Macht Yelldell Dynamos Nummer eins Kevin Broll noch besser?

Dresden - Abstiegskampf zehrt. Mental wie körperlich. Kevin Broll musste das sogar zwei Jahre hintereinander am eigenen Leib erfahren. Damit soll für den Schlussmann nun Schluss sein!

Da fliegt er: Kevin Broll war in der vergangenen Saison der beste Neuzugang.
Da fliegt er: Kevin Broll war in der vergangenen Saison der beste Neuzugang.  © Lutz Hentschel

In der Saison 2018/19 sprang er dem Abstiegsgespenst mit Großaspach in der 3. Liga noch gerade so von der Schippe. 

Nach seinem Wechsel zu Dynamo gab's dann den zuvor kaum für möglich gehaltenen und umso bittereren Gang aus der 2. Liga nach unten. 

"Niemand hat damit gerechnet, dass wir diesen Schritt machen müssen", gibt Broll zu. Die Enttäuschung war auch bei ihm riesig. Und die Pause deshalb noch wichtiger. 

"Die ersten zwei Wochen waren schon so: Man hat überlegt, alles beiseite geschafft, was so mit Fußball zu tun hatte. Da hat mich auch niemand gefragt oder sonst was. Aber irgendwann musste man sich wieder aufpäppeln und sagen: Okay, genug gechillt, man muss wieder ranklotzen. Irgendwann habe ich den Schalter umgelegt, der in die richtige Richtung zeigt."

Broll selbst könnte sich beim Absteiger sogar als Aufsteiger fühlen. 

Schließlich lieferte er als konstantester Spieler gute Leistungen ab, absolvierte 35 von 36 möglichen Pflichtspielen und wurde zur klaren Nummer 1. 

Gute Leistungen von Kevin Broll blieben höherklassigen Interessenten nicht verborgen

Bruno Arsenovic (l.) hat Kevin Broll als Torwart weiterentwickelt.
Bruno Arsenovic (l.) hat Kevin Broll als Torwart weiterentwickelt.  © Lutz Hentschel

Logisch, dass deshalb sein Verbleib in Dresden fraglich war, weil es durchaus höherklassige Interessenten gab. 

Und womöglich weiter gibt. 

Das Transferfenster schließt in diesem Jahr aus bekannten Gründen erst am 5. Oktober - bis dahin kann also noch viel passieren. "Natürlich strebt man als Sportler immer nach den höchsten Zielen", sagt Broll, der sich aber voll und ganz auf Dynamo konzentrieren will. "Ich sehe das als Chance, nochmal voll anzugreifen, die ganze Motivation reinzupacken!"

Zumal man es zumindest als wohlwollendes Zeichen des Vereins deuten kann, dass man ihm mit David Yelldell seinen Torwarttrainer aus Großaspacher Zeiten zur Seite gestellt hat. 

"Ich habe mich riesig gefreut, dass er da ist und ich mit ihm zusammen arbeiten kann", meint der 24-Jährige. Yelldell soll Broll noch besser machen, auch wenn dieser es sich nicht nehmen lässt, dessen Vorgänger zu loben: "Brano Arsenovic hat auch sehr gute Arbeit geleistet und mich ein bisschen zu einem anderen Torwart gemacht in dem einen Jahr. Er hat mich gut gerüstet."

Wiedervereint bei Dynamo: David Yelldell (l.) und Kevin Broll.
Wiedervereint bei Dynamo: David Yelldell (l.) und Kevin Broll.  © Lutz Hentschel
Szene aus dem Oktober 2016: Kevin Broll (r.) wird bei Großaspach für den verletzten David Yelldell eingewechselt.
Szene aus dem Oktober 2016: Kevin Broll (r.) wird bei Großaspach für den verletzten David Yelldell eingewechselt.  © Imago Images / Hartenfelser

Statt Abstiegskampf soll es in dieser Saison also zur Abwechslung und im besten Fall mal Aufstiegskampf geben. Meint auch Broll: "Es gibt viele Beispiele. Angefangen mit dem deutschen Verein Bayern München. Die verlieren das Finale dahoam (2012 mit 3:4 im Elfmeterschießen gegen Chelsea/d. Red.) und im Jahr darauf gewinnen sie die Champions League. Es gab immer Rückschläge, wo es wieder einen Riesencoup gab. Warum soll es nicht auch hier passieren."

Titelfoto: Lutz Hentschel

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