) wurde von den Kollegen für seinen Ausgleichstreffer gefeiert.  © Picture Point/Gabor Krieg

Damals spielte er in der englischen Championship mit Huddersfield gegen den FC Fulham. Er schoss beim 1:4 das zwischenzeitliche 1:0 für seine Farben. Es war sein letztes Punktspieltor - bis Sonntag!

Ein Treffer des 32-Jährigen ist an sich schon bemerkenswert, aber der in Heidenheim war nicht nur Sahne, sondern aus 18 Metern mit rechts erzielt, Löwes eigentlichem Standbein.

Mit dem 1:1 (51.) wähnte sich Dresden in Heidenheim auf der Straße zum Punkt, der in der Nachspielzeit noch geraubt wurde. Daher fiel die Freude bei Löwe auch eher gedämpft aus.

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"Ich sehe, dass der Heidenheimer ausrutscht, nehme den Ball einmal mit. Wir hatten in der Woche tatsächlich etwas Torschusstraining, wo wir solche Situationen geübt haben, auch mit dem schwachen Bein. Dann geht er halt rein", schildert er die Szene zum Ausgleich: "Ich war froh, dass er drin war. Am Ende bringt mir das relativ wenig."

Dennoch war es für ihn der Lohn seiner bis hierher überragenden Saison. Der Linksverteidiger hat einen Lauf.

Löwe hätte die Glückwünsche zu Tor und Punkt gern angenommen, aber es hat nicht sollen sein.

Dynamo-Kicker unaufmerksam, doch Löwe ist voller Lob

Nach dem Schlusspfiff war die Enttäuschung bei Chris Löwe (l.) und Pascal Sohm riesengroß.
Nach dem Schlusspfiff war die Enttäuschung bei Chris Löwe (l.) und Pascal Sohm riesengroß.  © DPA / Stefan Puchner

Kurz nach dem Anpfiff und Sekunden vor dem Abpfiff waren die Dresdner unaufmerksam.

"Beim ersten Gegentor schießen wir uns ja selbst ein bisschen ins Bein und laufen dann hinterher. Aber das passiert im Fußball. Entscheidend war die Reaktion, die wir gezeigt haben. Die war vor allem in der zweiten Halbzeit in den ersten 20, 25 Minuten sehr, sehr gut", lobte er seine Truppe.

Die hielt bis zur 90. stand, aber dann: "Die hatten zu viele Flanken und Ecken. Das wird gefährlich, wenn der Gegner fünf Leute hat, die gefühlt acht Meter groß sind. Dann ist es natürlich bitter, das einer durchrutscht", so Löwe.

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Das 1:2 war zwar die zweite Pleite am Stück, Angst, dass es jetzt weiter runter in der Tabelle geht, hat Löwe aber nicht.

"Es ist die Art und Weise, die uns alle zuversichtlich stimmt. Wir müssen nur so weiterarbeiten, dann werden wir auch wieder Spiele gewinnen. Weiterarbeiten, Intensität beibehalten und das über die gesamte Saison, dann mache ich mir keinen Kopf."

Sein letztes Punktspieltor - bis zum Sonntag - erzielte Chris Löwe im Trikot von Huddersfield.
Sein letztes Punktspieltor - bis zum Sonntag - erzielte Chris Löwe im Trikot von Huddersfield.  © imago images/Uk Sports Pics Ltd

Und vielleicht hilft sein nächster Treffer zum Punktgewinn - muss ja nicht wieder viereinhalb Jahre dauern.

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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