Nach CFCer Knechtel: Auch Zwei Ex-Dynamos wechseln zum Kroos-Vater!

Dresden/Greifswald - Die nächsten beiden Neuzugänge für Sportdirektor Roland Kroos (61), Vater von Toni (31) und Felix (30)! Der Greifswalder FC hat mit Torwart Mika Schneider (20) und Innenverteidiger Rudolf Sanin (21) gleich zwei ehemalige Nachwuchsspieler von Dynamo Dresden unter Vertrag genommen.

Ein großes Highlight für Mika Schneider (20, l.): Im Sachsenpokal-Viertelfinale durfte er im Rudolf-Harbig-Stadion gegen Dynamo Dresden um Pascal Sohm (29) das Tor des Bischofswerdaer FV 08 hüten. Der Underdog verkaufte sich teuer und verlor nur mit 0:2.
Ein großes Highlight für Mika Schneider (20, l.): Im Sachsenpokal-Viertelfinale durfte er im Rudolf-Harbig-Stadion gegen Dynamo Dresden um Pascal Sohm (29) das Tor des Bischofswerdaer FV 08 hüten. Der Underdog verkaufte sich teuer und verlor nur mit 0:2.  © Lutz Hentschel

Sie spielten in den vergangenen beiden Jahren in der Regionalliga Nordost beim Bischofswerdaer FV 08 und wechseln nach dem Abstieg der Schiebocker nun zum Spitzenklub der NOFV-Oberliga Nord, der vor wenigen Tagen bereits Lukas Knechtel (26) vom Chemnitzer FC in die Universitäts- und Hansestadt lockte.

Sanin sei im Probetraining mit seiner Präsenz und Kommunikation aufgefallen, heißt es auf der GFC-Website.

Dazu sagte die 1,90 Meter große Abwehrkante: "Bereits in der Jugend von Dynamo Dresden wurde einem beigebracht viel auf dem Platz zu kommunizieren. Das kann für das gesamte Team von Vorteil sein."

Dynamo mit oder ohne Julius Kade? Schmidt hält die Karten verdeckt
Dynamo Dresden Dynamo mit oder ohne Julius Kade? Schmidt hält die Karten verdeckt

Er beschrieb seine Art auf dem Platz wie folgt: "Ich gebe immer 100% und ich sehe mich auch als einen Spieler, der seine Teamkollegen motivieren und antreiben kann."

Bei den Greifswalder Verantwortlichen habe er das Vertrauen von Beginn an nach intensiven Gesprächen gespürt und auch echten Teamgeist festgestellt: "Der Verein gibt mir die Chance neue Türen zu öffnen für meine weitere Zukunft. Für den GFC möchte ich alles geben und mir mit dem Team den Aufstieg erkämpfen."

Der wuchtige Innenverteidiger, der auch im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommen kann, bringt seine Freundin mit in die Hansestadt und wird seine Ausbildung im kaufmännischen Bereich weiterführen.

Abwehrkante Rudolf Sanin kommt als Verstärkung für die Innenverteidigung zum Greifswalder FC

Rudolf Sanin und Mika Schneider standen im Sachsenpokal-Viertelfinale gegen Dynamo in der Startelf

Auch Rudolf Sanin (21, v.-r.) stand im Sachsenpokal-Viertelfinale auf dem Rasen. Hier grätscht er Dynamos Offensivspieler Marvin Stefaniak (26, v.-l.) ab.
Auch Rudolf Sanin (21, v.-r.) stand im Sachsenpokal-Viertelfinale auf dem Rasen. Hier grätscht er Dynamos Offensivspieler Marvin Stefaniak (26, v.-l.) ab.  © Lutz Hentschel

Man darf gespannt sein, ob er sich auch sportlich behaupten kann. In der Dynamo-Jugend zählte er zwar zu den kampfstarken Akteuren, gehörte aber nie zu den großen Leistungsträgern.

So kam er unter dem damaligen Trainer Cristian Fiel (41) zwar zu 16 Einsätzen in der U17-Bundesliga und lief auch in der U19 26-mal auf, für die Profis sollte es jedoch nicht reichen.

Deshalb schloss er sich im Sommer 2019 dem BFV an, wo er mit dem Sprung in den deutlich intensiveren Männerfußball seine Probleme hatte, sein Können aber immerhin in 26 Partien unter Beweis stellen durfte.

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Ein Highlight liegt dabei erst wenige Wochen zurück. Am 12. Mai 2021 durfte er mit den Schiebockern im Sachsenpokal-Viertelfinale im Rudolf-Harbig-Stadion auflaufen. Bischofswerda hielt gegen Dynamo gut mit, verlor gegen den haushohen Favoriten, der mit vielen Jugend- und Ersatzspielern angetreten war, jedoch mit 0:2.

Das BFV-Tor hütete in dieser Begegnung übrigens der zweite Greifswalder Neuzugang: Schneider! Der erklärte seinen Wechsel in die Kleinstadt auf der Vereinshomepage wie folgt: "Meine Karriere ist ja noch nicht so lang. Aber in den vielen, intensiven Gesprächen wurde mir erstmals von einem Verein so sehr das Gefühl gegeben, dass man mich haben möchte und dass meine Fähigkeiten dem Verein weiterhelfen würden. Die Trainingseinheiten haben diesen Eindruck dann nochmal unterstrichen. Das Mannschaftsklima ist fantastisch und auch der Humor der Mannschaft scheint zu meinem zu passen."

Darüber hinaus lobte er das Torwartteam, seinen Konkurrenten Adam Marczuk (25) und erklärte auch, "einen kleinen bis mittelgroßen Knacks" zu haben - typisch Keeper eben! Diese Position liebt er mittlerweile sehr: "Die Emotionen, die man dort rauslassen kann, den Ball zu halten, wo andere denken 'Oh mein Gott, wie hat er das gerade gemacht?', das ist einfach das schönste Gefühl der Welt."

Mika Schneider wird beim Greifswalder FC den Kampf um die Nummer eins im Kasten annehmen

Mika Schneider und Rudolf Sanin könnte der Wechsel zum Greifswalder FC guttun

Mika Schneider (20) trainierte mehrfach bei Dynamo Dresdens Profis mit. Für den großen Durchbruch reichte es aber nicht.
Mika Schneider (20) trainierte mehrfach bei Dynamo Dresdens Profis mit. Für den großen Durchbruch reichte es aber nicht.  © Lutz Hentschel

Schneider ergänzte: "Auch einen Ball über 40 Meter punktgenau auf den Außenverteidiger zu spielen, das sind so Dinge wo mir das Fußballerherz aufgeht. Deswegen bin ich Torhüter geworden, es macht mir einfach brutal Spaß."

Dazu hat der 1,91 Meter große Schlussmann auch ein klares Ziel vor Augen: "Ich will definitiv aufsteigen. Ich bin hierhergekommen, um dieses Ziel zu erreichen und werde alles dafür tun die Mannschaft dabei bestmöglich zu unterstützen. Wir können dieses Ziel nur gemeinsam als Team erreichen."

Ob er das als Nummer eins schaffen kann, bleibt abzuwarten. Schneider durchlief den Dynamo-Nachwuchs von 2013 bis 2019 vier Jahre lang gemeinsam mit Sanin und war in der U17 unter "Fielo" gesetzt. In der A-Jugend wurde die Luft dann aber schon dünner, hier kam er in zwei Jahren auf lediglich 21 Partien.

Auch beim BFV konnte sich der junge Torwart trotz durchaus solider Anlagen noch nicht dauerhaft durchsetzen, weil er zu fehleranfällig war. Vor dem coronabedingten Saisonabbruch hatte er seinen Stammplatz nach einer 2:6-Auswärtspackung beim BFC Dynamo verloren. Ob in der Strafraumbeherrschung oder auf der Linie, Schneider hat noch Luft nach oben. Doch er wird seine Lehren aus diesen sportlichen Rückschlägen gezogen haben und beim GFC neu angreifen - ganz wie Sanin!

Sie können sich hier in eine funktionierende Mannschaft integrieren und fußballerisch weiter reifen. Zudem werden kleinere Fehler in der Oberliga nicht ganz so schnell bestraft, wie in der exzellent besetzten Regionalliga Nordost. So ist dieser vermeintliche Schritt zurück am Ende vielleicht sogar förderlich für ihre Karrieren.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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